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NASA bricht Start von Mondrakete schon wieder ab - und verschiebt ihn nun auf unbestimmte Zeit

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Von: Bettina Menzel, Jennifer Lanzinger

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USA, Kennedy Space Center am 3. September: Die Flamme ganz rechts zeigt an, dass die Betankung der Schwerlastrakete begonnen hatte, bevor der Start abgebrochen wurde. ©  Joe Burbank/Orlando Sentinel via ZUMA Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Schon ein erster Versuch musste am Montag in letzter Sekunde abgebrochen werden. Auch am Samstag hatte die NASA technische Probleme mit ihrer Artemis-Rakete. Es gab erneut keinen Start.

Update vom 4. September, 8.08 Uhr: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat den Start ihrer Mondmission Artemis 1 für unbestimmte Zeit verschoben. Ein für Samstag geplanter zweiter Startversuch wurde wegen eines Treibstofflecks kurzfristig abgesagt. Das noch bis Dienstag bestehende Startfenster sei „nicht mehr auf dem Tisch“, sagte wenig später Nasa-Manager Jim Free. Einen neuen Termin nannte er nicht.

Das Leck müsse erst besser verstanden werden, schrieb Free nach dem Abbruch des Startversuchs auf Twitter. Er sei dennoch stolz auf sein Team. „Durchhaltevermögen ist in die Kultur der Nasa eingewoben“, so der Nasa-Manager weiter und bekräftigte, man werde es wieder versuchen.

Bereits am Montag war der Jungfernflug der neuen US-Mondrakete kurz vor dem geplanten Start in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgeblasen worden - ebenfalls wegen eines Treibstofflecks. Zudem hatte ein Sensor angezeigt, dass eines der Triebwerke der Rakete zu heißgelaufen war.

Nasa verschiebt nächsten Startversuch auf unbestimmte Zeit: Das sind die möglichen Zeitfenster

Die nächsten Startfenster sind vom 19. September bis zum 4. Oktober und vom 17. bis 31. Oktober. Laut dem Nasa-Manager Bill Nelson kann der Artemis-Start womöglich erst in der zweiten Oktoberhälfte stattfinden, da der Weltraumbahnhof in Cape Canaveral Anfang Oktober für eine Reise zur Internationalen Raumstation (ISS) gebraucht werde. Noch könne man nicht sagen, ob ein erneuter Startversuch schon im nächsten (19.9. bis 4.10.) oder im übernächsten möglichen Zeitfenster (17.10. bis 31.10.) erfolgen werde, hieß es auf der Pressekonferenz am Samstagabend deutscher Zeit

Die Nasa teilte zum jüngsten Treibstoffleck mit, vielfache Versuche der Fehlerbehebung hätten zunächst keinen Erfolg gehabt. Der Astronaut Victor Glover nannte die Verschiebung des Starts „die richtige Entscheidung“.

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USA, Cape Canaveral: Die Artemis-Rakete der NASA mit der Orion-Kapsel an Bord bewegt sich am Samstag zur Startrampe 39B im Kennedy Space Center. © Ben Smegelsky/Nasa/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Start-Leiterin bricht Startversuch der unbemannten Mond-Mission Artemis 1 ab

Update vom 3. September, 17:36 Uhr: Die US-Weltraumbehörde Nasa hat auch den zweiten Startversuch einer unbemannten Mond-Mission abgebrochen. Die Start-Leiterin von „Artemis I“, Charlie Blackwell-Thompson, habe den Versuch wenige Stunden vor dem geplanten Start am Samstag abgesagt, wie ein Sprecher mitteilte. Zuvor hatte die Nasa bereits ein Leck in einem Tankschlauch bestätigt. Mehrere Versuche, dieses Problem zu lösen, waren gescheitert. Der Start war in einem zweistündigen Zeitfenster ab 20.17 Uhr deutscher Zeit geplant.

