Am 6. Dezember

Nikolaus 2017:  Ist der Nikolaustag ein gesetzlicher Feiertag?

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So kennt man den Heiligen Nikolaus: Roter Mantel, weißer Bart, Bischofsstab und das goldene Buch, in dem das Betragen der Kinder verzeichnet ist.

Am 6. Dezember 2017 ist Nikolaustag. Ist der Nikolaustag ein gesetzlicher Feiertag? Was steckt hinter den Bräuchen? Und wer war der Heilige Nikolaus?

Wann ist Nikolaus 2017? Der Termin

Münche - Viele Kinder freuen sich auf den Nikolaustag. Andere Kinder, die sich eher nicht durch braves Verhalten auszeichnen, fürchten sich vor dem 6. Dezember, der 2017 auf  einen Mittwoch fällt. Wenn der Heilige Nikolaus am Nikolaustag oder schon am Vorabend kommt und den Kindern die Leviten liest, wirkt sein Begleiter Krampus mit Rute und Sack als Drohkulisse im Hintergrund.

Wenn der Heilige Nikolaus nicht zum Ortstermin ins Haus kommt, dann versteckt er Geschenke in Kinderschuhen. Andere Familien stellen einen Teller mit Plätzchen für den Nikolaus und seinen Gefährten bereit. Diese Bräuche zum Nikolaustag sind uns allen bestens bekannt. Aber woher kommt die Geschichte des Heiligen Nikolaus? Was feiern wir am 6. Dezember? Und was hat der Nikolaus mit dem Weihnachtsmann zu tun? Hier finden Sie alle Informationen zum Nikolaustag und zum Heiligen Nikolaus. 

Ist Nikolaus 2017 ein Feiertag?

Für die Kinder ist es natürlich ein Highlight, wenn der Heilige Nikolaus am 6. Dezember 2017 vorbeischaut und ihnen Geschenke mitbringt. Allerdings ist der Nikolaustag in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Heißt also: In keinem Bundesland sind am Nikolaustag die Geschäfte, Ämter oder Schulen geschlossen. 

Nikolaus 2017: Wer war der heilige Nikolaus? Er kam NICHT aus der Türkei  

Um gleich mit einem weit verbreiteten historischen Irrtum aufzuräumen: Oft ist zu hören, der heilige Nikolaus sei ein türkischer Bischof gewesen beziehungsweise ein Bischof in der Türkei. Bei solchen Aussagen muss der Althistoriker, dessen Fachgebiet die griechisch-römische Antike ist, umgehend Einspruch erheben. Fakt ist: Nikolaus wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra. Die antike Küstenstadt Myra heißt heute Demre und liegt im Süden der Türkei, nahe der Touristenhochburg Antalya. Allerdings gehörte Myra zu Lebzeiten des Heiligen Nikolaus zum Römischen Reich. Genauer gesagt: zum lykischen Staatenbund. Die Lykier waren ein Volk mit eigener Kultur, Sprache und Schrift und blieben auch unter römischer Herrschaft relativ unabhängig. Außerdem: Die Türkei gibt es erst seit 1923, Der Heilige Nikolaus war somit kein Türke!

Was das Leben des Heiligen Nikolaus angeht, so haben es die Althistoriker und Theologen nicht ganz einfach. Über den historischen Nikolaus von Myra gibt es nur wenige gesicherte Tatsachen. Dafür umso mehr Legenden, auf die die heutigen Nikolaus-Bräuche zurückgehen. So viel steht aber fest: Der Heilige Nikolaus wurde vermutlich zwischen 270 und 286 n. Chr. geboren. Im jungen Alter von 19 Jahren wurde er von seinem Onkel, der ebenfalls Nikolaus hieß und ebenfalls Bischof von Myra war, zum Priester geweiht. Nach seiner Priesterweihe war Nikolaus der Jüngere zunächst Abt des Klosters Sion in der Nähe von Myra. Von seinen Eltern hatte er einen großen Besitz geerbt, mit dem er ein recht bequemes Leben hätte führen können. Nikolaus aber verwendete all sein Gold und seinen Reichtum, um damit armen Menschen zu helfen.

Den Nikolaus gab es wirklich - in Myra an der Südküste der Türkei war der Heilige im 4. Jahrhundert nach Christus Bischof.

