Himmelsphänomene

Sternschnuppen im Dezember 2017: So sehen Sie heute Nacht die Ursiden

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Die Ursiden bieten ein Himmelspektakel pünktlich zum Weihnachtsfest.

Sternschnuppen im Dezember 2017: Heute Nacht sind am Himmel über Deutschland Ursiden zu sehen. Hier bekommen Sie alle Infos zum Himmelspektakel.

München - Weihnachten steht vor der Tür, alle Geschenke sind (hoffentlich) gekauft und die Familie ist beisammen. Und jetzt gibt es mit den Ursiden auch noch einen Sternschnuppenschwarm, der pünktlich zum Weihnachtsfest über Deutschland zu sehen sein wird.

Sie haben noch nie von den Ursiden gehört? Woher der Name stammt, wie sie entstehen, wann genau sie in Deutschland zu sehen sind und wo man die beste Sicht auf das Himmelspektakel hat, erfahren Sie in diesem Text.

Ursiden im Dezember 2017: Was für Sternschnuppen sind das überhaupt?

Nach den Geminiden sind die Ursiden bereits der zweite starke Sternschnuppenschwarm, der im Dezember über Deutschland zu sehen sein wird. Die bekanntesten Meteorströme, wie man diese Phänomene ebenfalls nennt, sind aber wohl die Perseiden, die immer im Sommer auf die Erde niedergehen. Die geringere Popularität von Geminiden und Ursiden im Vergleich zu den Perseiden ist schnell erklärt: Die Temperaturen sowie die Wetterverhältnisse, um Sternschnuppen zu beobachten, sind im lauen Sommer einfach betrachterfreundlicher als im kalten Winter.

Mit bis zu zehn Meteoren pro Stunde blitzen die Ursiden nicht so häufig auf wie manch andere Sternschnuppenschwärme. Allerdings gab es auch bereits Jahre, in denen deutlich mehr Sternschnuppen zu sehen waren.

Neben den Perseiden im August sowie den Geminiden im Dezember konnten Himmelsbeobachter außerdem im Oktober die Orioniden sowie im November die Leoniden bestaunen.

Sternschnuppen im Dezember 2017: Woher stammt der Name „Ursiden“?

Der Ursidenschwarm hat seinen Namensursprung im Sternbild des Kleinen Bären (lateinisch ursa minor), der auch als Kleiner Wagen bekannt ist. Der Hauptstern dieser Konstellation ist Polaris, der auch Nordpolarstern genannt wird. Der Radiant der Ursiden, also der Punkt, an dem der Meteorschauer seinen Anfang zu nehmen scheint, liegt aber bei Kochab, dem zweithellsten Stern des Kleinen Bären.

Sternschnuppen im Dezember 2017: Wann erreichen die Ursiden ihr Maximum?

Die Ursiden sind im Jahr 2017 vom 17. bis zum 26. Dezember am Himmel zu sehen. Sein Maximum erreicht der Sternschnuppenschwarm in diesem Jahr in der Nacht zum 23. Dezember beziehungsweise am frühen Samstagmorgen. Wer die Ursiden sehen möchte, muss also früh aufstehen, da die maximalen Fallraten, wie das genannt wird, in normalen Jahren nur zehn Sternschnuppen pro Stunde betragen. In manchen Jahren erhöht sich diese Anzahl aber auch, wobei schon bis zu 50 Meteoren stündlich beobachtet werden konnten.

Auch am Freitagnachmittag könnten schön einige Sternschnuppen zu sehen sein. Dafür verantwortlich ist eine Kometenschweifspur aus dem Jahr 884. Die besten Beobachtungsbedingungen für die Ursiden ist für die Nacht zum Samstag zumindest theoretisch gegeben: Der Mond, dessen Licht die Beobachtung des Himmelsspektakels stören kann, geht nämlich am Abend des 22. Dezember bereits um 20.28 Uhr unter. Allerdings braucht es natürlich auch einen klaren Himmel für perfekte Sternschnuppenbeobachtung. Aktuell gehen Meteorologen davon aus, dass Deutschland unter einer Wolkendecke liegt. 

Ursiden im Dezember 2017: Wo und wie kann man die Sternschnuppen sehen?

Zum Beobachten von Sternschnuppenschwärmen wie den Ursiden sind dunkle Orte, die weit entfernt von großen Städten liegen, die beste Empfehlung. Das liegt einerseits an der Rundumsicht, die man dort hat, sowie andererseits daran, dass kein künstliches Licht stört. Sirko Molau von der Vereinigung der Sternfreunde erklärt, dass es ausreicht, „wenn die Sicht zum Himmel frei ist“. In eine bestimmte Richtung müsse man nicht gucken.

Bei klaren Wetterverhältnissen können auch die Bewohner von Großstädten Glück haben. Allerdings sollten diese versuchen, die Ursiden in der Zeit ohne Mond ab 20.30 Uhr am 22. Dezember sowie ohne Sonne, die am 23. Dezember um 08.02 Uhr aufgeht, zu nutzen.

Ursiden im Dezember 2017: Wie ist die Wetterprognose?

Am besten sind die Ursiden zu sehen, wenn der Himmel frei von Wolken ist. Gutes Wetter ist aber auch ein wichtiger Faktor. Sebastian Schappert macht Deutschland nur wenig Hoffnung auf wolkenfreie Sicht. "Wir liegen unter einer Wolkendecke", sagte der Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. "Die Chance, eine Lücke zu erhaschen, ist sehr gering. Am ehesten noch im Norden."

Im Rest Europas sind die Chancen auf freie Sicht auf die Ursiden etwas besser. In Italien dürfte es gute Sicht geben, ebenso wie im Südwesten Frankreichs. In Spanien und Portugal sieht es ebenfalls gut aus.

Ursiden im Dezember 2017: Wann kann ich wieder Sternschnuppen sehen?

Wer keine Zeit hat, die Ursiden zu betrachten, oder wem das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, dem sei der nächste Sternschnuppenschwarm ans Herz gelegt. Gleich zu Beginn des neuen Jahres 2018 werden die Quadrantiden erwartet. Bei diesem Meteorstrom werden mehr als 100 Sternschnuppen pro Stunde erwartet. In manchen Jahren wurden sogar schon bis zu 200 Meteore stündlich gezählt.

sh

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