Passagier packt aus

Corona-Desaster in Flieger: Etliche Passagiere infiziert - doch das eigentliche Chaos beginnt erst nach der Landung

In einem Urlaubsflieger aus Griechenland kommt es zu einem Corona-Ausbruch. Angeblich gingen etliche Passagiere fahrlässig mit ihren Mundschutzmasken um.

  • Coronavirus-Pandemie*: In einem Ferienflieger von TUI Airways kommt es zu einem Corona*-Ausbruch.
  • Der Flieger flog von der griechischen Urlaubsinsel Zakynthos nach Cardiff in Großbritannien (Wales).
  • Eine Passagierin erhebt Vorwürfe gegen die Crew: Angeblich trugen etliche Passagiere ihre Mundschutzmasken zum Schutz gegen Covid-19* nur schlampig.

Corona-Ausbruch in Ferienflieger: Reisende mit heftigen Vorwürfen - „Kann nicht sein, dass ...“

Update vom 2. September 2020: Dieser Flug sorgte am Wochenende für Aufsehen: rund 200 Passagiere müssen nach einem Flug von Griechenland nach Großbritannien in Quarantäne, 16 Personen wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Nachdem eine Passagierin bereits kurz nach der Landung heftige Vorwürfe gegen die Crew erhoben hatte, äußert sich nun eine weitere Passagierin zu dem Skandal-Flug.

Wie Victoria Webb aus London gegenüber RTL berichtet, sei sie von TUI erst fünf Tage nach dem Rückflug in ihre Heimat kontaktiert worden. In dem Gespräch erhebt die 36-Jährige nun schwere Vorwürfe gegen die britischen Gesundheitsbehörden. Gegenüber der Crew verliert Webb jedoch kein schlechtes Wort. Auch wenn viele Passagiere die Masken unter der Nase oder gar unter dem Kinn getragen hätten, sei die Crew „sehr aufmerksam“ gewesen. Außerdem sei es laut der Britin die Verantwortung der Passagiere, welche mittlerweile wissen müssten, wie eine Maske richtig getragen werde.

Corona im Flugzeug: Passagierin erfährt erst im Zug von Virus-Gefahr

Die Kritik der 36-Jährigen richte sich vielmehr an die britischen Gesundheitsbehörden. Diese hätten Webb bis heute nicht kontaktiert, obwohl sie an Bord ein Formular ausgefüllt hatte. Von dem Katastrophen-Flug habe sie deshalb erst aus der Presse erfahren. Auf der Rückfahrt nach London habe sie in einem Artikel davon gelesen. Noch im Zug sei sie vom Zugpersonal in einem einzelnen Abteil isoliert worden. Fünf Tage später habe TUI sie dann per E-Mail informiert. „Es kann nicht sein, dass man durch die Presse erfährt, dass man dem Coronavirus ausgesetzt war“, verdeutlicht Webb in dem Interview.

Der Reisekonzern TUI zeige sich laut RTL besorgt über die Berichte aus dem Flugzeug. Demnach werde nun allen Vorwürfen nachgegangen. „Das Training unserer Crew erfolgt nach den höchsten Standards. Wir haben eine umfängliche Untersuchung gestartet, weil die Sicherheitsrisiken nicht bereits während des Flugs gemeldet wurden“, zitiert RTL den Reisekonzern.

Corona-Ausbruch in Ferienflieger: Flug aus Griechenland endet in Desaster - „Voll von Covidioten“

Ursprungsmeldung vom 31. August 2020: München/Cardiff - Der nächste spektakuläre Corona*-Ausbruch - diesmal in einem TUI-Ferienflieger von Griechenland nach Großbritannien. Nach einem Flug von der malerischen Urlaubsinsel Zakynthos nach Cardiff in Wales wurden 16 Coronavirus-Fälle festgestellt, die in Zusammenhang mit genannter Reise gebracht werden.

Corona-Ausbruch in deutschem TUI-Ferienflieger von Griechenland nach Wales

Davon berichtet der britische The Guardian. Mehr noch: Dem Bericht zufolge bestand angeblich bei sieben der insgesamt 200 Passagiere schon auf dem Flug selbst der Verdacht auf eine Covid-19-Infektion. Die Fluggäste waren nach ihrer Ankunft in Großbritannien getestet worden. Die 200 Passagiere des Flugs müssen sich nun in Quarantäne begeben.

Corona-Ausbruch auf einem TUI-Ferienflieger aus Großbritannien. (Symbolbild)

Das Reiseunternehmen TUI Airways kündigte nach dem Corona-Vorfall in einem seiner Flugzeuge eine Untersuchung an. Die Frage dahinter: Wie konnte es zu diesem Desaster kommen? Eine britische Passagierin des Fluges erhob jetzt Vorwürfe gegen Mitreisende und die Crew - mit scharfer Wortwahl. Im Fokus: die Mundschutzmasken.

Corona-Ausbruch in TUI-Flugzeug: Passagierin erhebt wegen Mundschutzmasken Vorwürfe

„Viele der Menschen trugen die Masken unter der Nase oder sogar unter dem Kinn“, sagte Stephanie Whitfield laut The Guardian im Radiosender BBC Radio 4: „Sie nahmen die Masken ab, um mit Freunden zu sprechen, und sie gingen die Gänge auf und ab, um ohne Masken mit ihren Freunden zu sprechen.“

„Die große Mehrheit" der Passagiere sei durch die Besatzung nicht an die Maskenpflicht erinnert worden, erzählte sie weiter: „Neben mir saß ein Mann, der während des gesamten Fluges seine Maske um das Kinn trug, und die Stewardess sprach mit ihm und sagte nichts zu ihm.“

Coronavirus in TUI-Flieger: Covid-19-Infektionen auf Flug - trugen Passagiere Mundschutzmasken nicht?

Whitfield wurde dem Bericht zufolge in ihren Corona-Vorwürfen (und der Wortwahl) drastisch: „Der Flug war voll von selbstsüchtigen ‚Covidiots‘ und einer unfähigen Crew, die sich nicht weniger darum kümmern konnte.“ (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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