Erneut technische Probleme: NASA-Mondrakete Artemis kann heute wohl wieder nicht starten

Update vom 3. September, 17:13 Uhr: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa kämpft erneut mit Problemen. Und das nur wenige Stunden vor dem geplanten Start ihrer Rakete zum Mond. Es gebe ein Leck. Das Problem habe aber bislang nicht behoben werden können, schrieb die Nasa am Samstagnachmittag auf Twitter. Ein Expertenteam habe den Abbruch des Starts empfohlen, hieß es bei einem Nasa-Livestream. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Schon vergangenen Montag musste der Start wegen technischer Probleme abgebrochen werden. Man sei aber nun optimistisch, die Ursachen behoben zu haben, hieß es im „Artemis“-Blog der Nasa.

Update vom 3. September, 15:50 Uhr: Die Nasa scheint die Probleme mit der Betankung der Mond-Rakete Artemis 1 in den Griff bekommen zu haben. „Teams haben die Druckbeaufschlagung der Leitung abgeschlossen und die Zufuhr von flüssigem Wasserstoff in den Tank wieder aufgenommen“, hieß es am Samstagnachmittag deutscher Zeit auf Twitter. Zuvor war die Befüllung der Tanks mit Flüssigwasserstoff und Flüssigsauerstoff teils unterbrochen worden.

Sollte der Start am Samstag wieder nicht stattfinden können, könnte er auf Montag oder Dienstag verschoben werden. Danach gibt es erst wieder ab dem 19. September eine neue Startmöglichkeit.

Nasa-Techniker geben Entwarnung: Tankvorgang am Samstag wieder aufgenommen

Update vom 3. September, 14.20 Uhr: Am Samstag entdeckten die NASA-Experten während des Tankvorgangs der Artemis 1-Rakete erneut ein Leck. Doch innerhalb von kurzer Zeit konnte das Problem offenbar behoben werden. Man habe die Zufuhr von flüssigem Wasserstoff zur Kernstufe wieder aufgenommen, hieß es am Samstagmorgen um 8.09 Uhr Ortszeit (14.09 Uhr deutscher Zeit) vonseiten der US-Weltraumbehörde NASA. Die Tanks mit Flüssigsauerstoff seien zu 40 Prozent gefüllt, hieß es um 14.19 Uhr deutscher Zeit. Flüssigwasserstoff werde zunächst manuell aufgefüllt.

Zur Problembehebung sei eine Schnellkupplung in der Triebwerkssektion aufgewärmt worden, „in der ein Wasserstoffleck im Hohlraum zwischen der boden- und der flugseitigen Platte der Schnellkupplung entdeckt worden war“. Die Erwärmung sei erfolgt, um zu versuchen, den betroffenen Bereich wieder ordnungsgemäß abzudichten, so die NASA am Samstag.

Erneut Tankleck bei Artemis 1 entdeckt: Tankvorgang der Mond-Rakete zunächst unterbrochen

Update vom 3. September, 14:04 Uhr: Die US-Weltraumbehörde NASA plant mit dem Start der unbemannten Artemis 1-Rakete die erste Mond-Mission seit 50 Jahren. Doch es begann holprig: Der Start der Rakete war am Montag (29. August) wegen technischer Probleme abgesagt und auf Samstag verlegt worden – unter anderem wegen eines Lecks am Tank.

Die Betankungen machte am Samstag weiterhin Probleme. Die NASA teilte am Samstagnachmittag (deutscher Zeit) auf Twitter mit, dass das Betanken unterbrochen worden sei. Man habe ein Leck entdeckt. „Die Teams beheben das Problem durch Aufwärmen des Bereichs“, hieß es in der Meldung weiter.

Am Montag hieß es noch, die Ursache des Lecks sei gefunden und behoben worden, wie die Leiterin des Startmanövers, Charlie Blackwell-Thompson mitteilte. Der Leiter der Artemis-Mission, Mike Sarafin, dämpfte allerdings bereits am Montag die Erwartungen. „Es gibt keine Garantie, dass wir am Samstag abheben werden, aber wir werden es versuchen“, sagte er.

Das große Ziel des Artemis-Programms bezeichnet die US-Weltraumbehörde als „nächsten großen Schritt“: die Erkundung des Mars durch den Menschen.

