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„So etwas lässt niemanden kalt“: Säugling stirbt in Klinik - Obduktion bringt Klarheit

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Von: Tanja Brinkmann, Franziska Konrad

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Krankenwagen Einsatz
Die Hilfe kam zu spät: Im Klinikum Garmisch-Partenkirchen starb ein Säugling an seinen schweren Verletzungen. © Boris Roessler/dpa

Ein etwas über einen Monat alter Säugling starb im Klinikum Garmisch-Partenkirchen an seinen schweren Verletzungen. Der Vater ist dringend tatverdächtig - und sitzt nun in Untersuchungshaft.

Update vom 6. März, 6.53 Uhr: Etwas über einen Monat, in dem das kleine Mädchen schon eine Bindung zu seinen Eltern und seiner Schwester aufgebaut hat. In dem es vielleicht schon das erste Lächeln gezeigt hat. Etwas über einen Monat durfte es leben. Bis zu dem unfassbaren Geschehen am Montag. Das Baby ist tot, getötet offenbar durch die Hand des eigenen Vaters.

„Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass die tödlichen Verletzungen durch heftiges Schütteln und stumpfe Gewalt gegen den Kopf hervorgerufen wurden“, sagt Polizeihauptkommissar Martin Emig, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Der 25-Jährige befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft.

Oberammergau: Säugling kommt in Klinik - „trotz aller ärztlichen Bemühungen verstorben“

Das leblose Kind ist in einer dezentralen Unterkunft für Asylbewerber in Oberammergau entdeckt worden. Wer das Mädchen, dessen Eltern und Schwester im Kindergartenalter aus der Republik Moldau nach Deutschland geflüchtet waren, gefunden hat, dazu äußert sich die Polizei mit Verweis auf die Ermittlungen nicht.

Der sofort herbeigerufene Rettungsdienst brachte das Kind unter laufender Reanimation ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen. „Dort ist das Mädchen trotz aller ärztlichen Bemühungen am Abend verstorben“, sagt Emig. Nach einer Mitteilung aus dem Krankenhaus übernahm zunächst der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim die Ermittlungen, um die Todesursache zur klären. In der Folge führten diese die Kripo Garmisch-Partenkirchen unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II fort. Das Ganze sei auch für die Kollegen „sehr belastend“, unterstreicht Emig. „So etwas lässt niemanden kalt.“

Eine durch den Ermittlungsrichter angeordnete Obduktion des toten Säuglings erbrachte eindeutige Hinweise darauf, dass das Kind an Gewalteinwirkungen gestorben ist. Dadurch erhärtete sich der Verdacht gegen den 25-jährigen Vater des Mädchens. Nach weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen stellte die Staatsanwaltschaft Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gegen ihn wegen des dringenden Tatverdachts eines Tötungsdelikts, der antragsgemäß durch den zuständigen Ermittlungsrichter erlassen wurde. Der moldauische Staatsangehörige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Baby stirbt in Garmisch-Partenkirchen: „Jetzt gilt es, das Motiv für die Tat herauszuarbeiten“

„Jetzt gilt es, das Motiv für die Tat herauszuarbeiten“, erklärt der Polizeisprecher. Im Raum stehen beispielsweise Körperverletzung mit Todesfolge oder fahrlässige Körperverletzung. Dazu werden neben der Mutter des kleinen Mädchens auch die anderen Bewohner der Asylunterkunft befragt. Zudem laufen Emig zufolge entsprechende Untersuchungen in der Wohnung der Familie.

Für die Unterkunft in Oberammergau ist die Regierung von Oberbayern zuständig. „Der unerwartete Tod des Säuglings hat auch unsere Mitarbeiter sowie die Mitarbeiter unseres Unterkunftsdienstleisters vor Ort berührt und betroffen gemacht“, sagt Pressesprecher Wolfgang Rupp. „Nach dem Tod des Kindes wurde von uns der sozialpsychiatrische Notdienst verständigt. Bis zu dessen Eintreffen betreute die Verwaltungsleitung vor Ort die Familie.“

Zudem stehe die Flüchtlings- und Integrationsberatung bei Bedarf für die individuelle Unterstützung der Familie und der Bewohner zur Verfügung. Das schreckliche Geschehen versteht aber auch er nicht im Zusammenhang mit der Asyl- oder Unterbringungssituation. Wie es letztlich zu der furchtbaren Tat kommen konnte, müssen die Ermittlungen der Polizei ergeben. 

Säugling stirbt in Klinik an schweren Verletzungen - Vater dringend tatverdächtig

Erstmeldung vom 4. März: Oberammergau - Ein tragischer Vorfall spielte sich am Montag (28. Februar) im oberbayerischen Oberammergau ab: Der Rettungsdienst stieß in einer Asylbewerber-Unterkunft auf einen leblosen Säugling. Wenig später starb das kleine Mädchen. Der Vater ist dringend tatverdächtig. Das berichtet die Polizei.

Oberammergau: Rettungsdienst findet leblosen Säugling - Mädchen stirbt in Klinik

Unter laufender Reanimation wurde das einen Monat alte Kind am Montag ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen eingeliefert. Doch die Bemühungen der Ärzte waren vergeblich: Noch am Abend starb das kleine Mädchen. Der 25-jährige Vater des Babys steht nun unter dringendem Tatverdacht, das kleine Mädchen getötet zu haben.

Eine Obduktion des Leichnams ergab eindeutige Hinweise darauf, dass das Kind durch Gewalteinwirkungen starb. Laut Polizeibericht gehen die Ermittler derzeit davon aus, dass die tödlichen Verletzungen durch heftiges Schütteln und stumpfe Gewalt gegen den Kopf hervorgerufen wurden. Der 25-jährige Vater sitzt nun in Untersuchungshaft.

Säugling stirbt an schweren Verletzungen: Vater in Untersuchungshaft

Wie aus einer Mitteilung des Klinikums hervorgeht, übernahm zunächst der Kriminaldauerdienst der Kripo Weilheim die ersten Ermittlungen zur Klärung der Todesursache. Diese wurden von der Kriminalpolizeistation Garmisch-Partenkirchen fortgeführt, unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II.

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