1. Hersfelder Zeitung
  2. Panorama

Sturmtief „Antonia“: Warnung vor Sturmflut am Montag – Sturmböen bis 100 km/h

Erstellt:

Von: Lukas Rogalla, Svenja Wallocha, Lucas Maier, Sarah Neumeyer

Kommentare

Sturmtief „Antonia“ zieht über Deutschland hinweg. Auch für Montag veröffentlicht der DWD Sturmwarnungen.

>>> News-Ticker aktualisieren <<<

+++ 15.06 Uhr: Eine Sturmflut jagt derzeit die nächste: Für Montagabend (21.02.2022) hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) für die deutsche Nordseeküste erneut vor der Gefahr einer Sturmflut gewarnt. An der ostfriesischen Küste werde das Hochwasser bis zu 1,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser ausfallen, teilte das BSH am Montagmittag mit. An der Nordsee-Küste und im Weser- und Elbegebiet, und damit auch in Hamburg, soll das Hochwasser 1,5 bis 2 Meter höher sein als normal. Die Sturmflutgefahr besteht bis etwa 20.30 Uhr.

Den Angaben zufolge ist es bereits die elfte Sturmflut in Hamburg in diesem Jahr. Und damit ist auch vorerst noch nicht Schluss. Denn die nächste Sturmflut wird bereits für Dienstagmorgen (22.02.2022) erwartet, wie eine Sprecherin sagte. „Und aller Voraussicht nach steht auch für Mittwochmorgen noch einmal eine an.“ Von einer Sturmflut spricht man, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

Feuerwehrleute retten in der Speicherstadt während einer Sturmflut beim Hochwasser der Elbe einen Mann aus seinem Auto, der zuvor versehentlich in das Wasser gefahren war.
Feuerwehrleute retten in der Speicherstadt während einer Sturmflut beim Hochwasser der Elbe einen Mann aus seinem Auto, der zuvor versehentlich in das Wasser gefahren war. © Daniel Bockwoldt/dpa

Sturm „Antonia“: Neue Unwetter-Warnungen am Montag – Sturmböen bis 100 km/h

+++ 11.23 Uhr: Ab Montagnachmittag wird es in Deutschland noch einmal stürmisch. Laut Wetter-Experte Dominik Jung zieht ein Randtief an Deutschland vorbei und bringt von Niedersachsen bis nach Rheinland-Pfalz nochmal kurzzeitig schwere Sturmböen bis 100 km/h. Der DWD hat für Deutschland erneut Wetterwarnungen veröffentlicht.

In Hamburg hat Sturm „Antonia“ am Montagmorgen eine Sturmflut verursacht. Der Hamburger Fischmarkt im Stadtteil Altona wurde erneut überschwemmt. Nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) überschritt der Wasserstand das mittlere Hochwasser um etwa 1,5 Meter. Ab Mittwoch (23.02.2022) soll es dann in ganz Deutschland wieder ruhiger werden.

Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle ist am Montagmorgen (21.02.2022) während einer Sturmflut beim Hochwasser der Elbe überschwemmt.
Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle ist am Montagmorgen (21.02.2022) während einer Sturmflut beim Hochwasser der Elbe überschwemmt. © Daniel Bockwoldt/dpa

Sturm „Antonia“: Wetterwarnungen für ganz Deutschland – Hausdach mitgerissen

+++ 09.52 Uhr: Sturmtief „Antonia“ ist in der Nacht über Deutschland gezogen und hat für einige Schäden gesorgt. Die Feuerwehren in mehreren Städten meldeten Einsätze wegen beschädigter Häuser und umgestürzter Bäume. Auch beim Zugverkehr kam es zu Einschränkungen. Die Deutsche Bahn hatte wegen des Unwetters am Sonntagabend ihren Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen eingestellt. Am Montagmorgen war nach Angaben des Unternehmens mit Ausfällen und Verspätungen auf etliche Zugstrecken in dem Bundesland zu rechnen.

