19-Jähriger verurteilt

Hausmeister bei grobem Abi-Streich verprügelt

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Nach einem aus dem Ruder gelaufenen Abi-Streich ist ein 19-Jähriger in Düsseldorf wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden.

Düsseldorf - Erst kommt es in Köln zu Gewaltexzessen, dann läuft auch in Düsseldorf ein Abi-Streich aus dem Ruder. Dafür wurde nun ein Beteiligter zur Rechenschaft gezogen.

Nach einem aus dem Ruder gelaufenen Abi-Streich ist ein 19-Jähriger in Düsseldorf wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Amtsrichter Uwe Heemeyer verurteilte den Ex-Schüler am Montag zu 65 Arbeitsstunden und 500 Euro Schmerzensgeld nach Jugendstrafrecht. Der inzwischen studierende junge Mann hatte zuvor zugegeben, den Hausmeister eines Gymnasiums in Düsseldorf geschlagen und dessen Lebensgefährtin geschubst zu haben. Beide hatten dabei Verletzungen erlitten. „Solche Abi-Streiche braucht keiner“, sagte Oberamtsanwältin Monika Ganswindt. Die Schüler hätten „Angst und Schrecken“ verbreitet.

Als angehender Abiturient war er vor elf Monaten mit Mitschülern nachts auf das Gelände eines „verfeindeten“ Gymnasiums in Düsseldorf eingedrungen, um dort die Fahne seiner Schule zu hissen. Die Lebensgefährtin des dort beschäftigten Hausmeisters hatte aber eine Mitschülerin, die nicht schnell genug getürmt war, festgehalten und in die Hausmeisterwohnung gebracht, um dort auf die Polizei zu warten.

Der Schüler hatte dann versucht, die junge Frau zu befreien. Dabei hatte er laut Anklage die Freundin des Hausmeisters brutal gegen einen Türrahmen gestoßen und dem Hausmeister mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der Hausmeister hatte Prellungen, blaue Flecken und einen angebrochenen Finger davongetragen, seine Freundin eine Rückenprellung.

„Mein Mandant schämt sich“

Der Schüler legte am Montag ein Geständnis ab, entschuldigte sich bei den Opfern und bedauerte die Tat. Er habe seiner Mitschülerin helfen wollen. „Mein Mandant schämt sich“, sagte Verteidiger Marcus Hertel. Das Ganze sei so nicht geplant gewesen und außer Kontrolle geraten. Der damalige Schüler habe auch selbst einstecken müssen und vom Hausmeister eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht bekommen.

„Das war eine Art Schockmoment für mich, die Situation sah für mich bedrohlich aus“, sagte der 19-Jährige. „Es tut mir von Herzen leid, ich wollte das nicht.“

„Das war absolut nicht schön, was ihr euch da geleistet habt. Da haben wir bis heute dran zu knabbern“, sagte die Lebensgefährtin des Hausmeisters in Richtung des Angeklagten. Die Tochter brach im Gerichtssaal in Tränen aus. Sie leide noch heute unter dem Vorfall und fühle sich in der Wohnung nicht mehr sicher, sagte Oberamtsanwältin Ganswindt.

Die Polizei hatte am Tatort mehrere Schüler anderer Schulen als Verdächtige aufgegriffen. Dabei hatten noch mehr Schüler auf den Hausmeister eingeschlagen. Sie hatten aber nicht identifiziert werden können. Das Urteil ist rechtskräftig.

Kurz vor der Tat im vergangenen März war es in Köln zu Ausschreitungen von Abiturienten mit Schwerverletzten gekommen. Rivalisierende Gruppen waren dort mit Steinen und Flaschen aufeinander losgegangen.

dpa

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