AY.3

Neue Delta-Variante besorgt Fachleute – Karl Lauterbach mahnt

Illustration des Coronavirus in Grüntönen
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Eine Untervariante der Delta-Mutante des Coronavirus breitet sich aus. (Symbolbild)

Immer mehr Menschen infizieren sich mit der Delta-Untervariante AY.3. Forschende warnen eindringlich vor einer schnelleren Ausbreitung des Coronavirus.

Frankfurt – In mehreren Staaten verbreitet sich eine Untervariante der Corona*-Mutante Delta. Forschende warnen vor einer weiteren Ausbreitung der Mutation. Derzeit liegen nur wenige Erkenntnisse zu AY.3 vor, so wie die Variante genannt, erste Daten deuten jedoch auf eine noch höhere Infektionsgefahr im Vergleich zur ursprünglichen Delta-Mutante hin.

Infektionsfälle mit AY.3 gibt es seit einigen Wochen insbesondere in den USA*, Großbritannien und Israel. Christina Pagel, Professorin am University College in London, berichtete auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Dominanz der ursprünglichen Delta-Variante in England zurückgehe. Das sei auf den ersten Blick kein Grund zur Besorgnis, bei näherer Betrachtung lasse sich allerdings feststellen, dass man den Rückgang fast ausschließlich auf einen raschen Anstieg von AY.3 zurückführen könne.

AY.3: Delta-Mutation des Coronavirus „besorgniserregend“

In England sei AY.3 noch wenig verbreitet, beim Blick auf die täglichen Corona-Fallzahlen* falle die Untervariante deswegen kaum auf, so Pagel. Auf der gegenüberliegenden Seite des Atlantiks ergebe sich jedoch ein anderes Bild. „In den USA ist sie vor allem in den südlichen Bundesstaaten verbreitet und in diesen Bundesstaaten nehmen die Fälle zu“, führte die Wissenschaftlerin aus.

Berechnungen von Pagel zufolge macht AY.3 bereits knapp neun Prozent aller Neuinfektionen in den USA aus. Gut erforscht ist die Delta-Mutation allerdings noch nicht. Es gebe noch viel „was wir über AY.3 nicht wissen“. Trotzdem sei es wichtig, Aufmerksamkeit zu schaffen. „Das sind definitiv die ersten klaren Zeichen einer potenziell besorgniserregenden Variante seit einer Weile“, warnte Pagel.

AY.3-Mutation der Delta-Variante: Karl Lauterbach mahnt zur Vorsicht

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach* griff die Erkenntnisse der Wissenschaftlerin auf und mahnte zur Vorsicht. „Die Gefahr besteht, dass sich die AY.3-Variante weiterentwickelt. Der Ansteckungsgrad dieser Corona-Variante kann sich theoretisch bis zur Größenordnung von Masern erhöhen“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Insgesamt betrachtet werde Delta nicht die letzte gefährliche Variante bleiben. „Es wird weitere Mutationen geben. Wir kriegen das so schnell nicht in den Griff“, so der 58-Jährige.

Lauterbach beschrieb AY.3 als „Abspaltung der Delta-Variante, die sich noch schneller als die ursprüngliche Delta-Variante ausbreitet“. Es gebe die Gefahr, dass sich aus AY.3 weitere Varianten bilden könnten. „Das kann aber niemand zum jetzigen Zeitpunkt mit Gewissheit sagen.“ Doch es existiere ein hohes Risiko. „Wir haben derzeit Varianten, die sowohl ansteckender als auch resistenter gegen Impfungen sind. Das gilt auch möglicherweise für die AY.3-Variante.“

Corona: Delta-Untervariante AY.3 bereits in Deutschland nachgewiesen

Zwar könnte die Variante eine höhere Resistenz gegenüber Impfstoffen haben. Trotzdem seien Impfungen das beste Mittel, um eine Verbreitung zu vermindern. Dazu sagte Karl Lauterbach der Funke Mediengruppe: „Der beste Schutz gegen die AY.3.-Variante besteht darin, die Ungeimpften* zu impfen. Die Ungeimpften sind gefährdet. Zweitens bekommt das Virus durch die hohe Zahl der Ungeimpften erst die Möglichkeit, sich schnell zu verbreiten.“ Es komme nun darauf an, die Zahl der Corona-Neuinfektionen durch eine bessere Impfkampagne bei den Ungeimpften zu senken. Auf Twitter schrieb der Gesundheitspolitiker, AY.3 erinnere daran, „wie wichtig der schnelle Impferfolg“ sei.

Laut dem wöchentlichen Corona-Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag (19.08.2021) wurde die Delta-Untervariante in Deutschland bisher insgesamt 37 Mal nachgewiesen. (tvd) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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