Betroffene hoffen auf Antworten

Grenfell-Tower-Desaster - Untersuchungskommission nimmt Arbeit auf

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Nach Brand im Grenfell-Tower

Die Untersuchung zur Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower hat begonnen. Das geht aus einer Mitteilung der britischen Regierung vom Dienstag hervor. Die Betroffenen hoffen, dass möglichst schnell für Klarheit gesorgt wird.

London - Die Untersuchung zur Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower hat begonnen. Bei dem Feuer in dem Hochhaus im Londoner Stadtteil Kensington waren am 14. Juni mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. Nur 49 Opfer konnten bisher identifiziert werden.

Bei der Untersuchung soll geklärt werden, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Allgemeine Missstände im sozialen Wohnungswesen sollen trotz Forderung von Überlebenden und Angehörigen von Opfern nicht Gegenstand der Betrachtung sein. Premierministerin Theresa May versprach aber, das Thema anzugehen. „Ich bin entschlossen, dass die breiteren Fragen nicht unbeantwortet bleiben, die bei diesem Feuer aufgeworfen wurden, einschließlich rund um das soziale Wohnungswesen“, sagte May einer Mitteilung zufolge.

Vor allem die Fassadenverkleidung steht im Verdacht, die Ausbreitung des Feuers begünstigt zu haben. Sie war erst bei Renovierungsmaßnahmen in den Jahren 2015 und 2016 angebracht worden. Geklärt werden soll daher auch, ob die Brandschutzbestimmungen eingehalten wurden und ob sie ausreichend waren. Beides ist bislang unbekannt.

Auch der Einsatz der Feuerwehr und das Krisenmanagement der lokalen Behörden soll bei der Untersuchung unter die Lupe genommen werden. Eine erste Anhörung soll am 14. September stattfinden. Bis Ostern kommenden Jahres soll ein vorläufiger Bericht über die Ursache des Brands und seine Ausbreitung vorgelegt werden.

dpa

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