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Thermomix: Vorwerk kämpft mit Problemen – mit Folgen für die Kunden

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Von: Anna Lehmer

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ARCHIV - 05.05.2015: In der Versuchsküche im Werk in Wuppertal wird mit dem Thermomix TM5 von Vorwerk gekocht. Am Mittwoch legt Vorwerk seine Jahreszahlen vor.
Der Thermomix von Vorwerk könnte bald knapp werden. Beim Hersteller stehen bald teilweise die Bänder still. © picture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa | Rolf Vennenbernd

Der Thermomix ist beliebter denn je, dennoch hat der Hersteller mit einigen Problemen zu kämpfen. Das bekommen nun auch die Kunden zu spüren.

Wuppertal - Er kann so gut wie alles: mixen, mahlen, kneten, zerkleinern, kochen, dampfgaren, wiegen und lecker Likörchen zaubern. Knöpfchen drücken muss der Nutzer aber noch selbst. Der Thermomix macht das Kochen kinderleicht, zumindest verspricht das der Hersteller Vorwerk. Er ist aus vielen Küchen Deutschlands nicht mehr wegzudenken, doch jetzt könnte der Erfolgs des Thermomix gebremst werden.

Thermomix: Hersteller Vorwerk hat Probleme in der Produktion

Für den Hersteller des Thermomix konnte es in den vergangenen zwei Jahren kaum besser laufen. Die Kult-Küchenmaschine verhalf Vorwerk zum Rekordumsatz, das teilte das Handelsblatt mit. „Unser Hauptumsatzbringer Thermomix hat 2021 erneut zweistellig zugelegt. Weltweit haben wir 1,5 Millionen Geräte verkauft“, sagte der Chef der Herstellerfirma, Thomas Stoffmehl, der Zeitung. 2020 belief sich der Umsatz des Familienunternehmens auf rund 3,2 Milliarden Euro. Jetzt steht Vorwerk mit seinem Thermomix vor Problemen, die Auswirkungen auf die Kunden haben.

Thermomix von Vorwerk: Bänder stehen bald still

Weltweit ist der Handel von Lieferengpässen eingeschränkt. Besonders Halbleiter sind knapp, das spürt auch Vorwerk bei seiner Produktion der Küchenmaschine. „Leider bremst der Chipmangel temporär die Produktion des Thermomix“, so Stoffmehl. Das Unternehmen müsse deshalb die Herstellung drosseln und „punktuell Schichten absagen“. Im Thermomix-Werk in Frankreich würden die Bänder bald einige Tage stillstehen, im Werk Wuppertal in Deutschland aber nicht.

Vorwerk: Kunden müssen auf ihren Thermomix warten

Die Stillstände und Engpässe schlagen sich in den Lieferzeiten für den Thermomix nieder. Die Wartezeit auf das begehrte Multifunktionsgerät beträgt den Angaben zufolge derzeit zehn Wochen; das könnte laut Stoffmehl noch bis Herbst andauern. Dennoch erwartet der Vorwerk-Chef keine Umsatzeinbußen. Jeder zehnte Thermomix in Deutschland wird online verkauft, so das Handelsblatt. Bis Mai 2021 konnten Interessierte ein Gerät nur über eine Kochparty mit einem Vertreter erwerben, die bei den Kunden zu Hause stattfand. Bis 2023 sollen auch Vorwerk-Läden den Thermomix vertreiben.

Konkurrenz bekommt Vorwerk von Lidl*. Der Supermarkt bietet den „Monsieur Cuisine Connect“ an, der dem Thermomix sehr ähnelt. Die Anbieter der Geräte fanden sich deshalb vor Gericht wieder: Vorwerk klagte. Anfangs gab es eine deutliche Schlappe für Lidl: Vorwerk drehte dem „Thermomix-Klon“ vor Gericht den Saft ab*. Dann folgte die Wende und Lidl durfte das deutlich günstigere Double wieder verkaufen. (ale) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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