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Gas sparen und mit Klimageräten heizen – so sinnvoll ist das wirklich

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Von: Dominik Jahn

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Klimagerät am Eingangsbereich eines Wohnhauses
Gas sparen und mit Klimageräten heizen – so sinnvoll ist das wirklich. © Udo Herrmann/dpa

Mit Klimageräten kann man nicht nur für Abkühlung sorgen im Sommer. Wenn es ums Heizen geht, dann sollten Verbraucher fürs Gassparen wichtige Hinweise beachten. Immerhin gibt es einen Zuschuss vom Staat.

Schon im April 2022 waren die Energiekosten extrem. Die Prognosen für Gas und Strom waren zu diesem Zeitpunkt bereist düster. Alternativen müssen her, um Geld zu sparen im Alltag. Noch macht sich eine Hitzewelle nach der anderen über Deutschland breit. Aber die kühle Jahreszeit kommt. Es muss geheizt werden.

Mit einfachen Tipps lässt sich für Verbraucher Gas sparen im Haushalt, wie echo24.de berichtet hat. Doch können auch Klimageräte dabei helfen, günstig zu heizen? Fachleute sehen neben Vorteilen auch einen entscheidenden Nachteil.

Klimageräte fürs Heizen nutzen und Gas sparen? So funktionieren die Anlagen

Heizen und Klimagerät scheint zunächst für viele nicht zusammenzupassen. Für die meisten Verbraucher bringen solche Geräte doch Abkühlung in der Hitze. Doch da klärt Tim Geßler, Redakteur der Fachzeitschrift SBZ Sanitär gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) auf: „Klimageräte sind im Prinzip nichts anderes als Wärmepumpen, die in die andere Richtung funktionieren.“

Eine Wärmepumpe heizt demnach primär, und ein Klimagerät kühlt in erster Linie einen Raum. Doch man kann laut Geßler den Kältekreislauf umkehren und dann „mit einer Wärmepumpe kühlen oder mit einer Klimaanlage heizen“. Aber wie gut lässt sich damit Gas sparen? Und was kosten solche Geräte?

Gas sparen mit Klimageräten: Was Verbraucher dafür zahlen müssen

Grundsätzlich darf man solche Mono-Split-Klimageräte nicht verwechseln mit mobilen Klimaanlagen. Sie sind kleine, fest verbaute Luft-Luft-Wärmepumpen, die aus zwei Teilen bestehen. Kühlgerät im Zimmer und einem Kompressor etwa an der Außenwand des Gebäudes. Meist haben sie eine Umschaltfunktion, die dann das Heizen ermöglicht.

Wer sich ein solches Klimagerät zum Gassparen anschaffen möchte, der muss mit Preisen ab 250 Euro rechnen. Dazu kommt dann aber noch die Installation. Hier schätzen die Experten die Kosten auf 1.500 bis 2.500 Euro. Tim Geßler: „Das ist keine Do-it-Yourself-Lösung.“

Mit etwas Glück kann man sich aber etwas Geld vom Staat holen. Für die entsprechenden Geräte kann es der dpa zufolge „eine Förderung von bis zu 25 bis 40 Prozent der Kosten vom Staat geben, wenn die Modelle in der Liste der förderfähigen Wärmepumpen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stehen (neue Fördersätze ab 15. August 2022)“.

Gas sparen ja, aber es gibt ein Problem mit den Klimageräten

Wie in dem dpa-Bericht deutlich wird, können diese Klimageräte laut Fachverband Gebäude-Klima eine Heizleistung von rund 18 Gigawatt zur Verfügung stellen. Verbraucher könnte damit „rund 2,75 Milliarden Kubikmeter Erdgas einsparen“. Damit lässt sich also Gas sparen.

Allerdings kommt ein Problem hinzu, welches die Freude etwas trübt. Diese Split-Klimageräte benötigen zwar kein Öl oder Gas, verbrauchen dafür aber Strom. Viele der neuen Geräte haben laut Beitrag auch im Heizbetrieb die Energieeffizienzklasse A+++ (sehr gut), doch die tatsächlich anstehenden Kosten variieren stark.

Daher sollte man vorher bei einem Experten nachfragen, mit welchen Stromkosten im jeweils individuellen Fall zu rechnen ist. Und auch der verbrauchte Strom für den Betrieb der Klimaanlagen wird hierzulande zu Teilen aus Gas hergestellt.

Gas sparen mit Klimageräten: Das Fazit der Experten

Mit Blick auf die Vorteile und Nachteile der Nutzung von Klimageräten, um beim Heizen Gas zu sparen, zeigt sich, dass die Fachleute die entsprechenden Modelle allenfalls als eine Heizungsergänzung bewerten. Wichtig ist für Fachredakteur Geßler in jedem Fall, dass man immer auch mit ihnen die Räume im Sommer kühlen kann.

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