Wirbelsturm heizt Feuer an

Verheerende Waldbrände in Portugal - mehr als 30 Tote

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Waldbrand bei Obidos in Portugal: Die seit Monaten anhaltende Trockenheit und starke Winde begünstigen in vielen Gebieten der iberischen Halbinsel den Ausbruch von Bränden. 

Erst vor wenigen Monaten starben Dutzende Menschen bei Waldbränden in Portugal. Jetzt wird die iberische Halbinsel erneut von den Flammen heimgesucht. In Spanien und Portugal gibt es mehr als 30 Tote.

Madrid/Lissabon  - Mehr als 30 Menschen sind bei Waldbränden in Portugal sind ums Leben gekommen. Das teilte der portugiesische Zivilschutz am Montag mit. 50 Menschen wurden durch die Brände verletzt, 15 von ihnen lebensgefährlich, sagte eine Sprecherin des portugiesischen Zivilschutzes der Nachrichtenagentur Lusa.

Betroffen seien die Regionen Coimbra, Castelo Branco sowie Viseu im Zentrum des Landes und Aveiro im Norden. Besonders schlimm war die Lage demnach bei Lousa in der Region Coimbra. Allein dort kämpften 650 Feuerwehrleute gegen die Flammen.

Neben für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen und starker Trockenheit wurden die Feuer auch von Ausläufern des Wirbelsturms "Ophelia" angefacht, der bei Irland tobte.

Der portugiesische Regierungschef Antonio Costa rief den Ausnahmezustand für die betroffenen Regionen aus. Insgesamt mehr als 5800 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Am Montag wurden noch rund 30 Großfeuer gezählt, insgesamt gab es am Sonntag 524 kleinere und größere Brände.

Diese Jahr wüten die Waldbrände besonders schlimm

In Portugal wüten immer wieder Waldbrände, Mitte Juni starben 64 Menschen bei schweren Bränden im Zentrum des Landes.

In der spanischen Gemeinde Nigrán in der Region Pontevedra seien am Sonntagabend in einem abgebrannten Lieferwagen die verkohlten Leichen von zwei Männern gefunden worden, teilten die Behörden mit. Ministerpräsident Mariano Rajoy sprach den Angehörigen der Opfer auf Twitter sein Beileid aus. Im Zentrum Portugals starben insgesamt drei Menschen in den Ortschaften Penacova und Sertã, wie eine Sprecherin des Zivilschutzes am späten Abend mitteilte.

Besonders betroffen war in Spanien die Region um die Hafen- und Industriestadt Vigo. In der größten Stadt Galiciens und in anderen Gemeinden der Region gab es Rauchschwaden, die von den Waldbränden stammten. In den Vororten Vigos mussten Medienberichten zufolge unter anderem die Besucher eines Einkaufszentrums, die Nachtschicht-Arbeiter verschiedener Fabriken sowie Dutzende Bewohner der Universitäts-Residenz in Sicherheit gebracht werden.

Portugal und Spanien kämpfen gegen hunderte Feuerherde

In vielen Ortschaften in Portugal und Spanien wurden Menschen von Zivilschutz und Feuerwehr aus ihren Wohnungen geholt und in Notunterkünfte gebracht.

Behördenangaben zufolge gab es in Spanien in der Nacht zum Montag knapp 150, in Portugal mehr als hundert Feuerherde. Allein in Portugal wurden die Flammen auch nach Einbruch der Dunkelheit von rund 5500 Angehörigen der Feuerwehr, des Zivilschutzes und der Streitkräfte bekämpft. Dort mussten zahlreiche Landstraßen und auch drei Autobahnen gesperrt werden. Medien berichteten von "Hunderten bis Tausenden Menschen", die nachts in ihren Fahrzeugen festsaßen.

Warum ist es dieses Jahr so schlimm? 

Die seit Monaten anhaltende Trockenheit und starke Winde begünstigten in vielen Gebieten der iberischen Halbinsel den Ausbruch und die Ausbreitung der Brände, sagte die Feuerwehr.

Brandstifter seien am Werk

Der Regierungschef der spanischen Region Galicien, Alberto Núñez Feijóo, beklagte derweil im Fernsehen, auch Brandstifter seien am Werk. Es gebe Verdächtige, aber noch keine Festnahmen. Die Lage sei "besorgniserregend". Allein in Galicien wurden seit Freitag nach amtlichen Angaben rund 4000 Hektar Wald zerstört.

Im Juni 2017 suchte ein verheerender Waldbrand Portugal heim. Ein Landstraße wurde für Bewohner zu einer tödlichen Falle, über 60 Menschen starben. 

Waldbrände in Portugal.

dpa/AfP

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