Nach Flugzeugunglück in Kolumbien

Überlebender schildert dramatische Minuten vor Absturz

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Nach dem Flugzeugabsturz in der Nähe von Medellín in Kolumbien hat sich ein Überlebender zu Wort gemeldet. 

Medellín - Nur sechs Menschen haben den Absturz der LaMia 933 auf dem Weg ins kolumbianische Medellín überlebt - unter ihnen ein Journalist. Der hat sich jetzt zu Wort gemeldet. 

Rafael Henzel ist einer von nur sechs Überlebenden des Flugzeugabsturzes in der Nähe der kolumbianischen Stadt Medellín, bei dem am 28. November neben anderen Opfern auch ein Großteil der Spieler und Verantwortlichen des brasilianischen Fußballklubs Chapecoense ums Leben gekommen waren. Er war drei Tage nach dem Absturz, am 1. Dezember, aus dem Koma erwacht. 

Jetzt, knapp zwei Wochen später, hat sich der brasilianische Journalist erstmals zu Wort gemeldet. Wie sport.es berichtet, seien die Passagiere ihm zufolge vor dem Absturz nicht über den Notfall informiert worden. Nach Informationen der kolumbianischen Luftfahrtbehörde sei Treibstoffmangel die Ursache gewesen. „Sie haben die Lichter und die Motoren ausgeschaltet“, erzählt Henzel im Interview mit dem TV-Sender Fantástico. „Das hat Beklommenheit verursacht, aber niemand hat uns etwas gesagt. Wir flogen ohne zu wissen, was passieren würde.“ 

Niemand habe den Passagieren gesagt, dass sie ihre Gurte anlegen sollen. „Jedes Mal, wenn wir gefragt haben, wann wir ankommen werden, sagte man uns, dass es noch zehn Minuten dauern würde. Das hat für Angst gesorgt, aber wir wurden nicht gewarnt“, sagt der Journalist von Radio Oeste Capital. „Es gab keine Panik und auch keine Schreie vor dem Aufprall. Vielmehr herrschte Ruhe.“ 

Wie es aus Mediziner-Kreisen heißt, werden die vier brasilianischen Überlebenden, die Fußballer Jackson Follman, Helio Zampier Neto und Alan Ruschel, sowie der Journalist Henzel im Laufe der Woche in ihre Heimat verlegt. 

hb

 

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