Unglück am Olympiastadion Berlin

Schock-Video: Dramatische Szenen nach Absturz

Berlin - Bei einer Polizeiübung am Donnerstagmorgen sind am Berliner Olympiastadion zwei Hubschrauber in der Luft zusammengestoßen. Jetzt ist ein dramatisches Video des Absturzes aufgetaucht.

Zwei Hubschrauber sind bei einer Großübung der Bundespolizei im Schneetreiben in Berlin zusammengestoßen. Ein 42 Jahre alter Pilot kam ums Leben. Sieben Menschen wurden verletzt. Drei von ihnen lagen auch am Donnerstagabend noch im Krankenhaus. Die Polizeihubschrauber kollidierten am Morgen am Olympiastadion. Dort wollten rund 400 Beamte einen Einsatz gegen Fußball-Hooligans üben. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Die schlechte Sicht während der Übung gilt als ein möglicher Grund.

Die Hubschrauber sollten am Stadion Einsatzkräfte absetzen. Nach Augenzeugenberichten passierte der Unfall im Schneegestöber bei der Landung dreier Helikopter. Die Rotoren wirbelten den Schnee zu einer weißen Wand auf, hinter der plötzlich ein lauter Knall zu hören war, wie eine Polizistin berichtete. Hubschrauberteile flogen durch die Luft. Zuschauer warfen sich in Deckung, mindestens einer von ihnen wurde am Bein getroffen.

Ein Hubschrauber lag zerstört auf der Seite, auch die andere Maschine war schwer beschädigt. Die Maschinen gingen aber nicht in Flammen auf. "Unsere Sorge war, dass Kerosin ausläuft", sagte Feuerwehrsprecher Stephan Fleischer. Die Feuerwehr war mit rund 100 Einsatzkräften am Unglücksort, nachdem um 10.33 Uhr der Alarm in der Zentrale eingegangen war.

Hier sehen Sie das Video vom Hubschrauberabsturz

Die Ermittlungen zur Unfallursache übernahm die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Routinemäßig wurde eine Mordkommission des Berliner Landeskriminalamtes eingeschaltet. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigte sich an der Unglücksstelle tief betroffen. Im Abgeordnetenhaus sagte er, die Ursache sei noch nicht genau bekannt. Aber vermutlich hätten die enorme Schneeverwirbelung und die schlechte Sicht zum Absturz beigetragen.

Zur Zahl der Beamten, die während des Unfalls in den Maschinen saßen, lagen keine Informationen vor. Nach Polizeiangaben handelte es sich bei den verunglückten Helikoptern um einen mittleren Transporthubschrauber vom Typ AS 332 L1 Super Puma und einen leichten Transporthubschrauber des Typs EC 155 B. Die Puma-Maschine hat laut einer Übersicht der Bundespolizei 21 Sitzplätze, der EC-Helikopter 15 (jeweils einschließlich Besatzung). Die Hubschrauber gehörten zur Flugstaffel Blumberg, die in Ahrensfelde bei Berlin stationiert ist.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sprach von einem schrecklichen Unfall. "Wir haben einen toten Polizisten zu beklagen und sind bei den Angehörigen", sagte der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann. "Dieser tragische Unfall macht uns alle sehr betroffen. Berlin trauert um den toten Polizeibeamten", erklärte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).

Hubschrauberabsturz am Berliner Olympiastadion - Pilot stirbt

Hubschrauber kollidieren beim Berliner Olympiastadion - Pilot stirbt

Zum Unfallhergang sagte der zweite Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Hans-Joachim Zastrow, dem Sender n-tv, er sei sicher, dass es keinen Verstoß gegen Regeln gegeben habe. "Sie können absolut sicher sein, dass die Bundespolizei Einsätze mit Hubschraubern nur fliegt, wenn die Sicherheit gewährleistet ist."

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält derartige Übungen auch unter schlechten Bedingungen für notwendig. Hubschraubereinsätze gegen Fußball-Hooligans müssten bei jedem Wetter geprobt werden, weil auch Fußballspiele bei fast jedem Wetter stattfänden. "Wir sind keine Schönwetterpolizei", sagte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt der "Ostsee-Zeitung" (Freitag).

Als das Unglück passierte, trainierten gerade die Fußballprofis des Zweitligisten Hertha BSC auf dem Olympiagelände. Sie bekamen aber von dem Geschehen nichts mit, wie Mannschaftskapitän Peter Niemeyer dem "Tagesspiegel" sagte. Das Nachmittagstraining absolvierten die Fußballer dann nach Vereinsangaben auf Wunsch der Polizei ohne Öffentlichkeit auf dem Schenkendorffplatz.

dpa

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