Verzweifelte Eltern beten

Komplette Fußballmannschaft in Höhle eingeschlossen: Thailands Premier mit überraschendem Versprechen

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Angehörige betten an der Höhle, in der die Jugendlichen eingeschlossen sind.

Thailands Regierungschef hat die Familien der seit einer Woche in einer Höhle vermissten Jugendlichen ermuntert, die Hoffnung nicht aufzugeben - und einen Strandurlaub versprochen.

Update 29. Juni, 07.57 Uhr

„Wenn sie alle draußen sind, nehme ich sie alle mit nach Pattaya“, sagte Premier Prayut Chan-o-cha am Freitag vor den besorgten Eltern der zwölf Jungen.

Der Strand von Pattaya ist ein auch bei Touristen beliebter Party- und Urlaubsort. Es ist aber auch der Name eines Sandhügels in einer Felskammer der überfluteten Höhle bei Chiang Rai - die Kammer ist einer der Orte, wo die Helfer die Gruppe vermuten.

„Glaubt an eure Kinder. Glaubt an die Behörden“, sagte Prayut. Er glaube daran, dass die Jungs stark seien und überleben würden. Es gibt jedoch seit Tagen keine Lebenszeichen von den Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren. Starker Regen hat die Tham Luang - Khun Nam Nang Non-Höhle teilweise überflutet.

Am Ende seines Kurzbesuchs forderte Prayut die Eltern noch auf, ihren Bürgerpflichten nachzukommen: „Vergesst nicht, bei den nächsten Wahlen wählen zu gehen“, sagte der Ex-Militärchef, der nach einem Militärputsch 2014 die Macht in dem südostasiatischen Land übernahm. Versprochene Wahlen hat das Militär mehrmals verschoben, als nächster möglicher Termin gilt der Februar 2019.

Seit Tagen kein Lebenszeichen: Komplette Fußballmannschaft in Höhle eingeschlossen

Bangkok - Seit dem Wochenende ist eine Jugend-Fußballmannschaft in Thailand in einer Höhle eingeschlossen - am Dienstagmorgen haben Rettungsmannschaften die Suche wieder aufgenommen. Die zwölf Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren und ihr Trainer sind seit Samstag vermisst. Dennoch seien die Retter optimistisch, dass die Jungen noch am Leben seien, sagte der stellvertretende Regierungschef Prawit Wongsuwon einem Bericht der „Bangkok Post“ zufolge. „Obwohl sie womöglich nichts zu essen haben, sollten sie Wasser zu trinken haben.“

Rettungstaucher suchen nach den vermissten Jungen

Mit Sauerstoffflaschen und Essensrationen ausgestattete Marine-Taucher begaben sich am frühen Dienstagmorgen in die Höhle in der Provinz Chiang Rai. Verzweifelte Eltern beteten vor der Höhle für die Rettung der zwölf Jungen und ihres Trainers, die seit Samstag in der teilweise überfluteten Höhle vermutet werden.

Das Taucherteam werde bis ans Ende der Tham-Luang-Höhle gehen, teilte die Marine im Online-Netzwerk Facebook mit. Im Laufe des Tages solle zur Unterstützung der Taucher ein Unterwasserroboter eingesetzt werden, teilte Sawangtit Srikitsuwan von der König-Mongkut-Universitität in Bangkok mit.

Einsatzbesprechung am Unglücksort.

Suchten die Jungen in der Höhle Schutz?

Warum die Gruppe die Höhle in der nordthailändischen Provinz Chiang Rai betrat, ist bislang nicht bekannt. In der Region herrscht Regenzeit, eine Sturzflut versperrte vermutlich den Rückweg. Taucher versuchen, durch kilometerlange Tunnel die Vermissten zu erreichen. Steigende Wasserstände erschwerten die Suche.

Wegen ihrer Abgeschiedenheit wird die Höhle von ausländischen Touristen nur selten besichtigt. Die Einheimischen besuchen die Höhle wegen kleiner Buddha-Statuen, die dort aufgestellt wurden.

Am Morgen haben Rettungsmannschaften die Suche nach der vermissten thailändischen Jugend-Fußballmannschaft wieder aufgenommen. 

Eine spektakuläre Rettungsaktion aus einer Höhle sorgte auch im Jahr 2014 für Schlagzeilen. Der Höhlenforscher Johann Westhauser musste damals aus der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden gerettet werden. Die Aktion hatte fast eine Million Euro gekostet.

dpa/Afp

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