Spuren der Zerstörung

Hurrikan "Maria" wütet in der Karibik: Drei Tote auf Haiti

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Der Hurrikan „Maria“ flutet die Straßen von Bavaro in der Dominikanischen Republik. 

Puerto Rico ist durch Hurrikan "Maria" schwer verwüstet worden - US-Präsident Donald Trump sagte, die Insel sei wie „ausradiert“. Auf mehreren Inseln wurden bereits Todesfälle bestätigt. 

Santo Domingo/San Juan - Hurrikan "Maria" hat nach Puerto Rico auch die benachbarte Dominikanische Republik getroffen und starke Überschwemmungen verursacht. Staatspräsident Danilo Medina berief eine Krisensitzung ein, rund 350.000 Menschen waren ohne Strom. "Maria" erreichte hier Windgeschwindigkeiten von rund 195 Stundenkilometern. Bisher starben durch den Hurrikan auf den Karibikinseln Dominica, Guadalupe und Puerto Rico mindestens 18 Menschen.

Auf der Insel Haiti kamen wiederum drei Menschen ums Leben. Das Innenministerium der Karibikinsel teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, ein Mensch sei von einem Blitz erschlagen worden, zwei weitere ertrunken. Der Hurrikan der Kategorie 3 zog am Donnerstagabend etwa 130 Kilometer nördlich der Dominikanischen Republik in Richtung der britischen Turks- und Caicosinseln. Insgesamt kamen in der Karibik laut offizieller Angaben bereits mindestens 33 Menschen durch den Wirbelsturm ums Leben, davon allein 15 auf der kleinen Insel Dominica. 

„Maria“ steuert auf Turks- und Caicosinseln zu

Nachdem er Puerto Rico und die Dominikanische Republik verwüstet zurückgelassen hat, hält der Sturm aktuell auf die Turks- und Caicosinseln zu. 

Der Tropensturm erreichte vor den Turks- und Caicosinseln Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 Kilometern pro Stunde, wie das US-Hurrikanzentrum in Miami am Donnerstag (Ortszeit - gegen mittag deutscher Zeit) mitteilte. Damit gilt „Maria“ weiterhin als Hurrikan der Kategorie drei. Die britischen Turks- und Caicosinseln erwarteten das Auge des Sturms für den frühen Freitagmorgen (Ortszeit). Danach sollte „Maria“ auf die südlichen Inseln der Bahamas zuhalten.

Nach derzeitigen Berechnungen des US-Hurrikanzentrums zieht „Maria“ am Samstagmorgen (Ortszeit) aufs offene Meer nordöstlich der Bahamas hinaus. Experten warnen aber davor, dass Ausläufer des Hurrikans am Freitag auf die südöstliche Küste der Vereinigten Staaten treffen könnten. Demnach könnten die Wellen in den kommenden Tagen lebensgefährliche Strömungen an der Küste verursachen, auch wenn „Maria“ selbst nicht aufs Festland treffe.

Schwere Schäden im unvorbereiteten Puerto Rico

Dramatisch ist die Lage noch immer im schwer verwüsteten Puerto Rico. Nachdem der Sturm das US-Außengebiet mit seinen rund 3,4 Millionen Einwohnern erreicht hatte, fiel der Strom aus. US-Präsident Donald Trump rief den Katstrophenzustand aus und will die Insel bald besuchen. Puerto Rico ist mit 9000 Quadratkilometern so groß wie Zypern.

Das US-Militär teilte mit, dass man mit sechs Hubschraubern und vier Transportflugzeugen Hilfsmaßnahmen für Puerto Rico und die Virgin Islands unterstütze. Viele Gegenden waren komplett abgeschnitten, eine Hoffnung war, dass der Flughafen in Puerto Rico wieder den Betrieb aufnimmt, damit US-Hilfsflüge die Insel ansteuern können.

Mit Ausrufung des Katastrophenzustandes bekommt das US-Außengebiet, das eine hohe Armutsrate aufweist, Geld aus Washington. Dazu zählen Hilfen für Notunterkünfte und Hausreparaturen. Trump sagte in New York, Puerto Rico sei "vollkommen ausradiert" und von Winden getroffen worden, die die Insel noch nie zuvor erlebt habe. Die USA würden den Wiederaufbau Puerto Ricos mit großem Enthusiasmus angehen. Bisher ist Puerto Rico ein assoziierter Freistaat. Per Referendum hatte die von der Pleite bedrohte Insel aber beschlossen, dass man der 51. Bundesstaat der USA werden möchte. Das könnte die Finanzlage verbessern. Dieser Wunsch muss aber vom amerikanischen Kongress gebilligt werden.

In Puerto Rico wurden überall die Stromnetze vom Hurrikan umgefegt. Auch das Kommunikationsnetz kollabierte vielerorts, weshalb die Informationslage schwierig war. Neben einem bestätigten Todesopfer sprach der Chefs der Notfallbehörde, Abner Gómez, von mehreren Todesopfern in dem Bezirk Utuado durch den Hurrikan. Nach Angaben der Zeitung "El nuevo dia" könnte es sich um drei Rentner handeln, aber hierfür gebe es bisher keine Bestätigung.

Die Welle an Hurrikanen reißt nicht ab

Es kam zu Plünderungen. Um das zu unterbinden, rief Gouverneur Ricardo Rosselló Nevares eine nächtliche Ausgangssperre von sechs Uhr abends bis sechs Uhr morgens aus, die bis Samstag gelten soll. Unklar ist noch, ob der Hurrikan am Wochenende das US-Festland treffen könnte. Der Vorgängersturm "Irma" hatte große Schäden im US-Bundesstaat Florida hinterlassen.

AFP/dpa

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