Verstorbene deutsche Lepraärztin

Ruth Pfau erhält in Pakistan Staatsbegräbnis

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Ruth Pfau erhält in Pakistan Staatsbegräbnis.

Die Lepraärztin Ruth Pfau war am 10. August im Alter von 87 Jahren in Karachi gestorben. Nun soll sie in Pakistan ein Staatsbegräbnis erhalten.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat das für Samstag im pakistanischen Karachi geplante Staatsbegräbnis für die verstorbene deutsche Ordensfrau und Lepraärztin Ruth Pfau begrüßt. Der Entschluss sei "vorbildlich und zukunftsweisend", erklärte ZdK-Präsident Thomas Sternberg am Freitag in Bonn. Es gehe nicht nur darum, Pfaus Engagement angemessen zu würdigen. Der Staatsakt sei auch ein Zeichen gegen die soziale Ausgrenzung kranker Menschen.

Pfau war am 10. August im Alter von 87 Jahren in Karachi gestorben. Die gebürtige Leipzigerin war 1960 nach Pakistan gekommen, wo dank ihrer Hilfe und ihres Einsatzes insgesamt mehr als 50.000 Menschen von Lepra geheilt wurden. Mit Unterstützung der Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe baute Pfau in Karachi eine moderne Spezialklinik auf und errichtete in Pakistan ein flächendeckendes und bis heute funktionierendes Netz von Lepra- und Tuberkulosestationen.

Pfau, die auch "Mutter der Leprakranken" genannt wurde, erhielt für ihre Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Albert-Schweizer-Preis und den deutschen Fernsehpreis Bambi. 1979 wurde sie in Pakistan auch zur Ehrenbürgerin und nationalen Beraterin für Leprafragen im Rang einer Staatssekretärin ernannt. Bis zu ihrem Tod setzte sie sich für Menschenrechte, Völkerverständigung sowie für die Achtung aller Religionen ein.

"Tatkräftige Christen" wie Pfau motivierten "immer wieder neu zum unermüdlichen Einsatz für die Menschenwürde und Menschenrechte", erklärte ZdK-Präsident Sternberg. Der Staatsakt auf dem christlichen Friedhof in Karachi und die in das Regionalparlament eingebrachte Resolution, eine Straße oder ein öffentliches Gebäude nach Pfau zu benennen seien "auch Zeichen der Völkerverständigung, über die wir uns sehr freuen", fügte er hinzu.

An Lepra erkranken jedes Jahr weltweit zwischen 220.000 und 250.000 Menschen, vorwiegend in den Tropen und Subtropen. Lepra wird durch Mycobacterium leprae hervorgerufen. Nach einer Inkubationszeit von neun Monaten bis zu maximal 20 Jahren können sehr verschiedene klinische Symptome auftreten. Sie umfassen Hauterscheinungen und Nervenschädigungen, die zu Sensibilitätsstörungen und Lähmungen führen können. Viele Betroffene werden sozial ausgegrenzt.

afp

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