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Long-Covid: Lauterbach stellt nach Coronavirus-Studie neue Forderung - „75 Prozent ein Jahr später noch nicht gesund“

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Von: Patrick Mayer

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Bundesgesundheitsminister: Karl Lauterbach von der SPD.
Bundesgesundheitsminister: Karl Lauterbach von der SPD. © IMAGO / Bettina Strenske

Trotz Kritik an seiner Arbeit als Bundesgesundheitsminister warnt Karl Lauterbach weiter nachdrücklich vor Corona-Infektionen und ihren Folgen. Diesmal verweist der SPD-Politiker auf eine Studie zu Long-Covid.

München/Berlin - Karl Lauterbach (SPD) geriet kürzlich ordentlich in die Kritik. „Es ist durchaus möglich, dass wir eine hochansteckende Omikron-Variante bekommen, die so tödlich wie Delta ist. Das wäre eine absolute Killervariante“, sagte der Bundesgesundheitsminister mit Blick auf die Corona-Pandemie der Bild am Sonntag.

Karl Lauterbach: Wegen angeblichen „Killervariante“ des Coronavirus in der Kritik

Eine „Killervariante“ des Coronavirus? An seiner Wortwahl stießen sich manche Kollegen, nachdem Deutschland sich gerade kollektiv von der gefühlt x-ten Welle der Pandemie erholt. Hendrik Streeck, Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, erklärte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa): „Die Entwicklung von Varianten kann man nicht vorhersagen. Anstatt daher vor Szenarien wie ‚Killervarianten‘ zu warnen, wäre es wichtig, sich auf den Herbst und Winter vorzubereiten.“

Der Begriff sei „unwissenschaftlich“ und führe zu nichts als Verunsicherung in der Bevölkerung, meinte dagegen Jonas Schmidt-Chanasit im Gespräch mit der Bild. „Das Auftreten einer ‚Killervariante‘ im Herbst ist laut Weltgesundheitsorganisation WHO ein sehr unwahrscheinliches Szenario“, sagte der Virologe und Hochschullehrer von der Universität Hamburg. Lauterbach aber lässt mit seinen Warnungen nicht locker. Er verwies nun bei Twitter auf eine Studie aus Großbritannien zu Long-Covid, die im Fachmagazin The Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht wurde.

Karl Lauterbach: Bundesgesundheitsminister verweist auf Studie zu Long-Covid

Er teilte dazu bei Twitter einen Tweet zur Studie von Prof. Dr. Christian Karagiannidis, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin. „In der Studie waren nach COVID-Krankenhaus-Aufenthalt circa 75 % ein Jahr nach Entlassung nicht gesund. Die Langzeitwirkungen von COVID werden unser Gesundheitssystem noch lange sehr viel Geld kosten. Die Forschung für Long COVID muss dringend ausgebaut werden“, schrieb Lauterbach.

Karagiannidis hatte kommentiert: „Eine der wichtigsten Arbeiten zu Long-Covid: Deutliche Einschränkung der Lebensqualität selbst nach einem Jahr. Physisch und psychisch. CRP und IL-6 (Entzündungsmarker) zum Teil noch erhöht nach langer Zeit als Hinweis auf mögliche therapeutische Ansätze?“ In der Studie hatte das Biomedical Research Centre der Universität Leicester Daten von 2320 erwachsenen Patientinnen und Patienten einer Covid-19-Studie aus 39 verschiedenen britischen Kliniken analysiert. 

Sie wurden zuerst fünf Monate und dann nochmal zwölf Monate nach ihrem Krankenhaus-Aufenthalt wegen einer Corona-Erkrankung nach ihrem Gesundheitszustand befragt. Parallel wurde ihr Blut auf Entzündungsproteine untersucht.

Im Video: Kritik an Lauterbach - Gibt es wirklich eine Corona-„Killervariante“?

Nur 26 Prozent der Patienten berichteten demnach von einer vollständigen Genesung. 29 Prozent berichteten dagegen davon, sie hätten seit einem Jahr dieselben Symptome wie zum Beispiel Fatigue, also immer wieder kehrende starke Müdigkeit. Forschungsleiter Christopher Brightling forderte in einem Fazit zur Studie, es bräuchte wirksame Behandlungen gegen Long-Covid. Weil sich dieses ansonsten zu einer weit verbreiteten neuen Langzeiterkrankung entwickeln könne. Bundesgesundheitsminister Lauterbach teilt diese Einschätzung offenbar. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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