Drei Monate nach dem Unglück

Wie starb Julen (†2) im Bohrloch? Autopsie-Bericht nennt Details zu Unfall in Spanien  

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Die Eltern des kleinen Julen einen Tag nach der Bergung des Jungen. 

Zwei Wochen bangte Spanien um Julen (†2), der in ein Bohrloch gefallen und verstorben war. Drei Monate nach dem Unglück liegt nun der Autopsie-Bericht vor. 

  • Zwei Wochen lang bangten Spanien und die Welt um Julen (2), doch zuletzt konnte das Kind nur tot geborgen werden.
  • Der Junge war beim Spielen (13. Januar) in ein ungesichertes Bohrloch gefallen. 
  • Die Rettungskräfte bohrten mühsam einen Parallelschacht. 
  • Knapp einen Monat nach dem Ende der Arbeiten wurden Vorwürfe an die Arbeiter der Rettungsteams bekannt.

Update vom 15. April 2019: Der kleine Julen ist vor drei Monaten im südspanischen Totalán unmittelbar nach seinem Sturz in einen engen Brunnenschacht an seinen schweren Kopfverletzungen gestorben. Der Zweijährige habe am 13. Januar nach dem Unglück nur noch wenige Minuten gelebt, ergab jetzt der Abschlussbericht der Pathologen, die die Autopsie durchgeführt hatten. Die Experten schlossen aus, dass der Einsatz der Retter mit einer Spitzhacke für den Tod des Kindes mitverantwortlich sein könnte, wie im Februar in einem Bericht spekuliert worden war.

Update vom 28. Februar 2019: Sollten sich diese Vorwürfe bestätigen, würde dies ein völlig neues Licht auf das Unglück um Julen werfen: Ein Bericht besagt, dass das Kind nicht durch den Sturz, sondern durch die Rettungsarbeiten zu Tode gekommen ist. Das berichten spanische Medien, unter anderem El Pais. Vorgelegt hatten den Bericht die Anwälte des Grundbesitzers des Grundstücks, auf dem der Brunnen stand.

Architekt Jesus Maria Flores erwähnt in dem Bericht, er habe die Vorgehensweise der Einsatzkräfte bereits einige Tage nach dem Unglück kritisiert. Nun sollen Informationen und Filmaufnahmen ausgewertet worden sein, die den Schluss nahe liegen, dass Julen durch ein Werkzeug zu Tode gekommen sei, dass in den ersten Stunden nach seinem Sturz eingesetzt worden war. Es handelt sich um eine Spitzhacke, die einen Erdklumpen hatte lockern können. „Der Einsatz mit der Spitzhacke, insgesamt zehn Schläge, zwischen 17.30 und 21.00 Uhr am Unglückstag (Julen war kurz vor 14 Uhr in den Schacht gefallen), ist das Einzige, was die körperlichen Wunden am Kopf und am Schädel des Minderjährigen verursachen konnte“, lautet es in dem Bericht.

Auf der Hacke sollen acht Haare, davon drei mit der Wurzel, vorhanden sein - was die schlimme These untermauert. In dem Bericht heißt es: „Welche andere These als die des direkten Einflusses auf den Kopf des Kleinen kann das Vorhandensein dieser biologischen Reste (die Haare, Anmerkung der Redaktion) an der Spitzhacke erklären?“

Die Anwälte fordern nun, dass die Feuerwehrleute und Polizisten befragt werden sollen.

Update vom 2. Februar 2019: Das Brunnendrama um den kleinen Julen, das ganz Spanien erschütterte, es ist gerade mal eine gute Woche her. Noch immer trauert die iberische Halbinsel um den Zweijährigen, dessen Leben auf so grausame Art ein Ende fand. Der Schmerz der Eltern über den Tod des Sohnes ist immer noch unermesslich, wie Julens Vater nun mit herzzerreißenden Worten beschrieb.

