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Schutzmasken gegen das Coronavirus? Risikopatientin (26) aus Bayern sicher: „Ich glaube, die Pflicht wird kommen“

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Tamara ist für eine Mundschutzpflicht.
Tamara ist für eine Mundschutzpflicht. © Instagram/Tamara Schwab

Mundschutzpflicht in Deutschland? Politiker sind sich derzeit nicht einig über eine Einführung. Doch die Befürworter werden immer lauter. Eine Risikopatientin appelliert.

Roth - Es sind vor allem ältere Menschen und Risikopatienten, die von der Ansteckungsgefahr* des Coronavirus besonders bedroht sind. Dass diese Menschen große Sorgen plagen ist nachvollziehbar. Doch bisher gibt es in Deutschland keine Mundschutzpflicht. Politiker sind sich uneins - die Bundesregierung lehnt eine Einführung derzeit ab.

Aus der Sicht einer Risikopatientin gibt es da aber überhaupt keinen Grund zu diskutieren. Tamara Schwab (26) leidet an einer chronischen Herzmuskelentzündung - und zählt aufgrund dieser Vorerkrankung zur Risikogruppe*. Zu Aussagen gegen eine Mundschutzpflicht hat sie eine klare Meinung. 

Coronavirus: Mit Mundschutz gegen die Ansteckung - Risikopatientin (26) meldet sich zu Wort

Kritik wie etwa von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter „kann ich überhaupt nicht nachvollziehen“, sagt Tamara Schwab gegenüber Merkur.de. Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen können doch parallel eingehalten werden. Eine zusätzliche Maßnahme würde die anderen ja nicht aufheben, so die Aktivistin. 

Vor allem sei ihr aber die Aufregung ein Rätsel. „Gefühlt gab es um die Ausgangsbeschränkungen bei Weitem nicht so viel Aufschrei“. Dabei würden diese unsere Grundrechte doch deutlich mehr einschränken als eine Mundschutzpflicht. In erster Linie ist so ein Mundschutz, nämlich „nur für den Schutz anderer“ und nicht für sich selbst. Auch auf ihrem Instagram-Profil appelliert die junge Frau an alle Menschen sich doch selbst Masken zu basteln und sie in der Öffentlichkeit zu tragen. 

Tamara Schwab ist sich sicher: Mundschutz hat doppelten Schutzfaktor

Tamara Schwab sieht in der Anwendung von Mundschutzmasken aber noch einen weiteren Vorteil*: Sie sind Erinnerungsfaktoren. Denn treffe man Menschen im Park oder im Supermarkt, dann hat so eine Maske auch eine Wirkung. „Sie erinnert uns an die jetzige Phase, dass wir Abstand halten müssen“, beschreibt Tamara. Ohne Maske werde man nicht so schnell an die Abstandsregelung erinnert, so die Risikopatientin. 

Coronavirus: Aktivistin fordert „kreative Lösungen“ gegen eine Mundschutzmasken-Knappheit

Und was schlägt die Risikopatientin gegen die Maskenknappheit im Land vor? „Kreative Lösungen.“ In Tschechien klappe es schließlich auch. Dort würden sich die Menschen die Masken auch selbst schneidern - wegen einer Knappheit. Auf ihrem Instagram-Account teilt sie auch einen Link zu einer einfachen Anleitung. 

„Ich glaube, die Pflicht wird kommen“, ist sich Tamara sicher. Österreich sei dafür der erste Schritt gewesen, die Stadt Jena dann der Zweite. Denn all die Schließungen und Beschränkungen könne Deutschland kein Jahr durchhalten. Da könne ein Mundschutz doch eine längerfristige Alternative sein.

Video: Schneiderei stellt Mundschutzmasken her

mak

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerkes. 

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