Pinkelpause endet böse

Weil ihr Sohn (3) dringend pinkeln musste: Mutter drohen 60 Tage Haft

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Weil es ein Dreijähriger nicht mehr rechtzeitig zur Toilette schaffte, drohen einer Mutter nun bis zu 60 Tage Haft (Symbolbild).

Auf einer Autofahrt schaffte es Cohen (3) nicht mehr rechtzeitig zur Toilette. Ein Sheriff sah die Situation - und das hat nun Konsequenzen für die Mutter des Kindes.

South Carolina/USA - Viele Eltern werden mit dieser Mutter mitfühlen: Brooke Johns drohen bis zu 60 Tage Haft und das nur, weil ihr dreijähriger Sohn es nicht mehr rechtzeitig zur Toilette geschafft hat. Das ganze spielte sich US-Bundesstaat South Carolina ab.

Die Mutter war mit ihrem Sohn Cohen gemeinsam im Auto unterwegs, als er dringend musste. Brooke Johns steuerte einen Rastplatz in Augusta an, als sich die Situation immer mehr zuspitzte.

Sohn muss auf Toilette - Mutter sucht eilig Rastplatz

„Mama, ich muss mal pinkeln, ich muss mal pinkeln“, hat Sohn Cohen laut seiner Mutter gerufen. Sie hat daraufhin versucht, ihn zu beruhigen und bis zur nächsten Toilette durchzuhalten. „Nein! Ich muss mal. Ich muss wirklich pinkeln“, war die Antwort des Dreijährigen. Man kann sich leicht vorstellen, wie stressig die Situation für die junge Mutter gewesen sein muss. 

Cohen konnte zwar noch bis zum Rastplatz durchhalten, doch bis zur Toilette reichte es dann nicht mehr. Er erleichterte sich auf dem Parkplatz. Über den Vorfall berichtet der US-amerikanische TV-Sender WRDW auf seiner Website. Die Mutter hätte eigentlich noch die Toilette erreichen wollen, doch weil sie in der 34. Schwangerschaftswoche war, konnte sie Cohen nicht tragen und mit ihm zur Toilette eilen. Der Arzt hatte der Mutter dies verboten. 

Sheriff wird Zeuge - und stellt der Mutter Strafzettel aus

Ein Sheriff hatte die Situation beobachtet und Brooke Johns aufgefordert, ihren Sohn in die nahegelegene Toilette zu tragen. Doch wäre das wirklich die Lösung des Problems gewesen? “Was wäre passiert, wenn ich zur Toilette gelaufen wäre und sie wäre besetzt gewesen? Ihn auf den Boden der Tankstellen pinkeln lassen?“, fragt sich die Mutter - sie steckte in einem Dilemma.

Doch das war noch lange nicht das Ende der Geschichte. Der Sheriff beließ es nicht dabei, Brooke Johns zu ermahnen. Er stellte ihr sogar einen Strafzettel aus, der ein Nachspiel haben wird. Darauf heißt es: „Die Verdächtige hat es ihrem drei Jahre alten männlichen Kind erlaubt, auf den Parkplatz zu urinieren.“ Er habe den Vorfall beobachtet und dabei auch die Genitalien gesehen, heißt es weiter auf dem Strafzettel. Pflichtbewusst fügt er hinzu: „Öffentliche Toiletten stehen auf dem Parkplatz zur Verfügung.“

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Andere Eltern sind fassungslos über das Verhalten des Sheriffs

Am 30. April wird die Mutter vor Gericht stehen und sich wegen des Vorfalls verantworten müssen. „Ich gehe zur Verhandlung“, sagt Brooke Johns. Dabei ist die Anhörung nur wenige Tage vor dem berechneten Geburtstermin ihres nächsten Kindes. Sie wolle die Sache lieber jetzt hinter sich bringen, als später nach der Geburt, auch wenn eine Verlegung des Gerichtstermins möglich sei, sagt Brooke Johns.

Auf die Mutter könnte eine Haftstrafe von bis zu 60 Tagen zukommen. Auch ein Bußgeld von bis zu 1.000 US-Dollar kann gegen sie verhängt werden.

In den sozialen Netzwerken ruft der Vorfall zahlreiche Reaktionen hervor. „Wenn Sie die Genitalien eines Dreijährigen gesehen haben, dann wollten Sie sie sehen“, schreibt eine Nutzerin mit Verweis auf das Protokoll. „Dieser Officer ist eine Verschwendung von Steuergeldern“, meint eine andere Userin. „Absolut schwachsinnig. Dann sind alle Mütter von Söhnen schuldig“, findet eine andere Mutter eines Sohns.

Wer im Stau steht und zur Toilette muss, darf nicht aussteigen - auch wenn dies das Naheliegendste ist. In der Schweiz musste ein Autofahrer im Jahr 2016 die Erfahrung machen, dass er das besser nicht getan hätte. Die Pinkelpause kostete ihn rund 550 Euro. Doch was hätte er in der Situation sonst tun sollen?

Ein Mann blieb mit seinem Ehering an einem Gartenzaun hängen und riss dabei seinen Finger ab. Auf dem Weg ins Krankenhaus transportierte er den Finger in einer Kuchenbox schoss später sogar Selfie.  

dg

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