Von zehn Männern bedrängt

Frau in Silvesternacht umzingelt - Gericht verhängt Gefängnisstrafe

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In der Silvesternacht 2016/17 waren viele Polizisten auf Streife - nicht alles konnten sie verhindern.

Eine Berlin-Besucherin wird während der Silvesterfeier am Brandenburger Tor von mehr als zehn Männern umringt, von einigen sexuell belästigt. Nun ist ein Mann verurteilt worden.

Berlin - Nach einem Übergriff auf eine Frau, die in der Silvesternacht 2016 in Berlin-Mitte umzingelt und sexuell belästigt worden war, soll ein 26-Jähriger ins Gefängnis. Sieben Monate Haft ohne Bewährung verhängte das Amtsgericht Tiergarten am Donnerstag. Der aus Pakistan stammende Mann habe sich in einer Gruppe von Landsleuten befunden, von der die 35-Jährige vor dem Brandenburger Tor umringt worden war, begründete der Richter. Ob der Angeklagte die Geschädigte sexuell berührte, sei aber nicht festgestellt worden. Ein Mitangeklagter wurde freigesprochen.

Das Gericht sah den Vorwurf einer Straftat aus einer Gruppe als erwiesen an. Zudem habe sich der 26-Jährige des Widerstands schuldig gemacht. Als Polizisten seine Personalien feststellen wollte, habe er sich „ungebührlich bis an die Grenze zur Körperverletzung verhalten“. Die Anklage war zunächst auch von sexueller Belästigung ausgegangen.

Es war kurz vor Mitternacht, als die in Schleswig-Holstein lebende Frau plötzlich von mehr als zehn Männern umringt worden war. „Dann bemerkte ich Hände an meinen Oberschenkeln und einen Griff in meinen Schritt“, schilderte die 35-jährige Büroangestellte im Prozess. Ihr Begleiter habe ihr geholfen. Als Polizisten kamen, sei die Gruppe geflohen. Seit dem Vorfall habe sie Angst, abends allein auf die Straße zu gehen. „Der Vorfall steckt bis heute in meinen Knochen.“

Der 26-Jährige, der seit zwei Jahren als Asylbewerber im Stadtteil Lichtenberg lebt, hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. „Ich habe gar nichts gemacht“, erklärte er. Er habe sich auch nicht gegen die Polizisten wehren wollen. Er sei unruhig gewesen und habe seine Hose geöffnet, weil ihn die Beamten nicht zur Toilette gelassen hätten.

Das Gericht war überzeugt, dass der einschlägig vorbestrafte Mann wusste, „dass es aus der Gruppe heraus zu Straftaten kommen kann“. Nur zwei Wochen zuvor sei er wegen einer vergleichbaren Tat zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Angeklagte halte sich nicht an Regeln. „Ein solches Verhalten ist nicht akzeptabel“, hieß es weiter.

Das Gericht ging deutlich über den Strafantrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die acht Monate Haft auf Bewährung verlangt hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Auch in Bayern gab es in der Silvesternacht sexuelle Übergriffe. Wieder Merkur berichtete*, vergewaltigten zwei afghanische Flüchtlinge (18) eine junge Frau und wurden beide zu dreijährigen Haftstrafen verurteilt. 

dpa

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