Stürmisch soll es auch am Montag weitergehen. Für alle Regionen Deutschlands war die Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Morgen mindestens orange eingefärbt – im Süden und vor allem im Südwesten am Alpenrand auch rot. Dort bestanden Unwetterwarnungen der Stufe 3 vor Sturm- und Orkanböen. Auf dem Brocken lag die Warnstufe gar bei 4 - also bei der Stufe für extreme Unwetter. „Die Sturmlage müssen wir bis zum Montag noch durchstehen“, hatte ein DWD-Meteorologe in Offenbach noch am Sonntag vorhergesagt. Erst ab dem Abend beruhige sich das Wetter. „Der Wind wird die Woche aber weiter Thema bleiben“, erklärte er. „Allerdings wird das eine ganz andere Hausnummer als das, was wir in diesen Tagen erleben.“

Der DWD warnt am Montag erneut vor Sturmböen in Deutschland.
Der DWD warnt am Montag erneut vor Sturmböen in Deutschland. © Screenshot DWD (Stand: 21.02.2022, 11.09 Uhr)

Sturm „Antonia“ zieht über Deutschland: Orkanböen bis zu 149 km/h – Hausdach mitgerissen

Update vom Montag, 21.02.2022, 7.55 Uhr: Sturmtief „Antonia“ zog in der Nacht zum Montag (21.02.2022) über weite Teile Deutschlands hinweg. Für zahlreiche Regionen von der Ostseeküste bis zum Alpenrand bestanden in der Nacht Unwetterwarnungen vor Sturm- und Orkanböen.

In Baden-Württemberg gab es schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometer pro Stunde, auf dem Feldberg wurde der Höchstwert von 149 Kilometern pro Stunde gemessen. „Zur Zeit wird das Land von der Kaltfront überquert, sie zieht im Laufe des Vormittags südostwärts ab“, erklärte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Im Flachland sei der Sturm aber eher etwas schwächer ausgefallen als zuletzt die Sturmtiefs „Ylenia“ und „Zeynep“.

Sturm „Antonia“ reißt Hausdach mit sich

Dennoch kam es in Folge des Sturms zu Schäden. Auf der Fehmarnsundbrücke in Schleswig-Holstein kippte ein Lkw durch den Wind um. Der Fahrer sei unverletzt geblieben, berichtet Tagesschau.de. In Nordrhein-Westfalen zerstörte der starke Wind Hausdächer. In Herdecke nahe Dortmund riss der Sturm das Dach eines Hauses mit sich, das schließlich auf einem anderen Dach landete.

Sturmtief „Antonia“ zieht über Deutschland hinweg. Auf der Fehmarnsundbrücke kippt ein Lkw um.
Sturmtief „Antonia“ zieht über Deutschland hinweg. Auf der Fehmarnsundbrücke kippt ein Lkw um. © BEAUTIFUL SPORTS/Angenendt/Imago

Umkippende Bäume beschädigten mehrere Autos. In Solingen riss ein umstürzender Baum etwa 200 Meter einer Busoberleitung ab. Die Strecke könne deswegen für Busse möglicherweise für Tage nicht befahrbar sein, berichtete die Polizei.

Auch am Montagmittag (21.02.2022) rechnen Meteorologen in Nordrhein-Westfalen mit schweren Sturmböen, die im Bergland auch orkanartig ausfallen können.

Sturm „Antonia“ zieht über Deutschland: Orkanböen bis 120 km/h – Züge fallen aus

+++ 21.41 Uhr: Wegen des Sturmtiefs „Antonia“ stellt die Deutsche Bahn den Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen am Sonntagabend (20.02.2022) ein. „Wir schicken ab 20.00 Uhr keine neuen Züge mehr auf die Strecke. Alle, die jetzt noch unterwegs sind, fahren aber natürlich noch bis zu ihrem Zielbahnhof“, sagte eine Bahn-Sprecherin auf Anfrage der dpa. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, betonte die Sprecherin. Am Montagmorgen sollen S-Bahnen und Regionalzüge dann voraussichtlich den Betrieb wieder aufnehmen. In Nordhessen ist der öffentliche Nahverkehr aufgrund des Sturms ebenfalls stark eingeschränkt, ab 22 Uhr fallen viele Verbindungen aus.

