Schnee und Regen

Lawinengefahr in der Schweiz spitzt sich zu - Zermatt unerreichbar

+
Höchste Lawinengefahr in der Schweiz - Zermatt am Matterhorn unerreichbar.

Die Lawinengefahr steigt in der Schweiz immer weiter. Nach starkem Regen hat sich die Lage im Kanton Wallis zugespitzt.

Bern - Die Lawinengefahr steigt in der Schweiz immer weiter. Nach starkem Regen hat sich die Lage im Kanton Wallis zugespitzt. Die Zufahrtsstraße zum Ski-Touristenort Zermatt am Matterhorn blieb am Dienstag gesperrt, in Visp mussten 20 Menschen in Sicherheit gebracht werden, weil Massen von Schlamm ihre Häuser bedrohten, wie die Einsatzbehörden berichteten. Der Zugverkehr von Visp Richtung Zermatt wurde eingestellt.

"An- und Abreisen sind im Moment nicht möglich", sagte Tourismus-Marketing-Leiterin Janine Imesch der AFP. Auch könne es zu Stromausfällen in der Gemeinde kommen, in der etwa 5500 Menschen leben. Im Kanton Wallis gilt die höchste Lawinenwarnstufe. "Man kann weder Skifahren noch Ausflüge machen", sagte Imesch. Es sei aber ruhig und "ein bisschen romantisch".

Behörden warnen vor gefährlicher Lage 

Für Teile des Wallis, darunter auch den Wintersportort Saas-Fee, verhängte das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut die höchste Lawinen-Gefahrenstufe. Viel Schnee in den vergangenen Wochen und anschließend Föhn mit höheren Temperaturen und Regen machten die Lage so gefährlich.

Bei Visp hatten sich durch den Dauerregen zwei Wasserauffangbecken in kürzester Zeit gefüllt. Schlammmassen bewegten sich Richtung Dorf, wie der Krisenstab berichtete. Eine Zugangsstraße wurde gesperrt.

Lawine verschüttet Gebäude im italienischen Wintersportort Sestriere

Im italienischen Wintersportort Sestriere verschüttete eine Lawine ein Wohngebäude. In Teilen der französischen Alpen gilt nach bis zu zwei Metern Neuschnee eine erhöhte Lawinenwarnstufe. 

In Sestriere fiel binnen 48 Stunden mehr als zwei Meter Neuschnee. In der Nacht von Montag auf Dienstag stürzte dort eine Lawine in ein fünfstöckiges Apartmentgebäude nahe der Ski-Station und hinterließ Schneemassen in einigen Wohnungen. Von den 29 Menschen, die sich dort aufhielten, wurde niemand verletzt. Die Lawinengefahr in zahlreichen Alpenmassiven an der französisch-italienischen Grenze erreichte ein neues Höchstniveau. 

In Italien waren deswegen zahlreiche Straßen gesperrt. Am Dienstag waren laut italienischen Medien etwa 5000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. 

In Deutschland dagegen ist von Schnee und Frost derzeit keine Spur

dpa/Afp/ml

Kommentare