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Ukraine-Krieg: TV-Sender ändern Programm – ZDF strahlt „Mainz bleibt Mainz“ nicht aus

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Von: Svenja Wallocha

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Ein Mainzer Schwellkopp steht im Sitzungssaal bei „Mainz bleibt Mainz“: Wegen des Ukraine-Krieges hat das ZDF beschlossen, dieses Jahr nicht zu senden. (Archiv)
Ein Mainzer Schwellkopp steht im Sitzungssaal bei „Mainz bleibt Mainz“: Wegen des Ukraine-Krieges hat das ZDF beschlossen, dieses Jahr nicht zu senden. (Archiv) © Andreas Arnold

Aufgrund der Ukraine-Krise ändern viele TV- und Radiosender kurzfristig ihr Programm. Das betrifft auch den Karneval in Köln und die Fastnacht in Mainz.

Köln – Viele TV-Sender hatten wegen des eskalierenden Ukraine-Konflikts am Donnerstagmorgen (24.02.2022) bereits ihr Programm umgestellt. Auch etliche Radiosender reagierten. Vor allem das Thema Karneval und Krieg ist ein Spagat für die Medien. Startete doch am heutigen Donnerstag in Köln der Straßenkarneval.

Der Lokalsender Radio Köln änderte am Donnerstagmorgen sein Programm und sendete seit 8.00 Uhr keine Karnevalsmusik mehr. Auch der öffentlich-rechtliche Radiosender WDR 4 reagierte und spielte Pop statt Stimmungsmusik. Das WDR-Fernsehen setzte dagegen weiter auf Karneval – wobei die (nicht verkleideten) Moderatorinnen die Problematik klar benannten.

Karneval und Ukraine-Konflikt: Medien passen ihr Programm an

„Wir haben uns natürlich gefragt: Geht das zusammen – Krieg und Karneval“, sagte Moderatorin Sabine Wieseler in der Live-Sendung „Weiber Live“ am Weiberfastnacht-Vormittag. Man sei zu dem Schluss gekommen: „Ja, wir machen ein Angebot“, so Wieseler. „Wir sind einfach für Sie da, auch für Ihre Gefühle“, ergänzte Moderatorin Anna Planken an die Zuschauerinnen und Zuschauer gerichtet.

„Es hilft ja auch nichts, wenn wir uns unter der Bettdecke verkriechen“, so Planken. Es sei ein schlimmer Tag, aber daher wolle man für die Zuschauerinnen und Zuschauer da sein – die über Emails und WhatsApp über ihre gemischten Gefühle berichten sollen. Es werde in der siebenstündigen Sendung immer wieder um die Ukraine gehen.

Karneval und Fastnacht im Ukraine-Konflikt: ZDF strahlt „Mainz bleibt Mainz“ nicht aus

Ähnlich reagiert das ZDF mit Blick auf die Mainzer Fastnacht. Wegen des Kriegs in der Ukraine wird der Sender die ursprünglich für diesen Freitag geplante „Mainz bleibt Mainz“-Fernsehfastnacht aus dem Programm nehmen. „Die bereits am Dienstag und Mittwoch (22. & 23.02.2022) aufgezeichnete Sitzung wird ab Freitagabend (25.02.2022) um 20.15 Uhr in der ZDF-Mediathek abrufbar sein“, hieß es in einem Statement des ZDF.

Der öffentlich-rechtliche Sender WDR 4 änderte am Vormittag ebenfalls sein Musikprogramm, das unter dem Motto „Karneval hoch 4“ angekündigt war. Stattdessen liefen unter anderem Oldies. Ein Moderator begründete die Umstellung mit dem Angriff auf die Ukraine. Eine WDR-Sprecherin wies darauf hin, dass das Fernsehen die „WDR Aktuell“-Ausgaben um 12.45 und um 16.00 Uhr verlängern werde.

Das WDR Fernsehen habe um 11.00 Uhr zwar die geplante Live-Strecke zum Karneval gestartet, werde aber die Tonalität der aktuellen Situation anpassen. „Die Sendung wird in ihrem Charakter die Ambivalenz der Ereignislage abbilden und über weitere Entwicklungen informieren.“

Ukraine-Krise: Radio Köln stoppt Karnevalsmusik – TV sendet weiter

Der private Sender Radio Köln hatte bereits am Morgen sein Programm umgeworfen. „Wir können nicht über den Krieg berichten und drumherum Karnevalsmusik senden“, sagte Chefredakteurin Claudia Schall der Deutschen Presse-Agentur. Auch Radio Köln hatte nach eigenen Angaben geplant, von 6.00 Uhr bis Mitternacht Karnevalsmusik zu spielen. Der Kölner Lokalsender gehört zum Verbund Radio NRW. Dessen Sender haben auch ihr nachrichtliches Programm geändert. Am Vormittag sollte es eine monothematische Sendung zum Angriff auf die Ukraine geben, danach stündliche Updates, so eine Sprecherin. Auch die Comedy-Blöcke wurden bis zunächst 16.00 Uhr gestrichen.

Doch nicht nur bei der Karneval-Berichterstattung wurde das Programm angepasst. Auch viele andere TV-Sender wie ARD und RTL reagierten. So zeigte der Privatsender RTL am Morgen in Kooperation mit N-TV eine Spezialsendung, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet (RND). Weiterhin reagierten auch die öffentlichen-rechtlichen TV-Sender wie ARD. Im Ersten wurde demnach ein „Tagesschau Extra“ ins Programm genommen. Das ZDF verlängerte sein Morgenmagazin am Morgen, wie der Sender mitteilte. (svw mit Material von dpa)

Auch in der Bevölkerung sind die Reaktionen auf die Eskalation der Ukraine-Krise* unterschiedlich, wie sich beispielsweise in Kassel zeigt. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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