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Höchste Hitzewarnstufe in Italien: Ministerpräsident Draghi ruft Notfallplan aus

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Eine Frau kühlt sich in der Hitze Roms ab.
Eine Frau kühlt sich in der Hitze Roms ab. © Andrew Medichini/dpa

Seit Wochen hält in Italien die Trockenheit an, dazu kommt nun eine landesweite Hitzewelle. Ministerpräsident Mario Draghi kündigte deshalb einen Notfallplan an.

Rom - In Italien droht am Wochenende zusätzlich zur anhaltenden Trockenheit eine landesweite Hitzewelle. Das Gesundheitsministerium gab am Donnerstag in seiner Vorhersage die höchste Hitzewarnstufe für 22 italienische Städte aus. Darunter sind unter anderem Rom, Palermo, Neapel, Florenz und Bologna.

Die Experten warnen damit vor negativen Auswirkungen auf die Gesundheit durch die Hitze. Sie raten etwa, zwischen 11.00 und 18.00 Uhr nicht in die Sonne zu gehen und verkehrsreiche Orte zu meiden. Die Meteorologen erwarten in der offiziellen Wettervorhersage Temperaturen von knapp unter 40 Grad etwa in Rom, Neapel und auf Sizilien.

Hitze und Trockenheit in Italien: Flüsse wie der Po trocknen aus

Unterdessen spitzt sich die Dürre-Situation am längsten Fluss Italiens, dem Po, weiter zu. Laut des Lageberichts vom Mittwoch konnten die jüngsten Regenfälle kaum Abhilfe schaffen. Der Fluss ist an manchen Stellen sehr stark ausgetrocknet. Wegen des niedrigen Pegels drang an der Meermündung zur Adria bereits bis auf 30 Kilometer ins Landesinnere Salzwasser in das Flussbett. Die Beobachtungsstelle für die Lage am Fluss Po empfiehlt deshalb, noch weniger Wasser aus dem Strom zu entnehmen und stattdessen die großen Seen wie den Lago Maggiore, Comer See und Gardasee anzuzapfen.

Video: Hitze und Trockenheit - Italien droht Dürre-Katastrophe

Ministerpräsident Mario Draghi kündigte am Donnerstagabend Maßnahmen Roms wegen der Trockenheit an. Von Montag an werde sich die Regierung um Notfallpläne in den betroffenen Landesteilen kümmern. Dies fordern die Regionen vor allem im Norden schon seit Wochen. Draghi wies auch auf strukturelle Probleme hin: So seien die Wasserspeicherbecken und die Leitungen des Landes teils in so einem maroden Zustand, dass darin 30 Prozent des Wassers verloren gehe.

In Europa gibt es in diesem Jahr ungewöhnlich früh, ungewöhnlich viele Hitzewellen. In Spanien und Frankreich herrschten bereits im Mai über 40 Grad, im Juni kletterte das Thermometer in einigen Regionen sogar auf knapp unter 50 Grad. So früh im Jahr solch eine Hitze sei nicht normal, gaben bereits zahlreiche Experten zu bedenken. Die Ursache sehen sie im Klimawandel. Die Befürchtung der Meteorologen ist, dass solche Hitzewellen noch häufiger werden könnten.

Auch in Deutschland sterben jährlich Tausende Menschen aufgrund von Hitze, wie 24vita.de berichtet. Dabei wird sie von Ärzten nur selten als Todesursache erkannt. (dpa/fmü)

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