Unglücksursache noch unklar

Drei Tote bei Flugzeugabsturz - Schnee erschwert Bergung

Kurz vor dem Ziel stürzt ein Kleinflugzeug in einem schwer zugänglichen Gebiet ab. Die Polizei findet drei Tote. Schnee erschwert in der Nacht die Bergungsarbeiten.

Update: Einer Insassen war Thermen-Gründer und Architekt Josef Wund. Das berichten mehreren Medien.

Ravensburg - Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs in Baden-Württemberg mit drei Toten haben Wind und Schnee die Bergungsarbeiten in der Nacht zum Freitag erschwert. Während der Nacht ging der Einsatz trotz der widrigen Witterungsbedingungen zunächst weiter. Am frühen Morgen mussten die Bergungsarbeiten wegen starker Schneefälle dann vorübergehend eingestellt werden. „Die Ermittlungen sind erst einmal ins Stocken geraten“, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Über die Absturzstelle habe sich eine dichte Schneedecke gelegt.

Neue Erkenntnisse über die Ursache des Absturzes gab es zunächst nicht. Auch die Identität der Getöteten war noch nicht abschließend geklärt. Es handele sich aber um drei Männer, sagte ein Polizeisprecher Medienberichten zufolge. Die Polizei wollte diese Angabe in der Nacht allerdings zunächst nicht bestätigen.

Am Donnerstagabend war die Cessna in einem schwer zugänglichen Wald im baden-württembergischen Kreis Ravensburg abgestürzt, die Polizei hatte danach drei Tote entdeckt. „Wir gehen davon aus, dass es sich um die Insassen handelt“, sagte ein Sprecher.

Absturzstelle liegt abseits von Wohngebieten

Laut Augenzeugen liegt die Absturzstelle abseits von Wohngebieten. Bereits am Abend hatten die Einsatzkräfte den Unglücksort in der Nähe des Waldburger Teilortes Sieberatsreute weiträumig abgesperrt und den Wald für die Suche mit Scheinwerfern ausgeleuchtet. Unter anderen suchten Sachverständige der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nach Hinweisen, die Aufschluss über die Identität der Opfer geben könnten.

Die Cessna 510 war nach Polizeiangaben auf dem Flugplatz Frankfurt-Egelsbach in Hessen in Richtung Friedrichshafen gestartet, hatte das Ziel aber nie erreicht. Maschinen dieser Art werden häufig als Geschäftsflugzeuge eingesetzt. Auch in der Nacht war noch unklar, ob die mutmaßlich bei dem Absturz Getöteten privat unterwegs waren oder eine Geschäftsreise machten.

Erst im Sommer war in der Region ein Kleinflugzeug abgestürzt. Eine Propellermaschine vom Typ Piper Malibu war im August mit zwei Menschen an Bord in Zürich gestartet und wenig später nahe der Blumeninsel Mainau ins Wasser gestürzt. Der 74 Jahre alte Pilot und seine 75 Jahre alte Partnerin - beide Schweizer Staatsangehörige - starben dabei.

Bei Abstürzen von kleinen Flugzeugen in Deutschland kommen immer wieder Menschen ums Leben. Einige Unfälle aus der letzten Zeit:

Dezember 2017: Ein 78-Jähriger stürzt in einem Waldgebiet im Weserbergland in Niedersachsen ab. Der Mann war in einer Maschine vom Typ Aquila, einem zweisitzigen Schulungsflugzeug, unterwegs. Bei dem Piloten konnte nur noch der Tod festgestellt werden.

August 2017: Ein 82-jähriger Hobbypilot stürzt mit seinem Kleinflugzeug wenige Meter neben einer Bahnstrecke in Ostfriesland ab. Der Senior stirbt, sein Hund, der mit an Bord war, überlebt.

August 2017: Nahe Konstanz stürzt ein Kleinflugzeug mit zwei Menschen an Bord in den Bodensee. Der 74 Jahre alte Pilot und seine 75 Jahre alte Partnerin - beide aus der Schweiz - überleben das Unglück nicht.

Dezember 2016: Ein Kleinflugzeug stürzt auf der Ostseeinsel Usedom ab und reißt den Piloten in den Tod. Die zweimotorige Maschine kracht in der Nähe des Flughafens Heringsdorf in einen Wald.

Oktober 2016: Bei einem Unglück mit einem Kleinflugzeug in dichtem Nebel kommt ein Mann am Saarbrücker Flughafen Ensheim ums Leben. Der Pilot stürzte mit seiner Maschine auf einen Zubringer zur Startbahn.

August 2016: Beim Absturz eines Oldtimer-Flugzeugs in Speyer (Rheinland-Pfalz) stirbt der Pilot. Das historische Kleinflugzeug schlug auf einer Ackerfläche auf und fing Feuer.

Februar 2016: Ein Ultraleichtflugzeug stürzt bei Söhlde (Niedersachsen) ab, zwei Männer sterben. Der Flieger krachte 150 Meter von einem Sportplatz entfernt auf ein freies Feld.

Januar 2015: Ein Kleinflugzeug touchiert beim Absturz in Rechberghausen (Baden-Württemberg) mehrere Wohnhäuser und prallt in einen Garten. Der Pilot und eine Frau sterben im Wrack der Sportmaschine.

September 2014: Ein Sportflugzeug stürzt in das Dach eines Einfamilienhauses in Schönbrunn (Baden-Württemberg). Der 53-jährige Pilot kommt ums Leben, die Bewohner kommen mit dem Schrecken davon.

Januar 2014: In der Eifel kommen vier Menschen ums Leben, als ein Geschäftsflugzeug bei dichtem Nebel im Landeanflug eine Stromleitung streift.

dpa/Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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