Vorbereitung auf zweiten Startversuch der Artemis 1-Rakete zum Mond laufen

Update vom 3. September, 12.25 Uhr: Die Vorbereitungen für den am Samstag geplanten Raketenstart der Artemis 1 im Kennedy Space Center in Cape Canaveral laufen auf Hochtouren. „Die Teams bereiten sich auf den Start der Mission Artemis 1 zum Mond vor“, twitterte die US-Weltraumbehörde NASA am Samstagmittag deutscher Zeit. Aktuell wird die Rakete betankt, was sich nun live verfolgen lässt. Der Tankvorgang mit Wasserstoff ist auch deshalb besonders spannend, da es beim letzten Startversuch der Artemis 1 am Montag Probleme mit einem Tankleck gab.

50 Jahre nach letzter Mond-Mission: NASA überträgt geplanten Artemis-Raketenstart live

Update vom 3. September, 10.45 Uhr: Vor 50 Jahren haben Menschen zuletzt den Mond betreten – am Samstag soll nun wieder eine Rakete zu dem Erdtrabanten starten – allerdings zunächst ein unbemannter Testflug. Die US-Weltraumbehörde NASA gab am Samstag auf Twitter bekannt, den geplanten Artemis-Raketenstart auf verschiedenen Plattformen live zu übertragen. Demnach können Nutzer die unbemannte Mond-Mission auf Youtube, Twitch oder Dailymotion verfolgen. Das zweistündige Zeitfenster eines möglichen Artemis-Starts beginnt um 14.17 Uhr (20.17 Uhr deutscher Zeit).

„Damit die Artemis 1 morgen abheben kann, muss jede Menge klappen“, schrieb NASA-Vizedirektor Jim Free Samstagnacht (Ortszeit) auf Twitter zum geplanten Start der Mond-Mission. „Unser Team ist vorbereitet, wenn die Hardware und das Wetter mitspielen. Es gibt keine Garantie, dass wir starten werden, aber das wird uns nicht davon abhalten, es zu versuchen“, so der Vizedirektor weiter.

Wetteraussichten für das Zeitfenster des Artemis-Raketenstarts nun zu „60 bis 80 Prozent“ günstig

Update vom 3. September, 8.50 Uhr: Jim Free, der Vizedirektor der US-Weltraumbehörde NASA, teilte in der Nacht von Freitag auf Samstag (Ortszeit) mit, dass sich die Wetteraussichten für den Artemis-Raketenstart am Samstag verbessert hätten. Demnach lägen die Chancen für günstige Wetterbedingungen innerhalb des zweistündigen Zeitfensters für den Start bei 60 bis 80 Prozent.

Ab 14.17 Uhr Ortszeit (20.17 Uhr deutscher Zeit) am Samstag öffnet sich das Zeitfenster für den Start der unbemannten SLS-Rakete und ihrer Orion-Kapsel. Die Kapsel soll den Mond in rund hundert Kilometern Entfernung umrunden, wobei die Mission insgesamt mehrere Wochen dauern wird. Die Folgemission Artemis 2 soll Astronauten in eine Mond-Umlaufbahn bringen, mit Artemis 3 soll frühestens 2025 eine Mondlandung glücken. Die NASA will mit dem Artemis-Programm langfristig nicht nur zurück zum Mond, sondern plant auch bemannte Missionen zum Mars.

Unbemannte Mondmission der NASA: Bis zu 400.000 Zuschauer erwartet

Update vom 3. September, 8.08 Uhr: Die US-Weltraumbehörde NASA musste den Start der unbemannten Mond-Mission Artemis 1 auf Samstag verschieben. Beim zweiten Anlauf rechnen die Behörden mit bis zu 400.000 Schaulustigen. Die Verantwortlichen des Landkreises Brevard, in dem der Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im Bundesstaat Florida in den USA liegt, hatten beim letztlich abgesagten ersten Starttermin am Montag zwischen 100.000 und 200.000 Zuschauer erwartet.

Für Samstag werde mit der doppelten Anzahl gerechnet, sagte der Kommunikationsleiter des Landkreises, Don Walker. Allerdings sei eine solche Schätzung im Vorfeld schwierig. Zum Vergleich: Den ersten bemannten Start einer SpaceX-Rakete hatten im Jahr 2020 inmitten der Corona-Pandemie 220.000 Zuschauer live vor Ort verfolgt.