Während der letzten großen Christenverfolgung im Römischen Reich unter Kaiser Diokletian wurde Nikolaus 303 eingesperrt und gefoltert. Nach dem Tod seines Onkels pilgerte Nikolaus ins Heilige Land und wurde nach seiner Rückkehr von der Gemeinde zum neuen Bischof von Myra gewählt. Im Jahr 313 endete die Christenverfolgungen offiziell, als Kaiser Konstantin und sein Co-Imperator Licinius das Mailänder Toleranzedikt verabschiedeten, das allen römischen Bürgern Religionsfreiheit garantierte. Ab 324 regierte Konstantin als Alleinherrscher. Im folgenden Jahr berief der Kaiser, der sich nun offen zum Christentum bekannten, das Konzil von Nizäa ein. Zum ersten Mal nach dem Apostelkonzil in Jerusalem - und nach 300 Jahren der Christenverfolgung - sollten 1.800 Bischöfe aus dem ganzen Römischen Reich die zukünftige offizielle Lehre der Kirche beschließen. Nach der späteren Überlieferung nahm auch der Heilige Nikolaus an diesem Konzil teil.

Wichtigster Streitpunkt auf dem Konzil von Nizäa war die Dreifaltigkeit Gottes: Sollte Jesus Christus weiterhin als göttlich angesehen werden? Oder gab es nur den einen Gott und Schöpfer dieser Welt? Diese Position vertraten die sogenannten Arianer unter Priester Arius. Beschlossen wurde dann die Dreifaltigkeit Gottes – Vater, Sohn und heiliger Geist – die auch heute noch gilt und von Christen in aller Welt durch das Glaubensbekenntnis während der Messe bestätigt wird. Diese Position vertrat auch der Heilige Nikolaus. Während des Konzils eskalierten die theologischen Diskussionen laut der Überlieferung derart, dass Nikolaus seinen Widersacher Arius ohrfeigte. Daraufhin sei Nikolaus zuerst verhaftet, gegen Ende des Konzils aber rehabilitiert worden. Ohne Schläge und nur mit Worten konnte Nikolaus den Bischof Theognis von Nizäa überzeugen, dass es sich beim Arianismus um eine Irrlehre handle.

Todestag des Heiligen Nikolaus von Myra ist der 6. Dezember. An diesem Tag wird bei uns der Festtag des Heiligen Nikolaus gefeiert - auch Nikolaustag genannt. An diesem Tag haben auch alle Männer mit Namen Nikolaus oder der Kurzform Klaus Namenstag.

Archäologen wollen Grab des Heiligen Nikolaus in heutiger Türkei entdeckt haben

Anfang Oktober 2017 gaben türkische Archäologen bekannt, dass sie das Grab des heiligen Nikolaus entdeckt haben. Diese Grab befindet sich laut türkischen Medienberichten unterhalb der Nikolaus-Kirche in Antalya, im Stadtteil Demre. Diese Stadtteil wurde auf den Ruinen des antiken Myra gebaut, die als Geburtsstadt des heiligen Bischofs gilt.

„Wir haben sehr gute Resultate erzielt, doch die richtige Arbeit beginnt erst“, sagte Grabungsleiter Cemil Karabayram laut Bild-Zeitung in Antalya. „Auf dem Grund werden wir vielleicht die unbeschädigte Leiche des heiligen Nikolaus finden.“

Für die Stadtregierung von Antalya wäre das Grab des Heiligen Nikolaus in Sachen Tourismus natürlich ein Pluspunkt. Dementsprechend erhofft sich die Stadtregierung von der Entdeckung auch einen Aufschwung des Tourismus.

Die Archäologen entdeckten laut Bild unterhalb der heutigen Kirche mit Radargeräten und CT-Scannern einen Sakralbau. Zunächst müssen die Forscher schwere Steine und Reliefs entfernen, die den Zugang versperren.

Nikolaus 2017: Diese Legenden ranken sich um den heiligen Nikolaus

Als historisch gesichert gilt, dass der Heilige Nikolaus ein Wohltäter der Armen war. Daneben ranken sich zahlreiche Legenden um sein Leben. In den Legenden tritt er immer als Retter in der Not auf.

