1. Hersfelder Zeitung
  2. Panorama

Drosten warnt nach Corona-Zahlen aus Hongkong: „Omikron bei ungeimpften älteren Menschen nicht mild“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anna Lehmer

Kommentare

Wegen der Omikron-Variante steigen in Hongkong die Todeszahlen rasant, denn Corona trifft offenbar auf viele ungeimpfte ältere Menschen.

Hongkong - Seit Tagen verhängt China* immer neue Lockdowns*, um den Ausbruch der jüngsten Omikron-Welle in den Griff zu bekommen. Trotzdem verzeichneten die Behörden erneut einen Rekord bei den Neuinfektionen und auch die Zahl derer, die an einer Corona-Erkrankung sterben, ist drastisch gestiegen. Omikron macht dem Land zu schaffen und die Regierung hält weiter an der umstrittenen Null-Covid-Politik fest. In den letzten Tagen hat Hongkong die höchste tägliche Todesrate der Welt zu verzeichnen.

Corona: Infektionen mit Omikron-Variante enden häufiger tödlich in Hongkong

In Hongkong nehmen aktuell die bestätigten Todesfälle am schnellsten zu, die Zahl hat sich in den letzten neun Tagen verdoppelt. Die Financial Times berichtet, dass seit Entdeckung der Omikron-Variante jeder Corona-Fall in Hongkong 20- bis 50-mal tödlicher gewesen ist als in anderen Ländern.

Hongkong: Viele ältere ungeimpfte Menschen sterben an den Folgen von Corona

Gesundheitsexperten riefen nun gezielt ältere Menschen auf, sich impfen und auch boostern zu lassen. Gerade in dieser Altersgruppe sei das Risiko einer schweren Erkrankung sehr hoch, mahnte der Vertreter der Gesundheitskommission, Jiao Yahui. Offiziellen Angaben zufolge sind rund 80 Prozent der über 60-Jährigen zweifach geimpft. In Hongkong hingegen beobachtet Peking die Situation mit Sorgen. In der chinesischen Sonderverwaltungszone sind vor allem ungeimpfte oder nicht ausreichend geimpfte ältere Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben.

Corona in Hongkong: Zwei Drittel der über 80-jährigen nicht geimpft

Auf Twitter teilt Financial Times-Journalist John Burn-Murdoch diese Meinung. Bei den über 80-jährigen sei mehr als zwei Drittel in Hongkong noch nicht geimpft gewesen, als die Omikron-Welle erstmals über die Region rollte. Diejenigen, die bereits vollständig immunisiert sind, sind größtenteils mit dem in China produzierten Impfstoff Sinovac geimpft worden. Dieser weist bei den älteren Geimpften aber nur einen geringen Schutz gegen Omikron auf. Seit Beginn der Pandemie wurden in Hongkong offiziell mehr als 790 000 Infektionen und 4847 Tote gezählt. Die wahre Zahl der Ansteckungen dürfte aber deutlich höher sein.

Christian Drosten: „Omikron ist bei ungeimpften älteren Menschen nicht mild“

Auch der Virologe Christian Drosten warnt auf Twitter vor Omikron: „Hongkong zeigt wie erwartet: Omikron ist bei ungeimpften älteren Menschen nicht mild. Deutschland hat noch über 2 Mio Umgeimpfte über 60.“

Hongkong: Regierung warnt vor Selbstgefälligkeit

Die Zahl der Corona-Infektionen in Hongkong* verharrt seit vergangener Woche auf einem hohen Niveau. Am Mittwoch (16. März) wurden in der chinesischen Sonderverwaltungsregion 29.000 neue Infektionen und 279 Tote gemeldet. Regierungschefin Carrie Lam rief deswegen am Mittwoch sieben Millionen Menschen auf, weiter Vorsicht walten zu lassen. „Es ist nicht die Zeit für Lockerungen“, sagte Lam. „Es ist nicht die Zeit, selbstgefällig zu sein.“ Als Vorsichtsmaßnahmen würden die von Stadtregierung verwalteten Strände ab Donnerstag geschlossen, da das gute Wetter vermehrt Menschen in den letzten Tagen dorthin gelockt hätte.

Omikron breitet sich in Jilin aus: Volkswagen schließt drei Standorte

Am stärksten von der Ausbreitung der Omikron-Variante betroffen ist die nordöstliche Provinz Jilin an der Grenze zu Nordkorea, in der nach Angaben der Nationalen Gesundheitskommission mehr als 3000 Fälle registriert wurden. Volkswagen hatte dort wegen der Corona-Beschränkungen bereits eine mehrtägige Schließung dreier Standorte angekündigt. In weiteren Städten in China wurden Produktionsstopps* gemeldet. (afp/dpa/ale) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare