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Frau geht duschen und bekommt plötzlich ein Baby

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Von: Sina Alonso Garcia

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Eine Mutter hält ihr Baby im Arm
In Australien hat eine 28-Jährige vollkommen überraschend ein Kind geboren (Symbolbild). © Cavan Images / imago images

Neun Monate lang hat sie nicht gemerkt, dass sie ein Kind erwartet. Dann, ohne Vorwarnung, verspürte sie den Drang zum Pressen: Eine 28-jährige Australierin gebar völlig überraschend ein Baby.

Campbelltown - Schwanger sein, ohne dass man etwas davon merkt - geht das überhaupt? Schenkt man der Geschichte von Dimitty Bonnet aus Campbelltown (Australien) Glauben, dann kann das offenbar der Fall sein. Anscheinend merken manche Frauen auch nach neun Monaten Schwangerschaft nicht, dass sie ein Baby in sich tragen. Wie die 28-Jährige gegenüber 7news.com berichtet, habe sie beim Duschen völlig überraschend ein Kind geboren.

„Nie im Leben habe ich daran gedacht, dass ich schwanger sein könnte“, sagt Bonnet, die bereits Mutter von zwei Kindern war. Umso verblüffter habe sie reagiert, als sie unter der Dusche den plötzlichen Drang verspürte, zu pressen - und dabei den Kopf des Babys zwischen ihren Beinen einklemmte. Laut der Australierin hatte es zuvor keinerlei Anzeichen für eine Schwangerschaft gegeben. So habe sie regelmäßig ihre Periode bekommen und einige Wochen vor der überraschenden Geburt am 26. Februar 2022 sogar einen negativen Schwangerschaftstest gemacht.

Überraschte Mutter merkte bis zur Geburt nicht, dass sie schwanger war

„Mein Gewicht schwankt schon mein ganzes Leben lang“, erklärt Bonnet. „Deshalb habe ich mir nichts dabei gedacht, als ich ein paar Pfunde zugenommen habe.“ Einen Monat vor der Geburt sei sie noch mit dem Flugzeug geflogen und habe sich sogar sechs Wochen zuvor noch nach einer Rugby-Verletzung röntgen lassen.

Am Abend der überraschenden Geburt ging Bonnet früh ins Bett, da sie Magenschmerzen hatte. „Ich wachte gegen 1 Uhr morgens auf und fühlte mich so unwohl. Es war, als müsste ich dringend auf die Toilette, aber ich konnte nicht gehen. Die Schmerzen wurden immer schlimmer. Also beschloss ich, zu duschen, um mich besser zu fühlen.“ Kurze Zeit später hielt Bonnet ein blutverschmiertes Menschlein in den Armen. In Panik rief sie gemeinsam mit ihrem Mann, der zwischenzeitlich hinzugeeilt war, einen Krankenwagen.

Baby und Mutter nach Spontan-Geburt wohlauf - große Unterstützung durch die Familie

15 Minuten später war der Krankenwagen vor Ort - offenbar gerade noch rechtzeitig. Nachdem die Sanitäter die Nabelschnur durchtrennt und sich vergewissert hatten, dass Mutter und Kind wohlauf waren, brachten sie die Familie ins Campbelltown Hospital, wo das Paar 24 Stunden lang überwacht wurde. Der drei Kilogramm schwere, frischgeborene Wonneproppen, erhielt den Namen Harvey Eric Barry Timmins. Während Dimitty im Krankenhaus lag, schickte sie ihren beiden anderen Kindern Nate und Darci eine Nachricht: „Mama hat eine Überraschung“.

Familie und Freunde unterstützen die jetzt fünfköpfige Familie tatkräftig: „Wir waren überhaupt nicht vorbereitet - wir hatten sogar einen Monat vorher alle unsere alten Babysachen weggeworfen. Aber alle kamen zusammen und sorgten dafür, dass wir einen Kinderwagen, Kleidung, Windeln und ein Bett für Harvey hatten.“

Verdrängte Schwangerschaft: Etwa eine von 500 Frauen betroffen

Angesichts dieser ungewöhnlichen Geschichte fragen sich vermutlich viele: Wie kann man eine Schwangerschaft nicht bemerken? Was ist mit all den körperlichen Veränderungen, die damit einhergehen? Und wieso hat im Fall von Dimitty Bonnet selbst ihr Umfeld nichts davon gemerkt? Tatsächlich gibt es für dieses Phänomen einen Namen in der Wissenschaft: Verdrängte Schwangerschaft. Etwa eine von 500 Frauen ist laut spektrum.de davon betroffen und bemerkt die Schwangerschaft erst nach der 20. Woche (insgesamt dauert eine Schwangerschaft in der Regel 40 Wochen).

Die Gründe für eine verdrängte Schwangerschaft können vielfältig sein. Während manchen die körperlichen Veränderungen nicht auffallen, ignorieren andere die Tatsache trotz positivem Testergebnis. Manche Frauen kümmern sich so wenig um ihren Zyklus, dass sie schlicht nicht wahrnehmen, wenn die Periode ausbleibt. Oder sie halten leichte Zwischenblutungen in der Schwangerschaft für ihre Menstruation. Andere wiederum führen ihre Gewichtszunahme auf zu viel Essen zurück oder haben sowieso Übergewicht, sodass der größer werdende Bauch nicht so auffällt.

Mutterschaft - ob früh, spät oder nie: Lasst Frauen selbst über ihr Leben entscheiden

Während die einen völlig unverhofft schwanger werden, verzweifeln andere daran, dass es einfach nicht klappen will. Frauen, die sich hierbei Druck machen, sollten jedoch wissen: So etwas wie eine biologische Uhr gibt es laut einer Studie nicht. Ein Kinderwunsch mit über 35 ist beispielsweise alles andere als unrealistisch. Ganz egal, ob jemand bereits früh Mutter wird, sich erst später dafür entscheidet oder ein kinderloses Leben bevorzugt: Frauen sollten gefälligst selbst über ihr Leben entscheiden, fordert unsere Autorin in ihrem Kommentar.

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