Er sehe Julen immer, wenn er die Augen schließe und er ertrage es kaum noch bei sich Zuhause zu sein, sagte er der spanischen Zeitung „Sur“. „Es ist kaum zu ertragen. Du gehst hinein und siehst die Puppen, die Bälle ... Wir sind seit drei oder vier Tagen bei einem Freund zu Hause.“

Weiterer tödlicher Brunnen-Unfall in Spanien - Mann stirbt

Die News vom 29 Januar 2019: Gerade mal zwei Tage nach Julens Beisetzung ist erneut ein Mensch in einem Brunnenschacht gestorben.  Wie „Málaga hoy“ berichtet,  wurde die Leiche eines 45-jährigen Mannes in einem Schacht bei Villanueva del Trabuco gefunden. Angehörige des Mannes hätten am späten Sonntagabend den Notruf gewählt, weil der Mann nicht vom Spaziergang mit seinem Hund zurückgekehrt war. Die alarmierten Einsatzkräfte fanden den Mann tot im Brunnenschacht. Es werde vermutet, dass zunächst der Hund des Mannes in den Brunnen gefallen sein könnte und der Mann womöglich versucht habe, den Vierbeiner zu retten. 

Julen (†2) starb bei Brunnen-Sturz - Das droht dem Brunnenbauer

Update vom 28. Januar, 10.32 Uhr: Julen (2) ist bei einem Sturz in einen Schacht gestorben. Die Trauer um den kleinen Jungen ist groß. Die Ermittlungen beschäftigen sich nun mit dem Brunnen, in dem Julens Leiche in der Nacht auf Samstag geborgen wurde. Wie Bild berichtet, drohen dem Brunnenbauern bis zu vier Jahre Gefängnis.

Spanische Medien berichten demnach, dass gegen den Landbesitzer und gegen einen Landwirt ermittelt würde. Die Männer sollen den Schacht ohne eine Genehmigung illegal gebaut haben.

Spanien: Julen (†2) wurde neben seinem Bruder beigesetzt

Update vom 28. Januar, 6.52 Uhr: Julen ist am Sonntag beigesetzt worden. Wie AFP berichtet, haben Trauergäste, die am Eingang des Friedhofs warteten, den Eltern des verstorbenen Zweijährigen bei deren Ankunft applaudiert. 

Auch in Brasilien hat sich ein Unglück ereignet: Dort brach ein Staudamm und verschüttete zum Teil die Gemeinde Brumadinho.

14.36 Uhr: Auf dem Friedhof von El Palo, dem Wohnort der Eltern, wurde Julen beigesetzt. Tausende Menschen kamen, um dem kleinen Jungen die letzte Ehre zu erweisen. Die Beisetzung selbst findet im engen Familienkreis statt, doch knapp über 2000 Nachbarn, Bürger der Stadt, Journalisten und andere Trauernde warteten vor dem Friedhof Parque Cementerio de Málaga, wie spanische Medien berichten. Julen sei bei seinem Bruder beigesetzt worden, der erst vor einem Jahr an einem Herzleiden verstorben war.

Anteilnahme aus aller Welt für Eltern des spanischen Jungen

13.45 Uhr: Viele Menschen im Ausland versuchten den Eltern José und Victoria auf den sozialen Netzwerken Trost zuzusprechen. Ein äußerst schwieriges Unterfangen, denn der arbeitslose Marktverkäufer und die Bedienung einer Fastfood-Kette werden vom Schicksal hart auf die Probe gestellt. 2017 hatten sie bereits einen Sohn verloren: Damals starb Julens älterer Bruder Oliver bei einem Strandspaziergang mit drei Jahren an Herzversagen.

Nicht wenige hatten bis zuletzt an das vielbeschworene „Wunder von Totalán“ geglaubt. In vielen Kirchen wurde tagelang für den Kleinen gebetet, Bürger organisierten Wachen. Jedoch waren die Hoffnungen auf ein glückliches Ende mit jedem Tag geschrumpft. Die spanische Zivilgarde schrieb: „Leider haben wir es trotz aller Bemühungen so vieler Menschen nicht geschafft ... Ruhe in Frieden, Julen.“

Julen ist tot: Spaniens Ministerpräsident dankt den Rettungskräften

13.41 Uhr: „Ganz Spanien teilt die unendliche Traurigkeit von Julens Familie“, twitterte Ministerpräsident Pedro Sánchez, der sich auch bei den Helfern bedankte.

13.40 Uhr: Hollywoodstar Antonio Banderas hat auf Twitter seiner Trauer Ausdruck verliehen.  

Vermutliche Todesursache von Julen durch Obduktion bekannt

12.15 Uhr:Spanische Medien berichten, dass der Zweijährige „im freien Fall“ 71 Meter tief gestürzt, bevor eine Erdschicht seinen Körper stoppte. Offenbar löste sich dabei auch Gestein, das von oben auf den Jungen herabfiel und die Kopfverletzungen verursachte.

