Tochter: Das ist „grausam“

Seit 73 Jahren feiern sie Weihnachten zusammen - ein herzloses Pflegesystem trennt sie jetzt 

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Traurige Weihnachten für zwei kanadische Senioren: Kurz vor dem Fest wurden sie von einem Pflegeheim getrennt. 

Perth Andover - Wie herzlos! Seit 73 Jahren sind Audrey und Herbert Goodine ein Paar, seit 69 Jahren sind die Kanadier verheiratet. Das „Fest der Liebe“ - Weihnachten - haben sie in all den Jahren immer zusammen gefeiert. Noch im hohen Alter gehen sie liebevoll miteinander um, schlafen zusammen in einem Bett, passen aufeinander auf. 

Das Weihnachtsfest 2017 wird für die 89-Jährige und ihren Ehemann (91) jedoch traurig sein. Kurz vor dem Fest wurden sie voneinander getrennt. 

Seit drei Jahren lebt das Ehepaar im Altenheim „Victoria Villa“. Zusammen in einer Unterkunft. Bei einer ärztlichen Untersuchung wurde nun jedoch festgestellt, dass Herbert Goodine eine höhere Pflegestufe braucht. Zu hoch für seinen bisherigen Wohnsitz, das Heim konnte ihn nun nicht weiter betreuen. 

„Für uns ist Weihnachten gestorben“

Der Demenzkranke wurde in ein andere Pflegeheim in Plaster Rock verlegt, eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt von seiner Frau. Ihre Tochter, Dianne Phillips, brachte das Schicksal über Facebook an die Öffentlichkeit und beschwerte sich über die Heimleitung. Ihre Mutter habe bitterlich geweint, als sie von der Verlegung erfuhr. Zu ihrer Tochter habe sie tieftraurig gesagt: „Für uns ist Weihnachten gestorben. Es wird das schlimmste Weihnachten, das wir jemals haben werden. Warum konnten sie nicht zumindest bis nach den Feiertagen warten?!“

Genau eine solche Verschiebung versuchte Dianne Phillips noch bei der Heimleitung durchzusetzen - doch vergeblich. Man müsse an die Sicherheit der Bewohner denken, rechtfertigte sich Heimleiterin Jennifer Eagan gegenüber dem kanadischen Sender CBC. „Wenn jemand eine höhere Pflegestufe bekommt, muss ich mich an Regeln halten. Es ist egal, wann genau im Jahr das passiert – auch wenn es so kurz vor Weihnachten natürlich unglücklich ist.,“ 

Die Tochter des hochbetagten Paares hat dennoch kein Verständnis für dieses Vorgehen. Das Pflegesystem sei „unethisch und grausam“. Dass die Mitarbeiter der „Victoria Villa“ nun Todesdrohungen von aufgebrachten Menschen bekamen, die über den Fall in den Nachrichten hörte, bedauert sie. Sie wollte nur das Pflegesystem kritisieren, nicht die Heimleitung, erklärte Philipps gegenüber CBC

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