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Omikron breitet sich rasend schnell aus: Neue RKI-Zahlen lassen nur einen Schluss zu

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Von: Patrick Mayer, Jennifer Lanzinger

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Die Omikron-Welle hat Deutschland und viele weitere Länder erfasst. In der Bundesrepublik weist deutlich mehr als die Hälfte aller Infektionen auf die Variante hin.

Update vom 13. Januar, 21.20 Uhr: Auch in Deutschland breitet sich die Omikron-Mutation weiter rasant aus. Dem Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist zu entnehmen, dass laut Meldedaten aus den Bundesländern in der ersten Kalenderwoche des Jahres 73 Prozent der auf Varianten untersuchten Corona-Nachweise der zunächst in Südafrika entdeckten Variante zugeordnet wurden. Damit sei laut dieser Datenquelle Omikron die vorherrschende Corona-Variante in Deutschland. In der Woche zuvor hatte der Anteil bei 51 Prozent gelegen. Berücksichtigt werden bei diesen Daten sowohl Nachweise per Erbgutanalyse als auch Verdachtsfälle durch sogenannte variantenspezifische PCR-Tests.

Aussagekräftiger, aber weniger aktuell als die Meldedaten, sind Erkenntnisse aus einer weiteren Quelle, einer Stichprobe: Hier fließen ausschließlich Ergebnisse vollständiger Erbgutanalysen von zufällig ausgewählten Proben ein. Der Omikron-Anteil in der letzten Woche 2021 lag demnach laut RKI-Bericht bei rund 40 Prozent. Dies entspricht etwa einer Verdopplung im Vergleich zur Woche zuvor.

Lauterbach sagt weitere Mutationen voraus und plädiert für Impfpflicht

Update vom 13. Januar, 13.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat angesichts stark zunehmender Corona-Infektionen eindringlich zu weiteren Impfungen aufgerufen. Für jeden, der eine Booster-Impfung möchte, stehe der Impfstoff zur Verfügung, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Bundestag. „Durch diese Kampagne kann es gelingen, aus der Wand der Omikron-Welle einen steilen Hügel zu machen oder zumindest die Höhe der Wand zu begrenzen.“

Lauterbach warb erneut auch für die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht. Dies sei „der sicherste und schnellste Weg aus der Pandemie heraus.“ Langfristig sei dies nur möglich, „wenn der allergrößte Teil der Bevölkerung so geimpft ist, dass schwere Verläufe auch mit neuen Varianten des Coronavirus nicht mehr erwartet werden können.“ Denn es müsse auch in Zukunft mit gefährlichen und besonders ansteckenden Varianten gerechnet werden. Daher solle eine Impfpflicht eingeführt werden - gründlich, aber zeitlich so, dass nicht ein viertes Pandemie-Jahr so eröffnet werden müsse wie jetzt.

Karl Lauterbach
Gesundheitsminister Karl Lauterbach spricht während einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage (Archivbild). © Kay Nietfeld/dpa

Update vom 12. Januar, 22 Uhr: Wie sicher weisen Antigen-Schnelltests eine Infektion mit der Omikron-Variante nach? Erste Ergebnisse aus dem Labor zeigten, „dass viele Tests selbst hochpositive Proben nicht erkennen, obwohl die Patienten, von denen die Proben stammen, sehr wahrscheinlich bereits ansteckend waren“, erzählt die Virologin Isabella Eckerle im Interview mit der Wirtschaftswoche. Die Wissenschaftlerin, die in Genf forscht, warnt: „Wer sich jetzt in ein Restaurant setzt, riskiert trotz aller Hygienemaßnahmen eine Omikron-Infektion.“

Omikron-Welle: Modellierer - 90 Prozent aller Infektionen durch Coronavirus-Variante

Update vom 12. Januar, 20 Uhr: Wie sehr hat die Omikron-Variante schon in Deutschland durchgeschlagen? Laut dem Pharmazieprofessor und Modellierer Thorsten Lehr dürfte Omikron bereits jetzt etwa 90 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in Deutschland ausmachen.

Der Norden sei schon jetzt stark betroffen, in den kommenden zwei Wochen werde sich die Virus-Variante auch im Westen und Süden weiter ausbreiten, erklärte der Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes im Gespräch mit dem Deutschlandfunk (Dlf). Ihm mache dagegen der Osten Sorgen, „weil wir hier noch schlechte Impfquoten haben“, sagte Lehr und prognostizierte: „Omikron legt jetzt richtig los.“

Omikron-Welle: Bericht aus Norwegen - Risiko einer Krankenhauseinweisung viel geringer als bei Delta