Update vom 27. Januar 2019: Nach der Bergung des in einem Bohrloch in Spanien ums Leben gekommenen zweijährigen Julen ist die Leiche des Kindes am Samstag obduziert worden. Die Tageszeitung "Málaga Hoy" berichtete unter Berufung auf Kreise, die Obduktion habe ergeben, dass der kleine Junge an dem Tag starb, an dem er in das Loch gefallen war. Demnach starb der Zweijährige an einem Schädel-Hirn-Trauma.

Via Twitter sprach auch das spanische Königshaus seine Anteilnahme an dem Drama aus. 

Video aus Spanien: Helfer graben sich zum Brunnen vor

Die News vom 26. Januar 2019, 15.43 Uhr: Insgesamt 13 Tage war der kleine Julen vermisst, in der vergangenen Nacht konnte das Kind dann endlich geborgen werden. Die spanische Guardia Civil veröffentlichte nun eigens ein Video auf dem zu sehen ist, wie hart der Einsatz für die rund 300 Rettungskräfte tatsächlich gewesen sein muss.

Zu sehen ist ein Minenarbeiter beim Bohren in rund 70 Metern Tiefe.

13.34 Uhr: "Nicht noch einmal, Nein!" hörte ein AFP-Fotograf vor Ort Julens Vater in der Nacht rufen, nachdem die Nachricht vom Tod des Kleinen bekannt geworden war. Julens Eltern hatten 2017 bereits ihr erstes Kind verloren, das an einem Herzfehler starb. Die Eltern, weitere Angehörige und Freunde hatten seit Julens Verschwinden in der Nähe der Unglücksstelle in Totalán ausgeharrt.

Anwohner halten Andacht für verstorbenen Julen

12.13 Uhr: Die spanische Zeitung „el Pais“ berichtet nun, wie den Eltern des kleinen Julen die traurige Nachricht überbracht wurde. Demnach sei ein Team der spanischen Guardia Civil zu einem rund 800 Meter entfernten Haus gefahren. Das Haus wurde den Eltern von Anwohnern zur Verfügung gestellt. Während das Team die Eltern über den Verlust ihres Sohnes informierten, versammelten sich dutzende Anwohner vor dem Anwesen. In einer stillen Andacht gedachten die Menschen dem kleinen Julen. Kurze Zeit später wurde die Nachricht vom Tod des Zweijährigen dann offiziell verkündet.

11.04 Uhr: In einer Pressekonferenz veröffentlichte die Regionalregierung nun weitere Details zur Bergung des kleinen Julen. Alfonso Gómez de Celis erklärte, dass rund 50 bis 60 Personen aktiv an der Bergung des Zweijährigen beteiligt waren. „Es waren 50 bis 60 Personen da, Arbeiter, Feuerwehrleute, Sanitäter. Als klar war, das Julen tot ist, herrschte die absolute Resignation und Schweigen. Wir fühlen uns den Eltern sehr nahe. Ihr Schmerz ist unser Schmerz, ihre Trauer ist unserer Trauer.“

Obwohl die Todesursache des kleinen Julen momentan in der Gerichtsmedizin untersucht wird, gab Gómez de Celis im Gespräch mit Bild bekannt: „Der Junge ist vermutlich im freien Fall den Schacht hinuntergestürzt. Er war vermutlich sofort tot. Aber erst müssen die Untersuchungen und die Autopsie abgewartet werden.“ 

Bei der emotionalen Pressekonferenz stand vor allem das Schicksal des kleinen Julen im Fokus, trotzdem appellierte Gómez de Celis an die Bevölkerung: „Ich bitte alle eindringlich, die einen illegalen Brunnen gebaut haben: Jetzt ist die Zeit diesen zu verschließen. Mir ist das so wichtig, dass das was mit Julen passiert ist nie wieder passiert. Deshalb mein Aufruf.“ Er bestätigte ebenfalls, dass gegen den Mann des illegalen Bohrschachts Ermittlungen eingeleitet wurden. 

Die Eltern des verunglückten Julen werden seelsorgerisch betreut. 

Weltweite Anteilnahme nach trauriger Gewissheit über Julen

10.31 Uhr: Nach dem Tod des kleinen Julen steht Spanien unter Schock. Neben der Polizei und dem spanischen Königshaus, zeigen viele Trauernde aus der ganzen Welt ihren Schmerz. Mit bewegenden Worten nehmen die Menschen Abschied vom kleinen Julen - knapp zwei Wochen beteten Menschen aus der ganzen Welt für den Zweijährigen. 

