Niedersachsen und Baden-Württemberg

„Es sieht verheerend aus“: Große Schäden nach Unwettern in Deutschland

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Umgestürzte Eichen liegen am Morgen des 08.07.2017 auf einem Bauernhof in Goldenstedt (Niedersachsen).

Vechta/Friedrichshafen - Umgestürzte Bäume, beschädigte Häuser, vollgelaufene Keller: Schwere Unwetter haben punktuell enorme Schäden angerichtet. Und für die kommenden Tagen verspricht der Wetterdienst wenig Gutes.

Schwere Unwetter haben in Niedersachsen und Baden-Württemberg örtlich vernichtende Spuren hinterlassen. In Goldenstedt und Visbek im Landkreis Vechta richtete der Sturm nach Polizeiangaben Schäden in Millionenhöhe an. Bäume stürzten am Freitagabend auf Häuser, Stallungen, Autos und Photovoltaikanlagen. Verletzt wurde bei dem Unwetter niemand.

Im Süden Baden-Württembergs fielen am Samstag binnen vier Stunden laut Deutschem Wetterdienst (DWD) örtlich 120 Liter Regen pro Quadratmeter. „So viel Regen fällt in manchen Orten im Monat“, sagte ein Meteorologe des DWD. Umgestürzte Bäume beschädigten Fahrzeuge und blockierten zeitweise mehrere Straßen. Der Riedleparktunnel in Friedrichshafen war auch am Sonntag noch wegen Überflutung gesperrt.

Von dem Starkregen betroffen waren nach Polizeiangaben der Bodenseekreis sowie die Landkreise Konstanz und Ravensburg. Vor allem vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume machten den Bewohnern und Einsatzkräften viel Arbeit. Zeitweise waren rund 650 Feuerwehrleute, 50 THW-Helfer und 30 Rettungskräfte zugleich im Einsatz, wie der Feuerwehrverband mitteilte.

Bei Goldenstedt in Niedersachsen sollte eine Kreisstraße noch bis Montagabend gesperrt bleiben: „Es sieht dort immer noch verheerend aus“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Aufräumarbeiten in den Gemeinden dauerten an. Im Landkreis Cloppenburg wurde die B72 wegen umgestürzter Bäume vorübergehend gesperrt. Schon am Montag kann es in Niedersachsen nach DWD-Angaben erneut Unwetter mit Gewittern und viel Regen geben.

Schäden nach schwerem Unwetter

Drei Kaltfronten überqueren Deutschland bis Mittwoch und jeden Tag wird es etwas kälter. „Frostbeulen werden wir uns aber keine holen“, sagte ein DWD-Meteorologe in Offenbach am Sonntag. Die Höchstwerte blieben, abgesehen vom Norden, immer über 20 Grad. Dabei rechnet der DWD mit Schauern und Gewittern, vor allem im Norden. Ab Donnerstag soll das Wetter dann wieder besser werden.

Schwere Unwetterschäden wurden auch aus Polen gemeldet: Rund 13 000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom, wie das Sicherheitszentrum der Regierung (RCB) mitteilte. Gewitter und Hagel hätten in der Nacht zum Samstag vor allem in Schlesien schwer gewütet. Nach Angaben örtlicher Behörden wurden viele Wohnhäuser beschädigt. Eine Windhose verwüstete in der Region Kuznia Raciborska etwa 1500 Hektar Wald.

dpa

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