Kim Wall

Staatsanwaltschaft wirft Tüftler Madsen Mord an Journalistin vor

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Die Polizei in Kopenhagen hat am Donnerstag die Suche nach weiteren Leichenteilen der getöteten schwedischen Journalistin fortgesetzt.

Der dänische Ingenieur Peter Madsen sitzt in Untersuchungshaft. Nun wirft die Staatsanwaltschaft Madsen Mord an Journalistin vor, nicht mehr fahrlässige Tötung. Die Polizei sucht weiter nach Leichenteilen der Journalistin.

Kopenhagen - Gegen den Erfinder Peter Madsen wird wegen Mordes und Leichenschändung ermittelt. Wie ein Polizeisprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, werde die Staatsanwaltschaft aufgrund des starken Verdachts nach Ablauf der Untersuchungshaft am 5. September eine Haftverlängerung wegen dieser Vorwürfe beantragen.

Madsen wird verdächtigt, die schwedische Journalistin Kim Wall getötet und ihre Leiche zerstückelt zu haben. Er sitzt seit dem 12. August in Untersuchungshaft - allerdings wegen fahrlässiger Tötung. Der Haftrichter war dem Mordvorwurf der Polizei damals nicht gefolgt.

Der Polizeisprecher betonte, dass man bereits bei der ersten Anhörung den Verdacht auf Mord hatte. In der englischen Übersetzung der Pressemitteilungen wurde jedoch bisher der Begriff „manslaughter“ benutzt, zu Deutsch: Totschlag. In der dänischen Justizsprache wird nach Auskunft des Polizeisprechers nicht zwischen Mord und Totschlag unterschieden. Der Fehler wurde erst am Donnerstag offenbar, nachdem ein Staatsanwalt in einem Zeitungsinterview von Mordvorwürfen sprach.

Möglicherweise Leichenteil der Journalistin Kim Wall gefunden

Am schwedischen Ufer wurde etwas angeschwemmt, was ein Leichenteil sein könnte. Ein Spaziergänger fand den Gegenstand im Fahrwasser bei Falsterbo. Er werde nun untersucht, teilte die Kopenhagener Polizei mit. Trotzdem sucht die Polizei unter Hochdruck weiter nach Leichenteilen.

Der Einsatz konzentriere sich auf das Gebiet südlich der Insel Amager, wo am Montag der Torso der 30-Jährigen angespült worden war, sagte Jens Møller Jensen von der Kopenhagener Polizei laut Medienberichten. Außerdem suche man nach der Kleidung von Kim Wall - einer orangefarbenen Bluse, einem schwarz-weiß geblümten Rock und weißen Schuhen.

Der Einsatz konzentriere sich auf das Gebiet südlich der Insel Amager, wo am Montag der Torso der 30-Jährigen angespült worden war, sagte Jens Møller Jensen von der Kopenhagener Polizei laut Medienberichten.

Die 30-Jährige war das letzte Mal gesehen worden, als sie am 10. August an Bord eines U-Bootes des dänischen Ingenieurs Peter Madsen ging. Madsen sitzt wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung in Untersuchungshaft.

In Schweden haben die Einwohner von Trelleborg, dem Wohnort der Familie Wall, am Mittwochabend der Toten gedacht. Am Östra Strand versammelten sich der Zeitung „Aftonbladet“ zufolge Hunderte Menschen und formten mit Kerzen ein Herz. In New York waren Studienfreunde spontan zusammengekommen. Auf dem Campus der Graduate School of Journalism der Columbia Universität, wo Wall studiert hatte, zündeten sie Kerzen an.

In Dänemark soll am kommenden Donnerstagabend in Ishøj an der Køge Bucht, wo die junge Frau verschwunden war, ein Fackelzug stattfinden. 

dpa

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