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Zuschauer sitzen beim ersten Startversuch der Artemis-Rakete der NASA im Kennedy Space Center am Montag auf einer Tribüne in der Nähe des Saturn-V-Besucherzentrums in Cape Canaveral (Archivbild, 29. August). © Brynn Anderson/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

US-Weltraumbehörde NASA muss Start der unbemannten Mond-Mission Artemis 1 kurzfristig abbrechen

Erstmeldung: Cape Canaveral/USA – Nach dem misslungenen ersten Versuch will die US-Weltraumbehörde NASA am Samstag, dem 3. September 2022, einen neuen Versuch für den Start ihrer neuen Mondrakete unternehmen. Ein knapp zweistündiges Zeitfenster stehe für die Mission offen, das bestätigt der Leiter der unbemannten Mission Artemis 1, Mike Sarafin. Mit Spannung wird nun das Wetter beobachtet. Ein erster Versuch am vergangenen Montag musste aus technischen Problemen in letzter Minute abgesagt werden, tausende Schaulustige hatten sich vor Ort versammelt.

Konkret soll sich das Zeitfenster für die Artemis-Mission am Samstag um 14.17 Uhr Ortszeit öffnen, Fans der NASA aus Deutschland können sich ab 20.17 Uhr über beeindruckende Bilder freuen. Am Montag hatte die NASA den ersten Testflug der SLS-Rakete kurz vor dem Start wegen technischer Probleme abblasen müssen. Tausende Schaulustige hatten sich vor Ort versammelt, um den Start der neuen Riesenrakete der NASA zu beobachten. Unter ihnen hatte sich auch US-Vizepräsidentin Kamala Harris am Ort des Geschehens eingefunden.

Nach technischen Problemen: Neue NASA-Mondrakete Artemis soll am Samstag starten

Zunächst sorgten Blitzgefahr und ein Leck für Verzögerungen beim Betanken der Rakete. Temperaturprobleme bei einem der vier Haupttriebwerke führten dann zum kurzfristigen Abbruch des Starts. Die Raketentriebwerke, die mit eiskaltem flüssigen Wasser- und Sauerstoff betankt werden, müssen vor dem Start stark heruntergekühlt werden. Am Montag hatte ein Triebwerk aber nicht die erforderliche Temperatur erreicht. Inzwischen gehen die NASA-Techniker davon aus, dass die Temperatur wohl doch korrekt war und das Problem mit einem defekten Sensor zusammenhängt. Das Verhalten des Sensors passe nicht zur „Physik der Situation“, sagte SLS-Programmleiter John Honeycutt.

Die NASA-Techniker wollen beim nächsten Startversuch am Samstag nun auch mit anderen Instrumenten Daten sammeln, um sicherzustellen, dass das Triebwerk richtig gekühlt wird. Außerdem soll die Kühlung der Triebwerke schon früher im Startprozess beginnen. Mit Spannung wird bis dahin auch der Wetterbericht verfolgt, der für Samstag bislang ein 60-prozentiges Risiko für ungünstige Wetterbedingungen wie Regen oder Gewitter vorhersagt. Der zuständige Meteorologe Mark Burger zeigte sich trotzdem „optimistisch“. Er sieht eine „ziemlich gute Chance“, am Samstag starten zu können.

NASA will wieder Rakete zum Mond schicken – in Zukunft auch Astronauten an Bord

Die NASA hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: 50 Jahre nach der bislang letzten Mondlandung will sie wieder eine Rakete zum Erdtrabanten schicken. Aufgabe der 42-tägigen Mission Artemis 1 ist es, die bislang leistungsstärkste Trägerrakete und die an ihrer Spitze sitzende Orion-Kapsel unter realen Bedingungen zu testen.

Die Folge-Mission Artemis 2 soll Astronauten in eine Mond-Umlaufbahn bringen, mit Artemis 3 soll frühestens 2025 eine Mondlandung glücken. Langfristig geht es um eine bemannte Mission zum Mars.

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