News-Ticker

Corona in Deutschland: Gesundheitsminister Spahn plant stärkere Kontrollen von 3G-Nachweisen

Corona-Schnelltests sollen im Restmüll entsorgt werden.
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Corona-Schnelltests sollen im Restmüll entsorgt werden.

Die Inzidenz in Deutschland ist erneut gesunken. Gesundheitsminister Spahn plant stärkere Kontrollen der 3G-Nachweise. Der News-Ticker.

  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Donnerstag eine Inzidenz von 63,1.
  • Die Stiko empfiehlt nun Risikopatienten eine Impf-Auffrischung (Update 19.30 Uhr)
  • Gesundheitsminister Spahn plant derweil stärkere Kontrollen der 3G-Nachweise (Update 18:30 Uhr)
  • Dieser News-Ticker zum Thema Corona in Deutschland* wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 23. September, 19.30 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat eine Empfehlung für die bereits angelaufenen Corona-Auffrschungsimpfungen gegeben. Der Vorsitzende der Kommission, Thomas Mertens, sagte gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Die Stiko empfiehlt abgestuft Auffrischungsempfehlungen für Menschen mit Immundefekten oder Erkrankungen, bei denen das Immunsystem medikamentös reguliert wird, etwa bei Rheuma oder nach einer Transplantation“.

Stiko empfiehlt Risikopatienten eine Impf-Auffrischung

Eine offizielle Veröffentlichung der Stiko liegt aktuell noch nicht vor. „Wir haben die Sichtung aller wissenschaftlichen Daten zur Frage der Auffrischungsimpfungen für bestimmte Risikogruppen abgeschlossen und als Kommission eine Empfehlung beschlossen“, sagte Mertens. Eine generelle Empfehlung für spezifische Altersgruppen werde aktuell jedoch nicht gegeben. Es werde aktuell noch durch die Kommission geprüft, inwieweit die Studienlage eine generelle Impfempfehlung in bestimmten Altersgruppen begründe. 

Gesundheitsminister Spahn (CDU) plant stärkere Kontrollen der 3G-Nachweise

Update vom 23. September, 18.30 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn will stärkere Kontrollen von 3G-Nachweisen einführen, wenn Corona-Zusatzregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete gelten. Gegenüber dem Nachrichtenportal Watson sagte der CDU-Politiker, dass mehr verbindliches Überprüfen auch in Deutschland den einen oder anderen überzeugen könne, sich impfen zu lassen. „Ich bin bei meinem Kurzbesuch in Rom zum Treffen der Gesundheitsminister der G20-Staaten an einem Tag öfter kontrolliert worden als hier in zwei Wochen“, so Spahn.

In Bezug auf den kommenden Herbst und Winter haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass in bestimmten Innenräumen wie Restaurants oder bei Veranstaltungen die 3G-Regel gelten soll. Dieser Regel zufolge sollen nur vollständig Geimpfte, Genesene oder aktuell negativ Getestete Zugang haben. Für alle drei Personengruppen gilt die Nachweispflicht.

Update vom 23. September, 15.10 Uhr: Im Main-Kinzig-Kreis hat es eine auffällige Häufung an Corona-Infektionen gegeben. Insgesamt wurden zunächst 82 Fälle bestätigt. Das teilte ein Sprecher am Donnerstag in Gelnhausen mit. Der Kreis geht davon aus, dass sich ein Großteil der Kinder in der vergangenen Woche bei einer Fahrt im Schulbus angesteckt hat. Betroffen sind demnach vor allem Schüler der Bergwinkel-Grundschule in Schlüchtern. Der private Rundfunksender Hit Radio FFH hatte über den Corona-Ausbruch berichtet.

An allen Schulen, die von der Buslinie angefahren werden, wurden eine Maskenpflicht sowie tägliche Schnelltests angeordnet. „Bis der Vorgang rund um diese Busfahrt komplett aufgearbeitet ist, wird das Unternehmen nicht im Einsatz sein“, sagte der Kreis-Sprecher. Die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig habe vorübergehend einen anderen Anbieter beauftragt. Unter den Infektionen sind den Angaben zufolge auch 20 Folgeinfektionen innerhalb der betroffenen Familien.

Corona in Deutschland: Inzidenz in Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen am höchsten

Update vom 23. September, 11.25 Uhr: Die Inzidenz in der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen ist nach dem aktuellen Wochenbericht des RKI vom Donnerstag am höchsten. In der 36. Kalenderwoche (6. bis 12. September) lag der Wert bei 207 (Vorwoche: 226). In der Altersgruppe der 5 bis 9-Jährigen bei 175. In einer sogenannten Heatmap hat das RKI das Infektionsgeschehen in den verschiedenen Altersgruppen visualisiert.

„In den Altersgruppen der 5- bis 44-Jährigen sind die 7-Tage-Inzidenzen seit letzter Woche leicht gesunken, während sie in allen übrigen Altersgruppen leicht gestiegen sind“, heißt es im RKI-Wochenbericht. 

Corona: So erklärt das RKI den Abwärtstrend

In den letzten zwei Wochen sei die Inzidenz zurückgegangen. Besonders in den westlichen Bundesländern ist laut RKI ein deutlicher Rückgang zu beobachten.

Den Abwärtstrend erklärt das RKI so: „Die derzeitige Entwicklung könnte auf einen Rückgang des Sommerreiseverkehrs, eine Abnahme der im Rahmen des Schulanfangs diagnostizierten Infektionen sowie auf die breite Einführung der 2G- bzw. 3G-Regeln zurückzuführen sein.“  

RKI-Heatmap: Darstellung der 7-Tage-Inzidenz der Covid-19-Fälle in Deutschland nach Altersgruppe und Meldewoche.

Corona in Deutschland: Inzidenz erneut gesunken

Erstmeldung vom 23. September 2021

Berlin - In den vergangenen 24 Stunden sind 10.696 Corona-Neuinfektionen dem Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet worden. Vor einer Woche waren es 2.229 positive Corona-Tests mehr gewesen. 115 weitere Todesfälle wurden zudem verzeichnet. Vor einer Woche waren es 68 Todesfälle gewesen. Seit Beginn der Corona-Pandemie starben bisher 93.238 Menschen in Verbindung mit Sars-CoV-2.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt am Donnerstagmorgen bei 63,1 (Vortag: 65, Vorwoche: 76,3). In Bremen liegt die Inzidenz momentan bei 106,7 und damit am höchsten. Mecklenburg-Vorpommern (27,4) weist den niedrigsten Wert auf. Allerdings ist das Infektionsgeschehen in Bayern in einigen Regionen extrem hoch (siehe unten).

Top-10: Corona-Hotspots in Deutschland

Landkreis/ Stadtkreis7-Tage-Inzidenz Stand 23. September 2021
SK Bremerhaven221,0
LK Traunstein196,6
SK Pforzheim185,7
LK Rosenheim179,2
LK Lippe168,6
SK Neustadt an der Weinstraße159,5
LK Berchtesgadener Land152,4
SK Rosenheim146,2
SK Offenbach142,1
LK Lindau137,7

RKI: Corona-Hospitalisierungs-Inzidenz bei 1,65

Die Hospitalisierungs-Inzidenz gibt das RKI am Mittwoch mit 1,65 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen der hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Auf den Intensivstationen in Deutschland liegen 1495 Covid-19-Patienten. 827 davon müssen künstlich beatmet werden. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters (Stand: 23. September, 6.38 Uhr) hervor. Vor einem Jahr mussten 289 Corona-Patienten in einer Klinik intensivmedizinisch behandelt werden.

Corona in Deutschland - Wann kommt der „Freedom Day“ für Schulen?

Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte müssen nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbands wohl noch Monate mit Einschränkungen wie Masken, Tests und Abstandsregeln zurechtkommen. Den „Freedom Day“ für Schulen sehe man frühestens ab etwa Februar 2022 als wahrscheinlich und möglich an, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur.

Von einer Normalität wie vor Corona seien die Schulen noch weit entfernt. „Dafür nimmt das Testen, Abstand halten und die Unterbrechung durch das ständige Lüften weiter zu viel Platz ein“, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann der dpa.

Dario Schramm, der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, sieht zwar inzwischen deutlich mehr Normalität an den Schulen als noch vor den Sommerferien. „Es ist trotzdem ein Corona-Schuljahr bis jetzt.“ Er äußerte zudem die Befürchtung, dass Schülerinnen und Schüler wegen der Lüftungsvorgaben und fehlender Lüftungsanlagen auch in diesem Herbst und Winter wieder frierend mit Mütze, Schal und Winterjacke im Klassenzimmer sitzen werden.
(ml, dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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