Update vom 12. Januar, 18 Uhr: Im Fall einer Ansteckung mit der Omikron-Variante des Coronavirus* ist das Risiko einer Krankenhauseinweisung nach Berechnungen der norwegischen Gesundheitsbehörden 69 Prozent geringer als bei Ansteckungen mit der Delta-Variante. Das erklärte das norwegische Gesundheitsinstitut FHI am Mittwoch in seinem Wochenbericht zur Corona-Pandemie. Im FHI-Bericht hieß es explizit: „Die Omikron-Variante hat ein wesentlich geringeres Risiko als die Delta-Variante, bei infizierten Personen eine schwere Form der Krankheit zu entwickeln - zumindest wenn sie geimpft sind.“

Die Omikron-Variante wurde laut FHI bei 32 Prozent der Corona-Patienten nachgewiesen, die in der ersten Woche des Jahres 2022 in Norwegen ins Krankenhaus kamen. Vier Wochen zuvor lag der Anteil noch bei 1,7 Prozent. Im selben Zeitraum hatte sich die Variante bei den Ansteckungen allerdings großflächig druchgesetzt und machte zuletzt rund 90 Prozent der Neuinfektionen aus.

Omikron-Welle: Virologe - Booster-Impfung schützt „relativ gut gegen eine Infektion mit Omikron“

Update vom 12. Januar, 16 Uhr: Eine der aktuellen Fragen in der Coronavirus-Pandemie ist, ob die Omikron-Variante die Impfungen umgeht.

„Ja, das tut sie zu einem gewissen Prozentsatz. Nicht zu 100 Prozent - gerade mit einer frischen Booster-Impfung ist man doch noch relativ gut gegen eine Infektion mit Omikron geschützt. Nicht ganz so gut wie gegen eine Delta-Infektion, aber eben auch deutlich besser, als wenn der Booster schon ein halbes Jahr zurückliegt“, erklärt der Virologe Martin Stürmer im Interview mit tagesschau24.de: „Insofern ist die Booster-Impfung nicht umsonst, sondern sie schützt eben am allerbesten vor einer Infektion mit Omikron. Dementsprechend kann ich auch nur dazu raten, die Angebote zu nutzen.“

Update vom 12. Januar, 14 Uhr: Inmitten steigender Corona-Zahlen startet in Deutschland wieder die Schule. Mediziner äußern sich über die Gefahr für Kinder und auf welche Omikron-Symptome man achten sollte.

Omikron-Welle ändert Lage in den USA erheblich - Experte äußert drastische Befürchtung

Ursprungsmeldung vom 12. Januar 2022: Washington - Die Corona*-Pandemie hat die Welt und auch Deutschland seit zwei Jahren fest im Griff. Am Mittwoch, 12. Januar, bestätigte das Robert-Koch-Institut einen neuen traurigen Infektionsrekord in Deutschland. Vor allem die neue Corona-Variante Omikron sorgt aktuell für steigende Infektionszahlen. Der US-Experte Anthony Fauci ist sich sicher: die besonders ansteckende Mutation wird so gut wie jeden Menschen treffen.

Omikron-Welle erfasst die Welt: Wird die Corona-Mutation tatsächlich fast jeden treffen?

„Mit der außergewöhnlichen und beispiellosen Effektivität der Übertragung wird Omikron letztlich fast Jeden finden“, sagte der Immunologe und Präsidentenberater am Dienstag, 11. Januar. Auch Geimpfte könnte die Corona*-Mutation treffen. Doch die meisten von ihnen würde es nicht schwer erwischen.

Schwere Infektionen oder gar eine Behandlung im Krankenhaus seien bei Omikron unwahrscheinlicher. Das erklärte Fauci im Gespräch mit dem Thinktank Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS). Am schlimmsten werde es jene treffen, die immer noch nicht geimpft seien, so der Experte. Auch in den USA tobt aktuell eine Omikron-Welle. Vollständig geimpft sind dort 208 Millionen Menschen, also knapp 63 Prozent der Bevölkerung. 76 Millionen Menschen haben bislang eine Auffrischungsimpfung bekommen.

Omikron-Mutation lässt Zahlen in die Höhe schießen: USA stark betroffen

Faucis Aussage kam nur wenige Stunden nach einer ähnlich klingenden Warnung der amtierenden Chefin der US-Arzneimittelbehörde FDA, Janet Woodcock. „Es ist schwer zu verarbeiten, was im Moment tatsächlich passiert, nämlich, dass die meisten Menschen Covid bekommen werden“, sagte sie bei einer Anhörung im US-Senat zu Omikron. „Wir müssen sicherstellen, dass die Krankenhäuser noch funktionieren, dass Transport- und andere unerlässliche Dienstleistungen nicht unterbrochen werden, während dies geschieht“, so Woodcock.

Die Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, sagte bei der Anhörung, Omikron „treibt die Fallzahlen hier in den Vereinigten Staaten und in der ganzen Welt in nie dagewesene Höhen“. Im Schnitt der vergangenen sieben Tage gab es in den USA laut CDC-Daten pro Tag rund 750.000 bestätigte Neuinfektionen.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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