Mordfall Kim Wall

U-Boot-Bauer Madsen wegen Mordes an Journalistin angeklagt

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U-Boot des dänischen Ingenieurs Madsen.

Der dänische U-Boot-Bauer Peter Madsen ist wegen der Ermordung der schwedischen Journalistin Kim Wall angeklagt worden. Die Behörden sprechen von einem extrem brutalen Fall.

Wie die Staatsanwaltschaft in Kopenhagen am Dienstag mitteilte, muss sich der Erfinder wegen Mordes, Leichenschändung und "besonders gefährlicher" sexueller Übergriffe vor Gericht verantworten. Der Prozess soll am 8. März beginnen und das Urteil am 25. April fallen - dem 47-jährigen Madsen droht eine lebenslange Haftstrafe.

Todesursache weiter unklar

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist weiter unklar, auf welche Weise Wall getötet wurde. Möglich sei, dass der Journalistin die Kehle durchgeschnitten wurde oder dass sie erdrosselt wurde. Die Anklagebehörde kündigte an, eine lebenslange Gefängnisstrafe für Madsen zu fordern. In Dänemark bedeutet das durchschnittlich 16 bis 17 Jahre Haft, bevor über eine mögliche Freilassung entschieden wird.

„Sehr Ungewöhnlicher und extrem brutaler Fall“

Die Anklagebehörde rief die Medien zu einer zurückhaltenden Berichterstattung auf: "Das ist ein sehr ungewöhnlicher und extrem brutaler Fall", erklärte Staatsanwalt Jakob Buch-Jensen. "Wir hoffen, dass die Medien respektieren, dass weitere Beweise im Gerichtssaal und nicht in der Presse präsentiert werden müssen."

Der Tod der Journalistin hat die Öffentlichkeit erschüttert. Wall hatte Madsen im August auf dessen U-Boot "UC3 Nautilus" besucht, um ein Interview mit ihm zu führen. Am 10. August verschwand die 30-Jährige spurlos, elf Tage später wurde vor der Küste von Kopenhagen ihr Torso entdeckt.

Madsen bestreitet Mordvorwurf, gestand aber Zerstückelung der Leiche

Anfang Oktober entdeckten Taucher dann außer Walls Beinen und Kleidung auch ihren Kopf, der keinerlei Verletzungen aufwies. Madsen hatte gestanden, Walls Leiche zerstückelt und ins Meer geworfen zu haben. Er bestreitet aber den Mordvorwurf und erklärt, Wall habe sich auf dem U-Boot tödlich verletzt.

Die Ermittler vermuten, dass der Tüftler die Journalistin aus sexuellen Motiven ermordete und dann zerstückelte. In seiner Werkstatt hatten die Behörden auf einer Computerfestplatte Filme gefunden, in denen Frauen gefoltert, enthauptet oder lebendig verbrannt werden.

An Walls Leiche wurden zudem Wunden im Genitalbereich entdeckt. Der Kopenhagener Polizei zufolge hatte sich Madsen kurz nach Walls Tod an der Leiche sexuell vergangen. Madsen, der verheiratet ist, streitet jeglichen sexuellen Kontakt zu der Journalistin ab.

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afp

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