1. Hersfelder Zeitung
  2. Panorama

Corona-Infektion: Risiko von Blutgerinnseln steigt

Erstellt:

Von: Yannick Hanke

Kommentare

Corona-Infektionen können langfristige Folgen und Schäden mit sich bringen. Eine Studie aus Schweden warnt nun vor dem erhöhten Risiko von Blutgerinnseln.

Berlin/Stockholm – Seit über zwei Jahren hält das Coronavirus die Welt und damit auch Deutschland in Atem. Seitdem hat sich die Wissenschaft aber auch in den unterschiedlichsten Analysen, Studien und Untersuchungen mit der Pandemie beschäftigt. Neue Erkenntnisse der Forscher informieren immer wieder über die Spezifika vom Virus selbst, Varianten wie Omikron oder Unterformen wie BA.2.

Eine Studie aus Schweden klärt nun über die gesundheitlichen Schäden einer Corona-Infektion auf.

Corona-Infektion: Erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln – Wichtigkeit von Impfungen wird unterstrichen

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie aus Schweden: Nach einer Corona-Infektion besteht für die betroffenen Menschen für die nächsten sechs Monate ein erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln. Zudem könnten die Wissenschaftler aus ihren Ergebnissen ableiten, dass die Wichtigkeit einer Corona- und Booster-Impfung dadurch erneut unterstrichen wird. Über die Studienergebnisse berichtet unter anderem die BBC.

Ein Arzt untersucht die Beine eines Mannes mit einer Lupe.
Schwere Corona-Verläufe können das Risiko von Blutgerinnseln, auch im Bein, stark erhöhen. Es können sich gar tiefe Venenthrombosen bilden. (Symbolbild) © Andrey Popov/imago

Dies belegt die wissenschaftliche Erkenntnis, dass vor allem Booster-Impfungen vor Langzeitschäden bis hin zu Long Covid nach einer Corona-Infektion schützen können. Zwar könnten Blutgerinnsel auch nach einer Corona-Impfung auftreten, jedoch sei das Risiko hierfür deutlich geringer.

Corona-Studie aus Schweden: Risiko auf Blutgerinsel nach der Corona-Infektion – Forscher untersuchen Covid-19-Patienten und Nicht-Infizierte

Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, weisen also ein größeres Risiko auf, Blutgerinnsel zu entwickeln. Dies würde insbesondere auf Patienten zutreffen, die infolge ihrer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Die Forscher aus Schweden wollten mit ihrer Corona-Studie aber auch herausfinden, wann das erhöhte Risiko hinsichtlich der Bildung von Blutgerinnseln wieder abnimmt und zumindest ein „normales“ Level nach der Corona-Infektion erreicht. Dafür wurde die Gesundheit von über einer Million Menschen getestet, die zwischen Februar 2020 und Mai 2021 in Schweden positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Die entsprechenden Daten wurden mit denen von vier Millionen Menschen des gleichen Alters und Geschlechts verglichen. Diese große Personengruppe wurde allerdings nicht positiv auf das Coronavirus getestet.

Nach einer Corona-Infektion: Welche erhöhten Risiken für Covid-19-Patienten bestehen

Folgen einer Corona-Infektion bei Ungeimpften im Vergleich zu geimpften Menschen

Die Forscher aus Schweden verglichen aber auch das Risiko von Blutgerinnseln nach einer Corona-Infektion mit dem normalen Risikolevel. Dabei kamen sie zu folgenden Ergebnissen:

Zudem heißt es in der Corona-Studie aus Schweden, dass das Risiko von Blutgerinnseln in der ersten Corona-Welle höher war als in späteren Phasen. Dies lege wahrscheinlich daran, dass die Behandlungen im Krankenhaus nach einer Corona-Infektion während der Pandemie weiter verbessert wurden. Zudem wurden ältere Corona-Patienten ab der zweiten Welle geimpft.

Corona-Infektion: Schwer Erkrankte mit 290-fach größerem Risiko zur Bildung von Blutgerinnseln in der Lunge

In all seiner Deutlichkeit zeigt die schwedische Corona-Studie Folgendes auf: Das Risiko von Blutgerinnseln in der Lunge war bei Menschen, die schwer an Covid-19 erkrankt waren, 290-mal größer als sonst. Zugleich war das Risiko aber auch siebenmal höher als sonst und nach einem milden Verlauf der Corona-Infektion. Bei milden Verläufen gab es zudem kein erhöhtes Risiko nach einer Corona-Infektion hinsichtlich innerer Blutungen.

Für Ungeimpfte sollte dies ein wirklich guter Grund sein, sich impfen zu lassen. Denn das Risiko ist so viel höher als die Risiken bei einer Impfung.

Anna-Marie Fors Connoly, Leiterin der Studie von der Umea Universität in Schweden

Dass die Corona-Infektion die Blutgerinnsel auch verursacht hat, konnten die Wissenschaftler in ihrer Studie nicht beweisen. Doch haben die Forscher aus Schweden verschiedene Gründe, wie es zu diesen Blutgerinnseln kommen konnte.

Booster-Impfungen gegen Corona schützen vor Langzeitfolgen – vor allem bei Omikron

Es bestehe die Möglichkeit, dass die Blutgerinnsel aus der direkten Wirkung vom Coronavirus auf die Zellschichten resultieren, welche die Blutgefäße auskleiden. Das Coronavirus könnte in diesem Fall zu einer sehr starken Entzündungsreaktion führen – oder aber der Körper produziert Blutgerinnsel zu ungünstigen Zeitpunkten.

An dieser Stelle wird auch darauf verwiesen, dass Impfungen, allen voran die Boosterimpfung, gut vor schweren Verläufen nach einer Corona-Infektion schützen. Anders verhält es sich mit dem Schutz vor der Corona-Infektion selbst, der gerade mit Blick auf die Omikron-Variante und all ihre Symptome sowie die Omikron-Unterform BA.2 und ihre Anzeichen kaum besteht. Doch wird die Relevanz von Impfungen, nicht zuletzt der Booster-Impfungen und dem speziellen Schutz, unterstrichen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare