Ex-Mitarbeiter nennt Details

Erschütternder Bericht:  Kinderschänder schauen im Gefängnis KiKa

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Ein Zaun mit Stacheldraht steht in Bedburg-Hau (Nordrhein-Westfalen) vor der forensischen Abteilungen der LVR-Klinik. In Einrichtungen wie dieser werden Kinderschänder untergebracht und behandelt. (Archivbild)

In einem Zeitungsbericht packt ein ehemaliger Mitarbeiter eines Maßregelvollzugs über den Alltag mit Kinderschändern aus. Er spricht über „triebsenkende Mittel“ und die Vorliebe für das TV-Programm von Kindersendern. 

Der Maßregelvollzug ist die Unterbringung psychisch kranker und gestörter Straftäter mit schweren Verhaltensstörungen (§ 63 Strafgesetzbuch). Auch suchtkranke Straftäter können dort eingewiesen werden (§ 64 StGB). So wird es beispielsweise auf der Internetseite der Forensischen Psychiatrie der LVR-Klinik Bedburg-Hau* beschrieben. 

In solchen Einrichtungen werden unter anderem Pädophile untergebracht, wenn ein Gericht eine Einweisung zu Therapiezwecken anordnet. Ein ehemaliger Mitarbeiter eines solchen Maßregelvollzugs hat nun mit der Bild-Zeitung über den Alltag mit dort inhaftierten Kinderschändern gesprochen. 

Die Mehrheit der dort untergebrachten Kinderschänder hätte eine starke Intelligenzminderung, so der Ex-Mitarbeiter, der dem Bericht zufolge anonym bleiben möchte. Diese könne man kaum als Erwachsene bezeichnen, so der Insider. Sie würden geistig wie Kinder wirken, könnten sich mit Kindern eher als mit Erwachsenen identifizieren und seien sexuell auf diese fixiert.

So erinnerte ihn auch das Zusammenleben an einen „Kindergarten“. Die Patienten seien selbstbezogen und von ihrem unmittelbaren Willen gesteuert, so dass es regelmäßig zu Streitereien kam. Der Informant vergleicht die Männer mit „quengeligen Kindern“. 

Im Alltag verbrächten die Inhaftierten viel Zeit mit Fernsehen, meist Kinderprogramme wie Nickelodeon, Toggo oder KiKa, so seine Ausführungen. „Einer der Patienten wurde dabei überrascht, wie er beim Anschauen einer KiKa-Sendung mit Kindern sich selbst befriedigte“, zitiert die Zeitung den Ex-Mitarbeiter. So etwas sei nicht das erste Mal in der Einrichtung passiert.

„Bis an die Grenze zur chemischen Kastration“

Hauptbestandteil der Therapie waren seinen Angaben zufolge „triebsenkende Medikamente in Dosen bis an die Grenze zur chemischen Kastration“, so der Wortlaut des Bild-Berichts. Die Einnahme sei freiwillig gewesen. Bei einer etwaigen Entlassung der Männer gebe es keine Kontrolle mehr, ob die Medikamente weiter eingenommen würden.

va

*LVR-Klinik Bedburg-Hau ist eine der größten Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen zur Behandlung, Betreuung und Pflege psychisch und neurologisch erkrankter Menschen.

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