Zwei Afghanen in U-Haft

Mehrere Hundert Menschen bei Kundgebung in Köthen

Teilnehmer einer Kundgebung in Köthen. Foto: Ralf Hirschberger

Ein Teilnehmer einer Kundgebung für den verstorbenen 22-Jährigen legt auf einem Spielplatz in Köthen eine Kerze ab. Foto: Ralf Hirschberger

Köthen: Teilnehmer einer Kundgebung für den 22-Jährigen. Foto: Ralf Hirschberger

Blumen und Kerzen stehen zum Gedenken an den verstorbenen 22-Jährigen an einem Baum in Köthen. Foto: Sebastian Willnow

Die Polizei sichert eine Versammlung in der Innenstadt von Köthen. Foto: Hendrik Schmidt

Köthen, Kreisstadt des sachsen-anhaltischen Landkreises Anhalt-Bitterfeld, hat rund 26.000 Einwohner. Foto: Sebastian Willnow

Ein 22-Jähriger stirbt mutmaßlich im Zuge eines nächtlichen Streits unter Männern. Die Verdächtigen sind Ausländer. Binnen genau zwei Wochen passiert das erst in Chemnitz, dann in Köthen. In Sachsen führt das zu Spontandemos mit Gewalt - Sachsen-Anhalt will das verhindern.

Köthen (dpa) - Nach einem Streit zwischen zwei Männergruppen und dem Tod eines Deutschen haben sich im sachsen-anhaltischen Köthen nach Polizeiangaben bis zu 550 Menschen an einem weiteren sogenannten Trauermarsch beteiligt.

Nach einer Schweigeminute und einer kurzen Kundgebung auf dem Markt zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt zu dem Spielplatz, wo sich der Streit ereignet hatte. Dort wurde ein Kranz der AfD Sachsen-Anhalt im Gedenken an einen 22 Jahre alten Deutschen niedergelegt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler war es in der Nacht zu Sonntag an dem Spielplatz zu einem Streit zwischen mindestens zwei afghanischen Staatsbürgern und mindestens zwei deutschen Staatsbürgern gekommen. Am Ende war der 22-Jährige tot, er starb nach Behördenangaben an Herzversagen. Dem Obduktionsergebnis zufolge seien seine Verletzungen nicht die Todesursache gewesen, sagte Landesjustizministerin Anne-Marie Keding (CDU). Die Polizei nahm zwei Afghanen im Alter von 18 und 20 Jahren fest.

Der AfD-Abgeordnete Hannes Loth hatte die Demonstration am Montag unter dem Titel "Wir trauern" angemeldet. Er betonte, man wolle gemeinsam trauern, und sprach sich gegen Gewalt aus. Zu den Demo-Teilnehmern gehörten AfD-Landtagsfraktionschef Oliver Kirchner und Ex-Landeschef André Poggenburg. Nach knapp einer Stunde erklärte Loth die Veranstaltung für beendet und die Menschen verließen den Versammlungsort.

Über der Stadt mit gut 26 000 Einwohnern kreiste ein Hubschrauber. Eine Reiterstaffel der Polizei ritt durch die Innenstadt. Auch ein Wasserwerfer war vor Ort. Nach Angaben von Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) sollten mehrere Hundert Beamte in der Stadt sein.

Die Polizei sprach nach ersten Erkenntnissen von einem eher friedlichem Verlauf. Unklar war zunächst, ob Brände an Fahrzeugen im Zusammenhang mit dem Geschehen stehen. Fünf Fahrzeuge waren laut Polizei am Nachmittag in der Nähe eines Schwimmbades beschädigt worden. Nach Angaben einer Polizeisprecherin stand noch nicht fest, ob ein technischer Defekt Auslöser war oder Brandstiftung.

Tags zuvor waren bei einer ersten Spontandemonstration rund 2500 Menschen zusammengekommen. Unter den Demonstranten waren nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden zwischen 400 und 500 Rechtsextreme aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen.

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Hendrik Schmidt
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