Studie unter Schülern

Schockbilder schrecken junge Nichtraucher ab

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Zigarettenschachtel mit Schockfoto einer Lungenoperation und Warnhinweis. Eine Studie zeigt, dass solche Schockbilder junge Nichtraucher abschrecken können. Foto: Daniel Bockwoldt

Millionen Menschen sterben jedes Jahr weltweit an den Folgen des Rauchens. Anti-Tabak-Maßnahmen sollen diese Zahlen senken - doch ihre Wirkungen sind umstritten. Eine Studie belegt nun, dass Schockbilder junge Nichtraucher abschrecken.

Hamburg/Kiel (dpa) - Schockbilder auf Zigarettenschachteln verstärken bei jungen Nichtrauchern negative Haltungen zum Rauchen. Auf rauchende Schüler wirken sie deutlich weniger emotional. Dies ergab eine Studie des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung für die Krankenkasse DAK.

Befragt wurden gut 6900 Schüler aus 408 fünften bis zehnten Klassen an 44 Schulen in sechs Ländern. 80 Prozent sagten, sie hätten noch nie geraucht.

"Unsere Studie zeigt, dass die Warnhinweise in beträchtlichem Maße negative Emotionen auslösen, wobei Jugendliche, die noch nie geraucht haben, stärker emotional reagierten als rauchende Jugendliche", sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Die Fotos könnten also einen präventiven Effekt haben.

Von drei Warnhinweisen - "Rauchen verursacht 9 von 10 Lungenkarzinomen", "Rauchen mindert Ihre Fruchtbarkeit" und "Kinder von Rauchern werden oft selbst zu Rauchern" - sprach der erste emotional am stärksten an. Auf einer Skala von 1 (stimmt gar nicht bis 4 (stimmt genau) kamen die Nichtraucher bei der Kategorie Angst auf 2,7, bei Ekel auf 3,4 und bei Traurigkeit auf 2,3.

Die Werte bei den Rauchern lagen mit 1,8 sowie 2,7 und 1,6 beträchtlich darunter - wie bei den anderen Warnhinweisen auch. Weniger als zehn Prozent der Raucher sagten zur Warnung vor Lungenkrebs bei der Kategorie Angst "Stimmt genau". Immerhin mehr als ein Drittel tat dies bei der Rubrik Ekel.

Zwar rauchen heute weniger Menschen als noch vor Jahren. Doch laut DAK greift in Deutschland jeder Vierte zur Zigarette. Jeder siebte Todesfall sei auf die Folgen des Rauchens zurückzuführen. Seit 2016 muss auch in Deutschland ein großer Teil der Fläche von Tabakverpackungen für warnende Bilder und passende Texte reserviert sein.

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