9.18 Uhr: Nun ist es traurige Gewissheit: der kleine Julen ist tot. Zwei Minenarbeiter fanden den Jungen gegen 01.25 Uhr in dem tiefen Bohrloch, etwa 70 Meter unter der Oberfläche. Gegen 02.40 Uhr fuhr dann ein Bestatter am Unglücksort vor. Rund zwei Stunden später wurde Julen dann nach Málaga gebracht, dort wird der Leichnam in der Gerichtsmedizin untersucht. 

Retter bergen Julen - doch jede Hilfe kam zu spät

Update vom 26. Januar, 6.01 Uhr:

Der zweijährige Julen, der vor fast zwei Wochen in Südspanien in ein 110 Meter tiefes Bohrloch gestürzt war, ist tot. Rettungskräfte hätten die Leiche des Kleinkindes in dem Brunnenschacht gefunden, teilten örtliche Regierungsvertreter in der Nacht zum Samstag mit.

Die Rettungsmannschaften seien um 01.25 Uhr zu dem Bohrloch vorgedrungen, wo Julen vermutet worden war, schrieb der Präfekt von Andalusien, Alfonso Gómez de Celis, im Kurzbotschaftendienst Twitter. Dort hätten sie "den Kleinen leblos" vorgefunden.

Der Zweijährige war nach Angaben seiner Familie am 13. Januar in der Nähe der andalusischen Gemeinde Totalán in das illegal gegrabene Bohrloch gefallen, während seine Eltern in der Nähe picknickten. Im Zuge der Rettungsaktion wurde zuletzt ein Verbindungstunnel zwischen dem Bohrloch und einem parallel angelegten Bergungsschacht gegraben. Die Grabungsarbeiten gestalteten sich schwierig.

Seit Julens Verschwinden hatte es kein Lebenszeichen des Kleinkindes gegeben. Einsatzkräfte fanden zunächst lediglich Haare des Jungen an dem Bohrloch und eine Süßigkeitentüte von ihm in der Nähe. Julens Eltern hatten 2017 bereits ihr erstes Kind verloren, das spanischen Medien zufolge an einem Herzfehler starb.

Rettungsdrama in Spanien - Nachrichten vom Freitag, 25. Januar:

21.07 Uhr: Kurz vor der möglichen Bergung des seit zwölf Tagen in einem tiefen Brunnenschacht in Spanien verschollenen Julen sind die Einsatzkräfte am Freitagabend auf neue Probleme gestoßen. Bei der Grabung eines Tunnels zu der Stelle, an der der zweijährige Junge vermutet wird, seien Bergarbeiter wenige Zentimeter vor dem Ziel erneut auf extrem hartes Gestein gestoßen, sagte Polizeisprecher Jorge Martín vor Journalisten. Es sei eine weitere Mikrosprengung nötig, die extrem präzise sein müsse, da man dem Kind möglicherweise sehr nah sei, so der Sprecher.

Bergung von Julen bewegt Retter zu trauriger Aussage

15.02 Uhr: Trotz der seit Julens Verschwinden vergangenen Zeit hoffen seine Eltern weiter. "Sie begegnen dieser letzten Phase mit einer großen Stärke und sie haben mir vor allem gesagt 'wir haben zu keinem Zeitpunkt die Hoffnung verloren'", sagte Juan José Cortés, der in den vergangenen Tagen zum Sprecher von Julens Eltern geworden ist. 

Ein an der Rettung beteiligter Arbeiter schockierte jedoch mit gänzlich anderen Aussagen. Im Gespräch mit der Bild machte einer der an der Rettung beteiligten Arbeiter nun ein trauriges Geständnis. „Wir wissen, dass der Junge nicht mehr am Leben ist. Wir müssen ganz ehrlich sein. Das ist sehr schmerzhaft“, so Rafael Castor.

Julen befindet sich bereits seit 12 Tagen in dem engen Bohrloch, die Hoffnung, den Jungen lebend zu finden, schwindet mit jedem Tag. 

