Kittel & Co. in Kliniken

Corona-Studie: Erreger hält sich auf Textilie bis zu drei Tage - „Im medizinischen Bereich ein Risiko“

Ärzte in weißen Kitteln verfolgen die Grundsteinlegung für eine Klinik in Sachsen-Anhalt.
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Ärzte in Kitteln (Archivbild) aus Baumwolle: In der Corona-Pandemie laut einer Studie die bessere Wahl

Forscher haben Corona-Spuren auf verschiedene Kleidungsfasern gegeben und ihr Überleben beobachtet. Die Unterschiede sind beachtlich.

  • Wie lange überlebt das Coronavirus auf verschiedenen Oberflächen?
  • Britische Forscher haben nun verschiedene Gewebe untersucht.
  • Jetzt haben sie an Klinik-Personal eine klare Empfehlung.

Leicester - In der Corona-Pandemie* könnte es nun auch eine Rolle spielen, ob Kleidung aus Baumwolle oder Kunstfaser ist. Eine Studie der Universität de Montfort in Leicester (England) kommt zu dem Ergebnis, dass bestimmte Garderoben von Medizin-Personal das Infektionsrisiko* erhöhen könnte. Klinik-Patienten sind häufig ohnehin immungeschwächt.

„Zu Beginn gab es wenig Erkenntnisse darüber, wie lange das Virus auf Textilien überlebt“, zitiert die britische BBC Studienleiterin und Mikrobiologin Katie Lard. Ihr Team kam nun zu dem Ergebnis, dass Polyester die größte Gefahr darstellt. Auf dem Material halte sich Sars-CoV-2* bis zu drei Tage lang.

Corona-Studie aus England: Erreger überlebt mehr als 72 Stunden auf Polyester-Stoff

Bei der Testreihe verwendeten die Forscher drei verschiedene Textilien, auf die sie ein Modell-Coronavirus namens „HCoV-OC43“ träufelten und dann für 72 Stunden beobachteten, wie lange der Erreger auf ihnen überlebt.

Die Ergebnisse:

  • 100 Prozent Baumwolle - 24 Stunden
  • Ein Gemisch aus Baumwolle und Polyester - 6 Stunden
  • 100 Prozent Polyester - 72 Stunden

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass drei der am häufigsten genutzten Textilien im medizinischen Bereich ein Risiko für die Übertragung des Virus darstellen“, so Laird laut BBC.

Studie zu Corona und Textilien: „Personal könnten Spuren des Virus auf Oberflächen hinterlassen“

Die Konsequenz daraus? Die Kittel und ähnliches richtig waschen. Der Studie zufolge ist es am sichersten, auf jeden Fall Waschmittel zu verwenden und mindestens den 40-Grad-Gang einzustellen. Ohne Waschmittel reichten dagegen nur 67 Grad aus, um das Virus zu entfernen. Übrigens habe man keine Quer-Verunreinigung festgestellt, wenn klinisch reine Wäsche zusammen mit verunreinigter in die Trommel gegeben wurde.

Allerdings: „Wenn Krankenpfleger und Mitarbeiter in Gesundheitsbereichen ihre Uniformen mit nach Hause nehmen, könnten sie Spuren des Virus auf anderen Oberflächen hinterlassen“, warnte Laird dem Bericht zufolge.

Die britische Gesundheitsbehörde NHS hatte bislang nichts dagegen, dass Medizin-Personal seine Arbeitskleidung zu Hause reinigt. Auf Anfrage sagte ein Sprecher der Behörde nun zur BBC: „Die Richtlinien wurden im April 2020 erneuert und enthalten die Anweisung, dass Mitarbeiter verunreinigte Kleidung, etwa durch Blut und anderen Körperflüssigkeiten, sofort wechseln und in der Klinik reinigen lassen sollten.“

Die Studie befinde sich aktuell noch in der Peer Review. (frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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