Räumung von „Hannibal II“

Nach Evakuierung: Dortmund will Ersatzwohnungen für 800 Hochhausbewohner suchen

Die Evakuierung Hunderter Menschen des Dortmunder Hochhauskomplex Hannibal II wegen schwerer Brandschutzmängel hat begonnen.

Dortmund - Das sagte ein Sprecher der Feuerwehr Dortmund am Donnerstagabend. Verschiedene Teams von Mitarbeitern des Ordnungsamtes und der Polizei gingen durch den Komplex und klopften an die Türen. Vor dem riesigen Hochhaus standen Busse bereit, die die anwesenden Bewohner zu einer Leichtathletikhalle, die als Notunterkunft dient, fahren sollten. Erste betroffene Mieter stiegen in die wartenden Busse ein. In dem Hochhauskomplex leben nach Angaben der Stadt etwa 800 Menschen.

Die Leichtathletikstätte Helmut-Körnig-Halle solle 48 Stunden als erste Unterbringung für die betroffenen Bewohner des Hochhauskomplexes dienen, sagte der Leiter der Feuerwehr, Dirk Aschenbrenner. Danach sollten die Menschen auf andere Unterkünfte verteilt werden. Der Dortmunder Feuerwehrchef rechnete damit, dass das Beseitigen der Brandschutzmängel an dem riesigen Hochhauskomplex durch den Eigentümer eine Sachen von Wochen, wenn nicht sogar von Monaten sei.

Im vergangenen Sommer waren in Folge eines verheerenden Hochhausbrandes in London viele ähnliche Gebäude in Nordrhein-Westfalen überprüft worden. In Wuppertal und Duisburg gab es bereits Räumungen wegen Brandschutzmängeln.

Im Komplex Hannibal II in Dortmund-Dorstfeld sollen die Mieter nach Informationen der „Ruhr Nachrichten“ für 48 Stunden anderweitig untergebracht werden.

Eigentümerin hält Dortmunder Hochhaus-Räumung für nicht rechtens

Die Eigentümerin des Hochhaus-Komplexes Hannibal II im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld hält die von der Stadt initiierte Räumung für nicht rechtens und unangemessen. „Erstmals heute haben wir von den detaillierten Brandschutzbedenken und baurechtlichen Themen Kenntnis erhalten und keinerlei Zeit für eine Reaktion in der Sache gehabt“, kritisierte Intown-Chef Sascha Hettrich als Vertreter der Eigentümerin in einer schriftlichen Stellungnahme am Donnerstagabend. Die von der Stadt genannten Mängel hätte auch mit anderen Maßnahmen wie nur der Räumung der Tiefgarage, Brandwachen und einer sofortigen Prüfung der Entrauchungsanlage vermieden werden können. Das Unternehmen kündigte an, weitere Brandsachverständige hinzuziehen. „Ziel unsererseits ist die zügige Mängelbehebung und der Wiederbezug der Wohnungen durch die Mieter.“

Helfer bereiten 500 Feldbetten vor

Dortmund - Angesichts der bevorstehenden Evakuierung eines Hochhauses in Dortmund haben Helfer mit dem Aufbau von 500 Feldbetten im Notquartier in der Helmut-Körnig-Halle begonnen. Man sei darauf vorbereitet, die Menschen dort für 48 Stunden zu versorgen, sagte ein Sprecher der Malteser der Deutschen Presse-Agentur.

Evakuierung des Dortmunder Hochhauskomplexes Hannibal II hat begonnen (Foto - aktuell)

Dortmund (dpa) - Die Evakuierung Hunderter Menschen des Dortmunder Hochhauskomplex Hannibal II wegen schwerer Brandschutzmängel hat begonnen. Das sagte ein Sprecher der Feuerwehr Dortmund am Donnerstagabend. Verschiedene Teams von Mitarbeitern des Ordnungsamtes und der Polizei gingen durch den Komplex und klopften an die Türen. Vor dem riesigen Hochhaus standen Busse bereit, die die anwesenden Bewohner zu einer Leichtathletikhalle, die als Notunterkunft dient, fahren sollten. Erste betroffene Mieter stiegen in die wartenden Busse ein. In dem Hochhauskomplex leben nach Angaben der Stadt etwa 800 Menschen.

Räumung von Dortmunder Hochhauskomplex wegen Brandgefahr

Die Leichtathletikstätte Helmut-Körnig-Halle solle 48 Stunden als erste Unterbringung für die betroffenen Bewohner des Hochhauskomplexes dienen, sagte der Leiter der Feuerwehr, Dirk Aschenbrenner. Danach sollten die Menschen auf andere Unterkünfte verteilt werden. Der Dortmunder Feuerwehrchef rechnete damit, dass das Beseitigen der Brandschutzmängel an dem riesigen Hochhauskomplex durch den Eigentümer eine Sachen von Wochen, wenn nicht sogar von Monaten sei.

Dortmund will Ersatzwohnungen für 800 Hochhausbewohner suchen

Die Stadt Dortmund will so schnell wie möglich Ersatzwohnungen für die etwa 800 von der Evakuierung des Hochhauskomplexes Hannibal II betroffenen Menschen suchen. Der Leiter des Krisenstabes, Ludger Wilde, machte am Donnerstag in einer Pressekonferenz zugleich deutlich, dass dies nicht über Nacht erreichbar sein werde. „Wir werden nicht jetzt sagen können, dass wir bis Freitag 400 Haushalte in Wohnungen unterbringen können“. Bei der aus Brandschutzgründen nötigen umgehenden Evakuierung wolle man den betroffenen Mietern aber so wenig Umstände wie möglich bereiten.

Die Evakuierung sollte am Donnerstagabend um 19.00 Uhr beginnen. Die betroffenen Bewohner, die keine eigene Ausweichmöglichkeit hätten, kämen zunächst in eine Leichtathletikhalle, die Helmut-Körnig-Halle, die übergangsweise als Notquartier diene. Mehrere Hundert Helfer sollen im Einsatz sein. Für Kinder werde der Unterricht, falls erforderlich, in einer anderer Schule ermöglicht. Die Stadt geht davon aus, dass unter den betroffenen Bewohnern des Hochhauskomplexes auch viele Studenten sind, die in kleinen Wohnungen leben. Der Mieterverein vermutet, dass auch Flüchtlinge in dem Hochhaus Wohnungen angemietet hatten und eingezogen waren.

Bereits seit 2013 gilt der Wohnkomplex als sanierungsbedürftig

Der Wohnkomplex Hannibal im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld gilt seit Jahren als sanierungsbedürftig. Schon 2013 hieß es in einem Bericht des Dortmunder Bauordnungsamts, die in den 1970er Jahren gebaute Immobilie weise nach Eigentümerwechseln einen erheblichen Modernisierungsstau auf, der zu einer hohen Leerstandsquote geführt habe. Wegen der Größe und Außenwirkung der 18-stöckigen Anlage mit mehr als 400 Wohnungen sei es wichtig, die Sanierung voranzutreiben. Dank seiner „attraktiven Wohnungszuschnitte und seiner Nähe zur Technischen Universität Dortmund“ hatte das Amt dem Hannibal-Komplex damals „erhebliches Potenzial“ zugeschrieben.

Nach Angaben des Dortmunder CDU-Bundestagsabgeordneten Thorsten Hoffmann hat der aktuelle Eigentümer, das Berliner Unternehmen Intown, ihm im August zugesichert, Mängel so schnell wie möglich beheben zu lassen. Außerdem liege ein langfristiger Sanierungsplan vor, der bereits verwirklicht werde.

dpa

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