Da aber mit Sturmschäden zu rechnen sei, müssten am Morgen „umfangreiche Erkundungsfahrten“ erfolgen, teilte die Deutsche Bahn mit. Fahrgäste sollten sich daher frühzeitig über ihre Fahrt informieren. Ersatzverkehr könne nicht sichergestellt werden. „Wir empfehlen deshalb dringend, nicht unbedingt notwendige Fahrten zu verschieben“, so die Deutsche Bahn.

Sturm „Antonia“ zieht über Deutschland: Orkanböen bis 120 km/h – Wetter-Experte warnt

+++ 17.20 Uhr: Die Unwetterserie in Deutschland reißt nicht ab, nach Sturmtief „Zeynep“ kommt am Sonntag Tief „Antonia“. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat deutschlandweit Warnungen vor Sturm- oder Orkanböen veröffentlicht. Demnach sind ab 22 Uhr in einigen Regionen orkanartige Böen mit bis zu 120 Kilometer pro Stunde sowie Schauer und Gewitter möglich. Laut Wetter-Experte Dominik Jung könnte „Antonia“ so heftig werden wie „Ylenia“.

„Die Wetterlage ist sehr brisant“, erklärt Jung. „Nach zwei heftigen Stürmen ist vielen in Deutschland angeknackst. Das gilt besonders für die Wälder. Nun donnert nochmal ein starker Sturm über uns hinweg. Er bringt im Nordwesten auch Dauerregen und Hochwasserpotenzial!“ Am Montagnachmittag komme dann nochmal ein starkes Sturmfeld im Westen Deutschlands an.

Der DWD warnt in der Nacht zu Montag (21.02.2022) vor Sturm.
Der DWD warnt in der Nacht zu Montag (21.02.2022) vor Sturm. © Screenshot DWD (Stand: 20.02.2022, 17.05 Uhr)

Der Deutsche Wetterdienst mahnt zur Vorsicht. Es können Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. „Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände“, teilt der DWD mit und rät davon ab, sich im Freien aufzuhalten.

Sturm „Antonia“ zieht über Deutschland: DWD warnt vor weiteren Unwettern

+++ 13.15 Uhr: An der Unwetterfront in Deutschland ist erstmal noch keine Entspannung zu erwarten. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet, kann es in der Nacht auf Montag (21.02.2022) nochmals zu teilweise gefährlichen Stürmen in der Bundesrepublik kommen.

Die Sturmlage müssen wir bis zum Montag noch durchstehen

Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach

Verantwortlich hierfür ist das Sturmtief „Antonia“, so die dpa. Begleitet wird der Wind von einer Kaltfront und wird von Nordwest nach Südost über Deutschland ziehen. „Antonia“ birgt die Gefahr von heftigen Stürmen und orkanartigen Böen, die eine Geschwindigkeit von bis zu 115 km/h erreichen können.

DWD kündigt Unwetter an: Am Montagmorgen wir auch der Süden betroffen sein

Doch nicht nur mit heftigem Sturm und Wind muss gerechnet werden, auch kräftige Schauer und Gewitter sind zu erwarten. Die orkanartigen Böen können an der Ostsee bis zum Montagvormittag anhalten. Den Süden des Landes erreicht die Unwetterfront, dann am Montagmorgen. Bis zum Mittag wird hier aber wohl das schlimmste überstanden sein.

Bei fünf bis elf Grad, bleibt aber auch der Montag ein stürmischer und regnerischer Tag, so der DWD. Ab Dienstag ist mit einer deutlichen Entspannung der Wetterlage zu rechnen, auch wenn der Wind in kleinerem Maßstab auch die Woche über Thema bleiben wird.

Weitere interessante Informationen und Prognosen finden Sie auf unserer Themenseite mit dem Fokus Wetter-News*.

Neue Unwetter drohen: Nach „Zeynep“ kommt am Sonntag Sturmtief „Antonia“

+++ 09.28 Uhr: Ab dem späten Sonntagvormittag kommt es vielerorts wieder zu starken Windböen. In exponierten Lagen und den Mittelgebirgen kommt es auch zu stürmischen und orkanartigen Böen bis 90 km/h. „Nach dem Sturm ist vor dem Sturm“, sagte Diplom-Meteorologe Dominik Jung gegenüber wetter.net. Besonders in der Nacht zum Montag, sei wieder mit schwerem Sturm zu rechnen. Erst in der Nacht zum Dienstag soll sich das Wetter wieder etwas entspannen: Dann klingt der Regen ab und der Wind lässt nach.