  • Nikolaus und die drei Jungfrauen: Ein verarmter Mann ist gezwungen, seine drei Töchter zu Prostituierten zu machen, weil er seine Schulden nicht bezahlen kann. Nikolaus, der noch nicht Bischof ist und gerade durch ein Erbe ein größeren Vermögen bekommen hat, erfährt von der Notlage. In drei aufeinander folgenden Nächten wirft er je einen großen Goldklumpen durch das Fenster des Zimmers der drei Jungfrauen. In der dritten Nacht gelingt es dem Vater, Nikolaus zu entdecken, ihn nach seinem Namen zu fragen und ihm dafür zu danken, dass nun die Mitgift für jede der Töchter gesichert ist. Aufgrund dieser Legende wird der Heilige Nikolaus oft mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln als ikonografischem Heiligenattribut dargestellt. Auf dieser Legende basiert der Einlegebrauch. Siehe unten.
  • Nikolaus und die Rettung der Seeleute: In Seenot geratene Schiffsleute rufen den heiligen Nikolaus um Hilfe an. Da steht plötzlich ein Mann hinter dem Steuer und lenkt das Schiff sicher und ruhig durch den Sturm bis in den Hafen von Myra hinein. Am nächsten Tag gehen die Seeleute in die Kirche, um Gott für ihre Rettung zu danken. Hinter dem Altar steht Bischof Nikolaus und die Seemänner erkennen in ihm ihren Retter in der Not. Wegen der Rettung der Schiffbrüchigen ist der Heilige Nikolaus auch der Schutzheilige der Seefahrer.
  • Nikolaus und das Kornwunder: Nikolaus erbittet während einer Hungersnot in Myra von jedem der für den Kaiser in Rom bestimmten Schiffe Korn und versichert, dass durch sein Gebet nichts bei der Ablieferung fehlen wird. Schließlich gibt ihm der Kapitän zwölf Säcke Korn für die Hungernden in Myra. Als der Handelsherr des Kapitäns die Säcke später nachzählt und das Getreide wiegt, erkennt er, dass nicht ein einziges Körnchen fehlt.
  • Nikolaus und die Rettung der zu Unrecht Verurteilten: Drei zu Unrecht zum Tod Verurteilte kann der Heilige Nikolaus retten, indem er im Traum dem Kaiser erscheint und um ihre Befreiung bittet. In einer anderen Version der Geschichte rettet Nikolaus die Verurteilten, indem er das Schwert des Henkers abwehrend ergreift. Aufgrund der Legende ist der Heilige Nikolaus der Patron der Gefangenen.
  • Nikolaus und die Bekehrung des Juden: Der Heilige Nikolaus ist auch der Patron der Pfandleiher und Bankiers. Hintergrund ist diese Legende: Ein Christ leiht sich Geld bei einem Juden und zahlt es nicht zurück. Vor Gericht trickst der Christ den Juden aus. Er versteckt das geliehene Geld in einem hohlen Stock und bittet den nichts ahnenden Juden, den Stock zu halten, während er selbst schwört, das Geld zurück gegeben zu haben. Anschließend nimmt er den Stock wieder an sich und der Jude bleibt der Geprellte. Auf dem Heimweg wird der betrügerische Christ von einem Wagen überfahren und getötet. Der Stock zerbricht, das versteckte Geld fällt heraus. Der betrogene Jude will sein eigenes Geld nur wieder haben, wenn der Heilige Nikolaus den Toten zum Leben erweckt. Was dieser umgehend macht. Der verunglückte Christ wird wieder lebendig und der Jude lässt sich aufgrund dieses Wunders taufen.

Nikolaus 2017: So entstanden die Bräuche zum Nikolaustag

Wenn der Nikolaus die Kinder am 5. oder 6. Dezember 2017 besucht, will er immer wissen: "Seid Ihr denn auch brav gewesen"? Wer das bejahen kann, bekommt vom Nikolaus eine Belohnung. Wer nicht so brav gewesen ist, wird vom Nikolaus getadelt. Dieses Brauchtum geht auf die Perikopenordnung der katholischen Kirche zurück, also der Festlegung der Bibeltexte für den Gottesdienst an jedem Tag. Am 6. Dezember wurde im Gottesdienst das Gleichnis der anvertrauten Talente vorgelesen: Jesus schildert, wie drei Knechten Talente (Geldstücke) entsprechend ihrer Fähigkeiten anvertraut wurden. Nach der Rückkehr des Herrn musste jeder Knecht Rechenschaft ablegen, was er mit dem Geld gemacht hatte. Diejenigen, die die Talente vermehrt hatten, wurden von ihrem Herrn beschenkt. Deshalb werden heute alle Kinder, die über das Jahr hinweg brav waren (also: die etwas aus ihren Talenten gemacht haben) vom Nikolaus beschenkt.

Ein Frau hält im Ikonen-Museum in Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) eine griechische Nikolaus-Ikone aus dem 17. Jahrhundert hoch.

"Schiffchensetzen" nennt man den seit dem 15. Jahrhundert bekannten Brauch, bei dem Nikolausschiffe aus Papier gebastelt werden, in die Nikolaus seine Gaben legen soll. Hintergrund: Aufgrund der Legende der Rettung der Seeleute ist der Heilige Nikolaus der Schutzheilige der Seefahrer. Auch heute findet man auf vielen Handelsschiffen ein Bildnis von Nikolaus. Das Nikolausschiffchen wurde später durch Stiefel, Schuhe oder Strümpfe abgelöst, die am Nikolausabend von den Kindern vor die Tür gestellt werden und die über Nacht von ihm mit Süßigkeiten oder anderen Geschenken gefüllt werden. Dieser Brauch basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts von Bischof Nikolaus beschenkt wurden.

Ursprünglich war der Nikolaustag, der 6. Dezember, auch der Tag der Weihnachtsbescherung. Das galt bis ins 16. Jahrhundert. Erst nach der Reformation, als die Heiligenverehrung in protestantischen Gegenden unpopulär war, wurde die Bescherung in vielen Ländern auf den Weihnachtstag verlegt. In Folge dessen wurde das Christkind in evangelischen Familien zum Gabenbringer - anstelle des Heiligen Nikolaus. Die Bescherung durch das Christkind ist heute auch in katholischen Gebieten üblich.

Nikolaus und Weihnachtsmann: Das ist der Unterschied

Oft wird der Heilige Nikolaus mit dem Weihnachtsmann verwechselt. Kein Wunder: Nikolaus und Weihnachtsmann ähneln sich in einigen Punkten: Beide tragen einen roten Mantel, einen weißen Bart und einen Sack voller Geschenke. Der rot-weiße Weihnachtsmann, der am Nordpol wohnt und aus dem Rentierschlitten die Geschenke in die Kamine abwirft, hat nicht mehr viel mit dem historischen Nikolaus von Myrna zu tun. Der Heilige Nikolaus tritt traditionell mit Mitra, Bischofsstab Ring und im Priestergewand auf. Der Weihnachtsmann wird üblicherweise mit Zipfelmütze, rotem Mantel und weißem Rauschebart dargestellt.

Nikolaus statt Weihnachtsmann

Die Annahme, wonach der Weihnachtsmann vom Brausekonzern Coca Cola erfunden wurde ist übrigens falsch: Schon im 19. Jahrhundert gibt es in den USA Darstellungen des Weihnachtsmanns als dicker, freundlicher Mann im rotem Mantel. Allerdings machte erst eine Werbekampagne von Coca Cola den Weihnachtsmann einem Massenpublikum bekannt. "Santa Claus" wurde 1931 von dem aus Schweden stammenden Grafiker und Cartoonisten Haddon Sundblom aufgegriffen, der einen Weihnachtsmann für die bevorstehende Werbekampagne zeichnen sollte. Nach Angaben der Coca-Cola-Company diente ihm zum einen das Aussehen seines rundlichen Freundes Lou Prentiss als Vorlage. Zum anderen ließ er sich vom Gedicht "A Visit From St. Nicholas" inspirieren, in dem ein molliger und freundlicher Weihnachtsmann auftritt. Übrigens weist Coca Cola darauf hin, dass das rote Gewand des Weihnachtsmannes nichts mit der Markenfarbe der Coke zu tun habe und es schon vor der Werbekampagne Darstellungen eines roten Santa Claus gegeben habe. Bis 1964 veröffentlichte Sundblom für Coca-Cola-Kampagnen die Bilder des Weihnachtsmanns, wodurch diese Darstellung über Jahrzehnte hinweg einem weltweiten Massenmarktpublikum geläufig wurde.

Ja zum Nikolaus - Widerstand gegen den Weihnachtsmann

Mittlerweile regt sich in Deutschland Widerstand gegen den Weihnachtsmann. Um einer Verwechslung der Weihnachtsmann-Kunstfigur mit dem Nikolaus entgegen zu wirken, hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken im Jahr 2002 die Aktion "Achtung, weihnachtsmannfreie Zone" ins Leben gerufen. Prominente wie Sängerin Maite Kelly, Schauspieler Peter Millowitsch sowie die Fernsehmoderatoren Nina Ruge und Peter Hahne sind Paten der Initiative. "Die 'weihnachtsmannfreie Zone' macht darauf aufmerksam, dass der am Konsum orientierte Weihnachtsmann der Geschenke-lndustrie nur noch wenig mit dem heiligen Bischof gemein hat", erklärt ZDF-Mann Hahne den Sinn der Aktion. "Nikolaus half selbstlos Menschen in Not und war ein Freund der Kinder! Äußeres Zeichen seines Bischofsamtes ist die Mitra und nicht - wie bei der erfundenen Reklame-Figur - eine rote Mütze mit weißem Bommel."

Auf der Homepage der Aktion "weihnachtsmannfreie Zone" werden die Unterschiede zwischen dem Nikolaus und dem Weihnachtsmann in mehreren Stichpunkten benannt:

"Der Weihnachtsmann...

  • ist eine Kunstfigur
  • ist eine Erfindung der Werbung
  • soll Handel und Umsatz steigern
  • steht für den Konsum.

Der Nikolaus...

  • ist ein Heiliger
  • ist ein Nothelfer
  • ist der Schutzpatron der Kinder, Schüler und Schiffsleute
  • ruft in Erinnerung Gutes zu tun, an den nächsten zu denken, und Freude zu schenken."

Weihnachtsmann contra Nikolaus

Was haben Krampus und Knecht Ruprecht mit dem Nikolaus zu tun?

Wenn der Nikolaus am 6. Dezember oder schon am Vorabend in die Häuser kommt, begleiten ihn oft recht finstere Gestalten, die gar nicht zu seiner Heiligkeit passen. Es sind Furcht erregende Gesellen, die je nach Gegend Knecht Ruprecht, Krampus, Klausen, Klaubauf, Pelzmärtel, Rauwuckl, Butz oder Rumpelblas heißen. In der deutschsprachigen Schweiz wird der Nikolaus vom "Schmutzli" begleitet. Mit schwarzem Pelz bekleidet, vor dem Gesicht eine hässliche Maske, rasseln sie wild mit einer Kette oder schwingen bedrohlich eine Rute. Vermutlich ist der Krampus ein Überbleibsel vorchristlichen Geisteraustreibens, wie auch die Perchten und die Butnmandl.

In Bayern begleitet den Nikolaus üblicherweise der Krampus, der dem Knecht Ruprecht zwar ähnelt, aber auch mal ohne den Heiligen unterwegs ist. Gern auch in einer ganzen Gruppe von Krampussen. In vielen Dörfern und Städten gibt es auch heute noch Krampusumzüge, bei denen als Krampus Verkleidete unter lautem Lärm ihrer Glocken durch die Straßen ziehen, um Passanten zu erschrecken. Dabei machen sie auch Gebrauch von ihren langen Ruten. Manche Krampusse übertreiben es auch mal mit dem wilden Auftreten: Dann wird ihr Krampus-Treiben ein Fall für die Polizei.

Das „Kramperltratzn“ (in Teilen Österreichs: "Kramperlstauben") ist mancherorten eine Mutprobe der Kinder der Gegend, die versuchen, die Krampusse zu reizen (bairisch „tratzen“), ohne erwischt oder geschlagen zu werden. Beim "Krampustratzen" kommt es gelegentlich auch zu justiziablen Übergriffen. So wurden in Oberammergau schon mal Krampusse mit Eiern und Steinen beworfen. Mit dem ursprünglichen Nikolaus-Brauch hat das dann aber nichts mehr zu tun.

fro

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