Patriarchalische Gepflogenheit 

„Rache-Vergewaltigung“ in Pakistan: Perverse Methode zur Familienschlichtung

In Pakistan wurden zehn Männer nach einer Rache-Vergewaltigung festgenommen. Infolgedessen wurde der Streit zwischen den Familien schließlich beigelegt.

Pakistan - In Pakistan sind zehn Männer festgenommen worden, weil sie die Vergewaltigung einer Frau angeordnet haben sollen. Die Männer hätten vereinbart, dass die Frau aus Rache für eine mutmaßlich von ihrem Bruder begangene Vergewaltigung missbraucht werden sollte, teilte die Polizei am Dienstag mit. Demnach wurde auf diese Weise ein Streit zwischen zwei Familien beigelegt.

Tauschgeschäft: Vergewaltigung als Rettung vor dem Tod

Der Polizist Naeem Yousouf schilderte der Nachrichtenagentur AFP die Hintergründe der Tat, die sich vor einer Woche in der Stadt Toba Tek in der Provinz Punjab ereignete. Ein Junge sei beim Sex mit einer 16-Jährigen erwischt worden. Die ganze Nachbarschaft habe sich daraufhin versammelt und habe den Jungen töten wollen - dies habe die Familie des Jungen mit dem Angebot der Vergewaltigung verhindert.

Vergewaltigung als Streitschlichtungsmaßnahme

"Die Familie des Jungen gab der Familie des Mädchens die Möglichkeit, eine Frau aus ihrer Familie zu vergewaltigen", sagte Yousouf. "Sie suchten eine 40-jährige Frau aus, die dann vom Bruder des 16-jährigen Mädchens vergewaltigt wurde." Die beiden Familien hätten anschließend schriftlich festgelegt, dass ihr Streit damit beigelegt sei. Gegen die zehn Männer aus beiden Familien, die die Vereinbarung unterschrieben haben, wurden Ermittlungen eingeleitet.

Vergewaltigungen aus Rache sind im patriarchalisch geprägten Pakistan keine Seltenheit. Auf diese Weise werden häufig Streitigkeiten zwischen Männern bereinigt, um einen teuren und langwierigen Rechtsstreit zu umgehen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa / Henning Kaiser (Symbolbild)

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