Panikartige Szenen

Mehrere Tote durch Explosion bei Regierungskundgebung in Äthiopien

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Tausende Menschen kamen auf den Meskel-Platz in Addis Abeba.

Bei einer Großkundgebung des neuen äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed hat es am Samstag eine tödliche Explosion gegeben.

Addis Abeba - Mehrere Menschen seien getötet oder verletzt worden, erklärte der Ministerpräsident, der nach der Explosion in Sicherheit gebracht wurde, laut äthiopischen Medien. Hinter der Tat vermutete Abiy Gegner seiner Reformpolitik. Die Opfer würdigte er als "Märtyrer der Liebe und des Friedens".

Unter den zehntausenden Besuchern kam es zu panikartigen Szenen, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Sie ereignete sich kurz nach Abiys Rede. Der Ministerpräsident wurde unverzüglich in Sicherheit gebracht. Er blieb unverletzt.

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Regierungsfeindliche Parolen

Nach der Explosion stürmten dutzende Menschen den Ort der Kundgebung im Zentrum der Hauptstadt und skandierten regierungsfeindliche Parolen, wie der AFP-Reporter weiter berichtete. Unter den Teilnehmern der Kundgebung kam es zu Rangeleien, Journalisten wurden mit Steinen beworfen.

Mit der Kundgebung in Addis Abeba wollte sich Abiy öffentlichen Rückhalt für seine Reformpolitik holen. Es war sein erster öffentlicher Auftritt in der Hauptstadt seit seinem Amtsantritt im April.

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Abiy ließ politische Gefangene frei

Abiy brach mit der autoritären Politik seiner Vorgänger: Er ließ politische Gefangene frei, leitete eine Liberalisierung der Wirtschaft ein und unterbreitete dem verfeindeten Nachbarstaat Eritrea ein Friedensangebot. Unklar ist, wie groß der Rückhalt für Abiys Reformpoltiik in der Regierungspartei EPRDF ist.

Die Explosion ereignete sich auf dem Meskel-Platz im Herzen von Addis Abeba. Der Platz ist ein Geschäfts- und Verkehrsknotenpunkt. Dort kreuzen sich die zwei Straßenbahnlinien von Addis Abeba, es gibt Läden, Restaurants und Bürogebäude. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder politische Unruhen in dem 105-Millionen-Einwohner-Land gegeben.

afp

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