14.41 Uhr: Die Männer arbeiteten seit Donnerstagabend in einem rund 80 Meter tiefen Rettungsschacht unter schwierigsten Bedingungen zumeist liegen oder knieend. Sie waren damit beschäftigt, mit Presslufthämmern und Spitzhacken einen insgesamt vier Meter langen waagerechten Tunnel zu graben. Jedoch erschwerten die Gesteinsbedingungen weiterhin die Arbeiten, sagte Polizeisprecher Jorge Martín vor Journalisten. „Wir haben dieselben Probleme vorgefunden wie an den vergangenen Tagen: Extrem harter Felsen.“ Kurz vor Mittag habe man eine dritte Mikrosprengung durchgeführt, betonte Martín weiter. Ein Hubschrauber sei geschickt worden, um mehr Sprengstoff zu holen.

Eine genaue Zeit, wann der Tunnel fertiggestellt ist und Julen eventuell gefunden werden kann, konnte Martín nicht nennen. Man müsse „im Rhythmus des Berges“ arbeiten. Jedoch hofften die Einsatzkräfte, den Jungen noch im Laufe des Freitags bergen zu können.

Neue Details zum Unglück: Cousine des Vaters deckte den Brunnen provisorisch ab

14.23 Uhr: Der 107 Meter tiefe Brunnenschacht wurde nach Behördenangaben auf der Suche nach Wasser ohne Genehmigung gegraben. In Spanien ist das keine Seltenheit. Nach Schätzung der Umweltorganisation Greenpeace gibt es im ganzen Land über eine Million solcher illegaler Löcher. Die Zeitung „El Mundo“ schrieb, in Wirklichkeit seien es viel mehr. Und „diejenigen Bohrungen, die nicht zum Erfolg führen, werden mehr schlecht als recht zugedeckt“.

Seit Jahren regnet es in Spanien aufgrund des Klimawandels zu wenig. Besitzer von Grundstücken und Fincas beauftragen deshalb sogennante „Poceros“, erfahrene „Löchergräber“ mit Bohrungen, die oft in wahren Nacht- und Nebelaktionen nachts gegraben werden. Der erfahrene „Pocero“ Antonio Jesús Perálvarez, der für seine Arbeit 2000 bis 4000 Euro kassiert, nahm im Gespräch mit „El Mundo“ kein Blatt vor dem Mund. „Meine Aufgabe ist es, das Loch zu bohren. Um die Abdeckung kümmert sich auch bei legalen Bohrungen der Auftraggeber. Zumal der oft nach einigen Tagen wieder schauen will, ob Wasser herauskommt.“ Normal sei es, die Öffnung des Loches „mit einem großen Stein zuzudecken, den ein Kind nicht hochheben kann“.

Julens Vater, der arbeitslose Marktverkäufer José Rosello, räumte ein, dass das Unfall-Loch mit der nur 25 Zentimeter breiten Öffnung auf dem Grundstück des Freundes einer seiner Cousinen wohl nicht ausreichend gesichert war: „Es war mit einigen Steinen zugedeckt, die sie (die Cousine und der Freund) draufgelegt haben.“ Niemand habe diese Steine entfernt. „Aber die Steine waren wohl nicht ganz fest. Julen ist wohl draufgetreten und durchgerutscht. Der Kleine ist sehr schlank, er wiegt nur elf Kilo.“

Schrecklicher Verdacht: Taucher suchen vermisste Christa E. unter dem Eis

12.49 Uhr: Noch immer suchen die Einsatzkräfte nach dem 2-Jährigen, mit Händen und Spitzhacken graben die Minenarbeiter insgesamt vier Meter durch das Erdreich. Knapp zwei Meter müssen die Einsatzkräfte dabei noch zurücklegen. Mit einem Gitterkäfig geschützt werden immer zwei Arbeiter parallel in die Tiefe heruntergelassen. Das Schicksal des kleinen Jungen beschäftigt mittlerweile die ganze Welt, auf Twitter drücken viele ihre Trauer über das  Unglück aus. 

Die spanische Presse teilt währenddessen Bilder von der Unglücksstelle. Zu sehen ist dabei der Gitterkäfig, der die Einsatzkräfte in die Tiefe bringt. 