BezeichnungWindgeschwindigkeiten (Kilometer pro Stunde)
Steifer Wind50 bis 61 km/h
Stürmischer Wind62 bis 74 km/h
Sturm75 bis 88 km/h
Schwerer Sturm89 bis 102 km/h
Orkanartiger Sturm103 bis 117 km/h
Orkanab 118 km/h
Quelle: DWD

Erstmeldung vom Sonntag, 20.02.2022, 07.54 Uhr: Kassel – Das ganze Ausmaß der von den Sturmtiefs „Ylenia“ und „Zeynep“ verursachten Schäden ist noch gar nicht erfasst, da droht bereits neues Ungemach: Sturmtief „Antonia“ soll am heutigen Sonntag (20.02.2022) zunächst starke bis stürmische Böen bringen. Turbulent könnte dann wieder die Nacht zum Montag werden, teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.

Schwere Sturmböen oder orkanartige Böen seien möglich. Besondere Gefahr geht von Bäumen aus, wie DWD-Meteorologe Adrian Leyser erklärte: „Die ohnehin durch die vorangegangenen Stürme in Mitleidenschaft gezogenen und in teilweise stark aufgeweichten Böden stehenden Bäume können dabei leicht umstürzen.“

Mindestens drei Tote in Deutschland durch Sturm „Zeynep“

Orkantief „Zeynep“ hatte zum Start ins Wochenende für Sturmflut im Norden, Ausfälle im Bahnverkehr und Unfälle auf den Straßen gesorgt. Mindestens drei Menschen starben in Deutschland. Nach einer ersten Schätzung verursachte „Zeynep“ versicherte Schäden von über 900 Millionen Euro. Der Sturm sei der intensivste seit „Kyrill“ im Jahr 2007 gewesen, teilte die auf Versicherungsmathematik spezialisierte Unternehmensberatung Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) mit. Die versicherten Schäden des vorangegangenen Sturms „Ylenia“ hatte das Unternehmen auf 500 Millionen Euro geschätzt. Die Gesamtschäden sind bei Stürmen in aller Regel höher, zum Teil ganz erheblich.

Immense Folgen hatten die Sturmtage auch für den Reiseverkehr. Die Deutsche Bahn (DB) hatte den Zugverkehr am Freitag teilweise eingestellt, die vor allem den Norden betreffenden Ausfälle hielten am Wochenende vielfach an. „Die Prognose für den Sonntag und auch den Montag bleibt schwierig“, hatte DB-Sprecher Achim Stauß am Samstagabend gesagt. Auf über 1000 Streckenkilometern gebe es an der Bahninfrastruktur Schäden. Räumtrupps seien rund um die Uhr im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und Oberleitungen zu reparieren.

Sturm „Antonia“ kann orkanartige Böen nach Deutschland bringen

Aufgrund der Unwetterschäden sei in Nordrhein-Westfalen sowie im Norden Deutschlands bis mindestens Montagnachmittag mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen, teilte die Bahn auf ihrer Website mit. Weiterhin verkehren keine Fernverkehrszüge nördlich von Dortmund und Berlin. Zwischen Berlin, Hannover und Köln sowie München, Hannover, Bremen und Hamburg fahren demnach vereinzelt ICE-Züge.

Hamburg erlebte beim „Zeynep“-Durchzug erstmals seit 2013 wieder eine sehr schwere Sturmflut* mit mehr als 3,5 Metern über dem mittleren Hochwasser. In Bremen krachte ein 55 Meter großer Baukran* in ein im Rohbau befindliches Bürogebäude, in Hamburg stürzten bei einem viergeschossigen Wohnhaus Teile der Fassade ein. In Bad Zwischenahn (Niedersachsen) kippte eine rund neun Meter hohe Fichte auf ein Klinikgebäude, verletzt wurde niemand. Die Nordseeinseln Wangerooge und Langeoog büßten erhebliche Teile ihres Badestrandes ein. Auch wenn der Start in die Woche womöglich noch einmal wild wird: Zum Dienstag soll sich das Wetter endlich beruhigen. (lrg/dpa/afp) *hna.de, 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare