Aus Angst vor Corona

Mann nistet sich über Monate im Flughafen ein – dann schnappt ihn die Polizei

Es erinnert an einen Film - in den USA hat zu Corona-Zeiten ein Mann drei Monate am Flughafen in Chicago gelebt – wohl aus Angst.

  • Ein Mann in den USA hat sich gut drei Monate lang im Sicherheitsbereich eines Flughafens aufgehalten.
  • Aus Angst, sich nach dem Heimflug mit Corona* anzustecken, hat er den Flughafen nicht mehr verlassen.
  • Jetzt drohen dem Mann aus den USA juristische Folgen.

Chicago – Es ist eine kuriose Geschichte aus den USA, die – auch wenn sie doch stark an Steven Spielbergs Film „The Terminal“ aus dem Jahr 2004 erinnert – tatsächlich so vorgefallen ist. Ähnlich wie Tom Hanks, der es sich als Viktor Navorski im Film am Flughafen bequem machte, nistete sich nun ein Mann aus Angst vor Corona für stolze drei Monate unentdeckt am Flughafen in Chicago im US-Bundesstaat Illinois ein.

Wie der Chicago Tribune berichtet, landete der Mann bereits am 19. Oktober 2020 mit einer Maschine aus Los Angeles in Chicago und hielt sich in der Folge über ganze drei Monate unentdeckt im Sicherheitsbereich des Flughafens auf. Erst nach drei Monaten wurden Mitarbeiter von United Airways auf den Mann aufmerksam und forderten ihn auf, sich auszuweisen.

Mann lebt drei Monate im Sicherheitsbereich an einem der größten Flughäfen der Welt

Daraufhin zückte der Mann einen Flughafenausweis eines Mitarbeiters, der den Ausweis bereits Ende Oktober 2020 als vermisst gemeldet hatte. Die Polizei in Chicago verhaftete den 36-Jährigen. In Gewahrsam räumte er gegenüber den zuständigen Beamten schließlich ein, den Ausweis gefunden zu haben und schon länger im Sicherheitsbereich des Chicago O‘Hare, einem der zehn größten und am stärksten frequentierten Flughafen der Welt, zu leben. Nach eigener Aussage aus Angst, sich nach seiner Weiterreise mit Corona zu infizieren.*

Zunächst habe der Mann mit dem gefundenen Ausweis Zugang zu den Terminals und damit zu sämtlichen Gebäuden, Geschäften und Lebensmitteln am Flughafen in Chicago gehabt. Nachdem der Ausweis als vermisst gemeldet und daraufhin gesperrt worden war, hielt sich der 26-Jährige, der seinen Wohnsitz seit 2019 in Orange im Großraum Los Angeles hatte, lediglich im Sicherheitsbereich auf. Andere Passagiere versorgten ihn in dieser Zeit mit Essen und Getränken.

FlughafenPassagiere im Jahr 2018
1. Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport (ATL)103,90 Millionen
2. Beijing Capital International Airport (PEK)100,98 Millionen
3. Dubai International Airport (DXB)89,15 Millionen
4. Los Angeles International Airport (LAX) 87,53 Millionen
5. Tokyo Haneda International Airport87,1 Millionen
6. Chicago O'Hare International Airport83,4 Millionen
Quelle: flugrevue.de

Drei Monate am Flughafen Chicago: Polizei in den USA nimmt den Mann vorerst in Gewahrsam

Wie die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, wurde der Mann von der Polizei in Chicago zunächst wegen Eindringens in den Sicherheitsbereich des Flughafens und Diebstahls in einem minder schweren Fall verhaftet. Inzwischen soll aber eine Kaution in Höhe von 1000 US-Dollar hinterlegt worden sein. Dennoch gilt für den 36-Jährigen striktes Hausverbot am Flughafen O‘Hare. Die Ermittlungen laufen vorerst weiter. Noch ist unklar, welche Konsequenzen ihm drohen.

Der Vorfall wird außerdem gründlich von der Flugsicherheitsbehörde in Chicago untersucht. „Es gibt keine höhere Priorität als die Sicherheit am Flughafen“, zitiert die Chicago Tribune einen Sprecher des Chicago Department of Aviation.

Drei Monate lang hat sich ein Mann im Sicherheitsbereich des Flughafen Chicago O‘Hare eingenistet. Nun wurde er von der Polizei geschnappt. (Symboldbild)

Keine Gefahr für die Sicherheit am Flughafen: Gericht in Chicago „schockiert“ über den Zeitraum

Der Mann aus Orange im Großraum Los Angeles selbst soll einen Masterabschluss von der Oklahoma State University vorweisen können und derzeit arbeitslos sein. Aufgrund eines ablaufenden Visums befand er sich wohl auf der Durchreise nach Indien, wo nach Angaben des Chicago Tribune seine Mutter lebt. Allerdings sei unklar, ob der 36-Jährige überhaupt ein Flugticket besaß.

Außerdem berichtete die Tageszeitung aus Chicago, dass das zuständige Gericht „schockiert“ von der Länge des Aufenthaltes im Sicherheitsbereich des Flughafens sei. Dennoch: Eine Gefahr für den Flughafen oder die Passagiere bestand nicht. Der Mann aus Los Angeles hatte keine Vorstrafen und war der Polizei in den USA nicht bekannt. (Yannick Wenig) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert

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