Knapp zwei Meter fehlen noch: Einsatzkräfte graben nach Julen

9.05 Uhr: Bei der Suche nach dem kleinen Julen an einem tiefen Brunnenschacht in Südspanien läuft der Countdown. Ein achtköpfiges Team von Bergarbeitern war am Freitagmorgen noch knappe zweieinhalb Meter von der Stelle entfernt, an der der seit zwölf Tagen verschollene Zweijährige vermutet wird. Die Männer, die im andalusischen Totalán seit Donnerstagabend in einem rund 80 Meter tiefen Rettungsschacht unter schwierigsten Bedingungen einen waagerechten Tunnel graben, hätten in etwas mehr als zwölf Stunden rund eineinhalb von insgesamt 3,8 Metern geschafft, berichteten Medien unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Man hoffte, den Jungen noch im Laufe des Freitags bergen zu können.

Weil die Bergarbeiter auch in der Nacht zum Freitag auf extrem harten Felsen gestoßen seien, seien zwei Mikrosprengungen zur Lockerung des Bodens durchgeführt worden, berichteten die Zeitung „La Vanguardia“ und andere spanische Medien unter Berufung auf die Vertretung der Madrider Zentralregierung in Andalusien.

08.15 Uhr: Wie die Bild berichtet, wurden gegen 17.33 Uhr am Donnerstagabend die ersten Einsatzkräfte in einem Metallkäfig in den rund 110 Meter tiefen Schacht runtergelassen. Dort graben die Minenarbeiter mit Händen und Spitzhacken nach dem Kind. Insgesamt müssten dafür rund vier Meter gegraben werden. Julen soll dann am Abend endlich von den Arbeitern erreicht werden. Ob die Rettung für das Kind an Tag 12 noch rechtzeitig kommt, bleibt einem Wunder überlassen. 

Zwei Wochen Kampf - umsonst. Der Junge wird in der Nacht auf Samstag tot geborgen.

Endphase: Letzte Grabungen beginnen endlich

21.40 Uhr: Seit elf Tagen wird Julen in einem Bohrloch vermisst, die Rettungsaktion ist in vollem Gange. Nun scheint man dem Zweijährigen jedoch einen entscheidenden Schritt näher gekommen sein. Wie der Sprecher der Einsatzkräfte, Ángel García Vidal, sagt, hätten die Minenarbeiter in den vergangenen Tagen einen zweiten Schacht gebohrt. Der verlaufe parallel zu dem Schacht, in dem der Junge vermutet wird. Donnerstagabend würden die ersten Arbeiter in die neu gebohrte Öffnung hinuntergelassen werden, um an einer Querverbindung zu graben. Das Unterfangen könnte aber bis zu 24 Stunden dauern. 

Wie bild.de berichtet, würden die Männer jeweils in Zweierteams für 30 Minuten mit Spitzhacken und Presslufthämmern hinuntergelassen werden. Außerdem bräuchten sie eine Sauerstoffmaske. Die Arbeiter könnten nur knieend oder liegend graben, so extrem seien die Bedingungen. Wann und ob Julen gefunden werden kann, bleibt also weiterhin fraglich. 

Während die Bergungsaktion im vollen Gange ist, kamen Julens Eltern Donnerstagabend zu einer Mahnwache unweit des Schachts. Dort würden sie beten, „damit Gott dieses Wunder vollbringt und er den Bergarbeitern, Julen und seinen Eltern Kraft gibt“, zitierte das spanische Fernsehen einen Vertrauten der Familie. 

Julens Eltern nehmen an einer Mahnwache für ihren zweijährigen Sohn teil.

Spanien: Rettungs-Helikopter schwebt über Bohrloch - Experten äußern schlimmen Verdacht

15.42 Uhr: Noch immer gibt es kein Lebenszeichen von dem 2-jährigen Julen. Seit rund elf Tagen scheint das Kind in dem insgesamt 107 Meter tiefen Bohrloch verschwunden. Die Suche nach dem Jungen verzögerte sich in den vergangenen Tagen immer wieder, doch die Einsatzkräfte geben die Hoffnung nicht auf, das Kind lebend zu finden. Während das Schicksal des verschwundenen Kindes weltweit für Aufsehen sorgt, spricht nun ein Experte im spanischen TV. 

Luis Avial von der Geophysik-Firma Falcon High Tech äußert erhebliche Zweifel an dem Jungen im Bohrloch: „Ich halte es für nahezu unmöglich, dass der Junge in diesem Schacht drin ist“, so Avial. Durch die extreme Enge des Schachtes hätte das Kind im oberen Teil des Bohrlochs bereits stecken bleiben müssen. Durch seine dicke Winterjacke und Unebenheiten im Erdreich wäre es nahezu unmöglich, dass das Kind in einem Rutsch nach unten gefallen wäre, berichtet die FAZ. Auch der erfahrene Schachtbauer Francisco Barranquero hegt Zweifel an dem Schicksal des Jungen. 

