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„Faszinierend“: Forscher entdecken erdähnlichen Planeten – „Bedingungen genau richtig“

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Von: Franziska Schuster

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Forscher haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht: 117 Lichtjahre entfernt kreist ein Planet um einen Stern, auf dem Leben möglich wäre.

London - Die Weiten des Weltalls stellen die Menschheit trotz des technischen Fortschritts noch immer vor ungelöste Rätsel. Forscher entdeckten jüngst ein mysteriöses Schwarzes Loch außerhalb der Milchstraße (BW24* berichtete). Es ist jedes Mal aufs Neue faszinierend, wenn Forscher wieder eine bedeutsame Entdeckung machen. Ein Forschungsteam aus Großbritannien hat einen mutmaßlichen Planeten entdeckt, auf dem Leben existieren könnte.

Nach Angaben des britischen Forscherteams der Royal Astronomical Society könnte dieser neue Planet eine zweite Erde darstellen. Solch eine Entdeckung eines erdähnlichen Planeten ist eine „völlig neue Beobachtung“, so die Forscher. Das Besondere: auf dem Stern ist es weder zu warm, noch zu kalt. Die Bedingungen sind „genau richtig“ für Leben.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 21.02.2022 veröffentlicht. Da er für unsere Leserinnen und Leser noch immer Relevanz besitzt, haben wir ihn erneut auf Facebook gepostet.

117 Lichtjahre entfernt: Planet liefert optimale Bedingungen für Leben - Existenz von Wasser möglich

Die Entdeckung des erdähnlichen Planeten lässt die Forscher hoffen: Gibt es dort draußen doch noch anderes Leben? Bietet der Stern Möglichkeiten, neue Ressourcen zu gewinnen? So oder so stellt zunächst noch die Distanz ein Problem dar. 117 Lichtjahre von unserer Erde entfernt liegt der neue Planet.

Kleinster erdähnlicher Planet außerhalb des Sonnensystems entdeckt
Forscher der Royal Astronomical Society haben 117 Lichtjahre entfernt einen Planeten entdeckt, auf dem Leben möglich wäre. © epa efe Eso/dpa

In der entdeckten „bewohnbaren Zone“ könnte durchaus Leben möglich sein, so die Forscher. Denn durch die weder zu kalten noch zu hohen Temperaturen sind ideale Bedingungen für die Existenz von Wasser gegeben. Damit wäre eine wichtige Grundvoraussetzung für Leben gegeben. Auf der ISS entdeckte ein Forschungsteam eine mysteriöse Lebensform*.

Der entdeckte Planet umkreist einen sogenannten „Weißen Zwerg“, einen eher kleinen und alten Stern, dem die Kennnummer WD1054-226 gegeben wurde. Sollte sich die Annahme der Wissenschaftler bestätigen, wäre es das erste Mal, dass ein lebensfreundlicher Planet in der Umlaufbahn eines Weißen Zwerges gefunden wurde. Auch eine Beobachtung des Hubble-Weltraumteleskops lässt staunen: Forscher entdecken zwei Galaxien im Todeskampf*.

Forscher entdecken ersten lebensfreundlichen Planeten, der einen Weißen Zwerg umkreist

Einen wissenschaftlichen Beweis für die Existenz des Planeten müssen die Wissenschaftler allerdings noch erbringen. „Die Möglichkeit eines größeren Planeten in der bewohnbaren Zone ist aufregend und auch unerwartet – wir haben nicht danach gesucht“, erklärte Farihi Jay, Studienleiter des Forschungsteams. „Es war ein Schock für das Team“, sagte er in einem BBC-Interview. Zudem entdeckten Forscher erstmals einen Exoplaneten außerhalb unserer Galaxie*.

Über den Planeten stolperten die Forscher der Royal Astronomical Society rein zufällig, als sie im Rahmen einer Studie den Weißen Zwerg beobachteten. Mit einer speziellen Hochgeschwindigkeitskamera auf, die sich im chilenischen La-Silla-Observatorium befindet, beobachteten die Forscher regelmäßige Lichteinbrüche. Das Besondere daran: 65 Wolken und mondähnlichen Strukturen umkreisen alle 25 Stunden den Weißen Zwerg. 

„Die mondgroßen Strukturen, die wir beobachtet haben, sind eher uneben und staubig und keine festen, kugelförmigen Körper. Ihre absolute Regelmäßigkeit ist ein Rätsel, das wir derzeit nicht erklären können“, erklärte Jay Farihi vom University College London. Die Fachleute mutmaßen, dass ein Planet die Schwerkraft von den Objekten beeinflussen muss.

Existenz des Planeten muss noch weiter belegt werden

Beweise für die Existenz des Planeten könnte als Nächstes der Vergleich von Computermodellen mit weiteren Beobachtungen des Weißen Zwergs und der ihn umkreisenden Strukturen liefern. Doch für das Forschungsteam ist „ihr Planet“ erst der Anfang. „In der Astronomie bedeutet ein einzelner Fund normalerweise, dass es sich um eine häufige Erscheinung handelt“, so Jay Farihi. Womöglich folgen noch ähnlich aufregende Entdeckungen. In den Weiten des Weltalls wäre das nicht unwahrscheinlich.

Eine Reise zum Planeten wird es allerdings nicht geben. Dafür ist er zum jetzigen Stand der Technik zu weit entfernt. Eine brisante Studie zeigte zudem, dass Weltraumreisen das Hirn schädigen können*. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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