Vertuschungs-Vorwürfe

Dunkler Verdacht im Fall Maddie: Ist der britische Geheimdienst in den Fall verwickelt? 

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Madeleine McCann ist am 3. Mai 2007 verschwunden. Die damals Vierjährige war mit ihren Eltern im portugiesischen Ferienort Praia da Luz.

London - Ein Ex-Polizeichef erhebt Vorwürfe im Fall Madeleine McCann. Der britische Geheimdienst soll seiner Meinung nach in die Sache „Maddie“ verwickelt sein, um ein Verbrechen zu vertuschen.  

Vor rund zehn Jahren ist Madeleine McCann spurlos verschwunden. Und noch immer ist der Fall „Maddie“ ungelöst.

Nun behauptet ein Ex-Polizei-Chef, dass der britische Geheimdienst MI5 den Tod von Madeleine McCann vertuscht hätte. Diesen Vorwurf hatte der Detektiv in einer australischen Sonntagnacht TV-Show erhoben, wie das britische Onlineportal dailystar.co.uk berichtet.

Der Mann mit diesen unglaublichen Informationen heißt Goncalo Amaral. Amaral, damals Chefermittler im Fall „Maddie“, leitete die Untersuchungen, als die damals Dreijährige aus einem Ferienressort in Portugal am 3. Mai 2007 verschwand.

Seit diesem Tag suchen Kate und Gerye McCann, die Eltern des Mädchens, vergebens nach ihrer Tochter. Maddie war aus dem Bett in einer Ferienwohnung in Praia da Luz an der portugiesischen Algarve verschwunden, als ihre Eltern beim Abendessen waren. Das erschütternde Tagebuch von Maddies Mutter können Sie hier bei tz.de lesen.

Madeleine McCan „Maddie“ ist seit zehn Jahren verschwunden

Vor Kurzem erst berichtete eine ehemalige Nanny von polizeilichen Fehlern in der Nacht, in der Madeleine McCann verschwand. Darauf meldete sich eine weitere Zeugin und berichtet Erschreckendes, wie Sie hier lesen können. Nun meldet sich der Ex-Polizeichef Goncalo Amaral zu Wort. Zufall?  

Chefermittler im Fall Madeleine McCann Goncalo Amaral bei der Vorstellung seines Buches.

2008 hatte Amaral in einem Buch behauptet, dass Maddie in der Familie gestorben war und ihre Eltern die Entführung vorgetäuscht hätten, um die Tragödie zu vertuschen. Maddies Eltern klagten erfolgreich gegen den Chefermittler. Über das Urteil - 600.000 Euro zu zahlen - wird von dem Berufungsgericht verhandelt.

In der TV-Show soll Amaral, wie bei dialystar.co.uk online zu lesen ist, gesagt haben, er würde vermuten, dass der MI5 geholfen hat, den Maddies Körper verschwinden zu lassen. Er wäre sich ganz sicher, dass der MI5 in den Fall „Maddie“ verwickelt gewesen wäre, um das eigentliche Verbrechen zu vertuschen.

Maddies Vater Gerry McCann soll in der Fernsehsendung auch zu Wort gekommen sein. Mit dem Satz: „Je weniger Goncalo Amaral sagt, umso besser“, zitiert ihn das Nachrichtenmagazin.

Wenn die australische Fernsehshow glaubwürdige und neue Erkenntnisse herausgefunden hätten, sollten sie diese natürlich sofort an die Polizei weitergeben, soll ein Sprecher der McCanns auf Anfrage gesagt haben. 

Immer wieder neue Hinweise im Fall Maddie

Die portugiesische Polizei stellte 2008 ihre Ermittlungen ergebnislos ein. Die Eltern heuerten Privatdetektive an und suchten weiter. Scotland Yard leitete ein eigenes Ermittlungsverfahren ein. Daraufhin ermittelte die Polizei in Portugal wieder.

Sechs Jahre nach dem Verschwinden von Maddie wurde auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" ein Zeugenaufruf gestartet. Nach einem emotionalen Auftritt von Madeleines Eltern gingen 2400 Hinweise ein. „Wir vermissen sie jeden Tag“, sagte Gerry McCann damals. Und aufgeben werden Vater und Mutter nicht. Sie glauben, dass ihre Tochter noch lebt, wie auf der Webseite namens „Find Madeleine“ zu lesen ist.

Der Fall „Maddie“ wurde sogar bei der TV-Sendung „Aktenzeichen XY....ungelöst“ unter die Lupe genommen.

ml  

 

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