„Ist es möglich, dass ein Kind da nicht steckenbleibt und bis ganz unten durchrutscht? Ich sage Dir, das ist sehr unwahrscheinlich“, so Barranquero im Interview mit „El Español“. Der Vater des Kindes beteuert jedoch seit nun elf Tagen, dass das Kind beim Spielen in die Öffnung gerutscht sei. Auch eine leere Tüte mit Süßigkeiten, die innerhalb des Schachts gefunden wurde, spricht dafür, dass Julen in dem rund 107 Meter tiefen Schacht verschwunden sei. 

Wann der Junge endlich gefunden wird, scheint noch immer nicht klar. Einsatzkräfte bohren auch am Donnerstag nach dem Kind. 

Bergung läuft schleppend - Wann wird Julen endlich gefunden? 

10.06 Uhr: Die Bergung des kleinen Julen aus einem tiefen Brunnenschacht in Südspanien ist am Donnerstag nur schleppend angelaufen. Ein achtköpfiges Team von Bergarbeitern wartete am Morgen zunächst auf seinen Einsatzbeginn. Die Spezialisten sollen vom Grund eines in den vergangenen Tagen gebohrten Parallelschachts einen waagerechten Tunnel zu der Stelle graben, an der der Zweijährige vermutet wird. Am Mittwoch hatten neue Probleme bei der Sicherung des Rettungslochs die Arbeiten weiter verzögert.

Spanische Medien berichteten unter Berufung auf die Einsatzkräfte im andalusischen Totalán, dass die ersten beiden Minenarbeiter aber voraussichtlich im Lauf des Donnerstag mit einer speziellen Kapsel in den Schacht herabgelassen werden. Die Kumpel sollen sich jeweils in Zweierteams für etwa 30 Minuten unter anderem mit Spitzhacken und Presslufthämmern vorarbeiten und dann abgelöst werden. Die Bedingungen seien dabei extrem, wegen der Enge könnten die Männer nur knieend oder liegend graben, hieß es.

Wird Julen heute endlich gerettet? Helikopter schwebt über Bohrloch

Update vom 24. Januar 2019, 09.05 Uhr: Wie dieBild berichtet, soll sich die Rettung des kleinen Julen endlich in der entscheidenden Phase befinden. Demnach schwebe sogar ein Hubschrauber über dem Unglücksort in Totalán. Seit den frühen Morgenstunden graben sich Minenarbeiter mit Schaufeln und Händen zu dem kleinen Jungen vor. Der angeforderte Hubschrauber stehe nicht nur für eventuelle Notfälle der Einsatzkräfte bereit, auch die Rettung des 2-Jährigen soll damit gewährleistet werden. Sollte Julen trotz seiner langen Zeit im Bohrloch überlebt haben, muss der Junge so schnell es geht ins Krankenhaus geflogen werden. 

Update vom 23. Januar 2019: Helfer haben am Mittwoch in Spanien einen Bergungsschacht fertiggestellt, der bei der Suche nach dem in ein Bohrloch gestürzten kleinen Julen helfen soll. Am Morgen habe ein Tunnelbohrer die Vergrößerung des Schachtes beendet und Techniker hätten begonnen, die Stabilisierungsrohre einzusetzen, erklärte die Unterpräfektur der Provinz Malaga. Der bereits am Dienstag fertiggestellte Schacht hatte verbreitert werden müssen, weil die zur Stabilisierung vorgesehenen Rohre nicht passten.

Sobald der Schacht durch die Rohre stabilisiert ist, soll ein Team von Bergbauexperten in den Schacht hinabgelassen werden und mit dem Bau eines vier Meter langen horizontalen Verbindungstunnels bis zu dem Bohrloch beginnen, in das der Zweijährige am Sonntag vor einer Woche gestürzt war. Die Experten hoffen, Julen dann bergen zu können.

In Bohrloch gefallen: Erneuter Rückschlag bei Suche nach Julen

Update vom 19. Januar 2019: Erneuter Rückschlag bei der Suche nach einem in ein Bohrloch gefallenen kleinen Jungen in Spanien: Bei den Vorbereitungen für die Bohrung eines zweiten, vertikalen Schachts gebe es Komplikationen, sagte der Ingenieur Angel García Vidal am Freitag vor Journalisten. Sein Team sei auf einen "massiven Felsblock" aus Schiefer gestoßen, wodurch sich die Arbeit weiter verzögere.

Vidal zufolge sollte in der Nacht zum Samstag mit den Bohrarbeiten begonnen werden, dafür stünden Helfer, Maschinen und zwei Bohrgeräte bereit. Unter "günstigen Bedingungen" könnten die Bohrarbeiten in 15 Stunden abgeschlossen werden. "Sie können zuversichtlich sein, wir werden Julen erreichen", sagte der Ingenieur.

Der zweijährige Julen war nach Angaben seiner Familie am Sonntag in der Nähe der andalusischen Gemeinde Totalán in das Loch gefallen, während seine Eltern in der Nähe picknickten. Der 110 Meter tiefe Erkundungsschacht mit einem Durchmesser von nur 25 Zentimetern war laut örtlichen Medien im Dezember bei der Suche nach Wasser gebohrt worden. Demnach war das Loch nicht abgesichert.

Mit einem Großaufgebot versuchten die Einsatzkräfte seitdem in einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit, den Jungen zu finden und zu bergen. Geröll und Erde, die Julen bei seinem Sturz offenbar mit sich gerissen hatte, blockieren in etwa 70 Metern Tiefe das Loch, zudem ist es zu eng für die Bergungskräfte. Niemand weiß, ob Julen noch lebt.

Wettlauf mit der Zeit: Rettung von Zweijährigem „sehr kompliziert“

Unser Artikel vom 17. Januar 2019:

Totalán - Bei der Suche nach dem kleinen Julen haben die Einsatzkräfte Haare des Zweijährigen gefunden. DNA-Tests der spanischen Polizei ergaben, dass sie zu dem Kind gehören. Die Behörden werten dies als ersten Beweis dafür, dass er noch in dem engen und mehr als hundert Meter tiefen Bohrloch sein muss.

Ein Lebenszeichen von Julen gibt es jedoch weiter nicht. Der Bürgermeister des nächstgelegenen Ortes Totalán sprach von einem Hoffnungsschimmer, der „jede Minuten abnimmt“. 

Vater von Julen: „Wir fühlen uns wie tot“

Der Vater des verunglückten Jungen sagte: „Wir sehen ein wenig Licht.“ Seine Frau und er fühlten sich wie „tot". Sie hofften aber auf einen Schutzengel, der ihr Kind lebend zurückbringe.

Mit einem Großaufgebot versuchten die Einsatzkräfte weiter, den Jungen zu finden und aus dem nur 25 Zentimeter breiten Schacht zu retten. Zuvor war bereits eine Tüte mit Süßigkeiten gefunden worden, die der Kleine bei sich getragen haben soll.

Neue Rettungsmaßnahmen bereiten Probleme

Der Einsatz ist kompliziert. Versuche, den Vermissten mit zwei in den Schacht herabgelassenen Kameras zu orten, schlugen bislang fehl. Die Retter versuchen, zu dem bestehenden Loch zwei Schächte zu bohren - einen parallel verlaufenden und einen schräg auf das Bohrloch zulaufenden, um den Jungen zu erreichen.

Die Arbeiten an dem vertikalen Schacht kämen gut voran, sagte eine Einsatzkraft den Journalisten vor Ort. Der zweite Schacht aber mache „Probleme“. Ihn in weniger als zwei Tagen fertig zu haben, sei „sehr kompliziert“. Am fünften Tag der Suche schwand die Hoffnung, den Jungen noch lebend bergen zu können.

Totalán liegt in einer Bergregion im Süden Spaniens. Der Zweijährige war nach Angaben seiner Familie am Sonntag in das Loch gefallen, während seine Eltern in der Nähe picknickten. 

Der Schacht wurde illegal gebohrt

Der 110 Meter tiefe Schacht mit einem Durchmesser von nur 25 Zentimetern war laut örtlichen Medien im Dezember bei einer Erkundungsbohrung entstanden. Demnach war das Loch nicht abgesichert.

Der Rettungseinsatz sorgte landesweit für Schlagzeilen. Regierungschef Pedro Sánchez bekundete der Familie auf Twitter sein Mitgefühl und rief sie dazu auf, die Hoffnung nicht aufzugeben.

Mann in Osnabrück vermisst: Polizei sucht mit Hubschrauber - und nennt weitere Details

AFP/frs

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