News-Ticker zur Corona-Pandemie

Corona: Böse Delta-Wende? Europaweite Infektionszahlen steigen erstmals wieder

Eine Krankenschwester zieht den Impfstoff des Herstellers Moderna gegen das Coronavirus in einer gestellten Situation mit einer Spritze auf.
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Die Bundesregierung könnte das Impfversprechen an die Bevölkerung früher einlösen als geplant.

Die Corona-Zahlen in Deutschland flachen ab. In Hamburg darf wieder gefeiert werden. Auch Bayern lockert. Die Delta-Variante bereitet Experten jedoch Sorgen.

  • Die Corona*-Zahlen in Deutschland zeigen weiter einen positiven Trend. Der Anteil der Delta-Variante liegt laut RKI inzwischen bei rund 50 Prozent.
  • Die Bundesregierung rechnet damit, das Impfversprechen an die Bevölkerung früher einzulösen als geplant (Update vom 29. Juni, 15.47 Uhr).
  • Der US-Biotech-Konzern Moderna meldet positive Nachrichten im Hinblick auf die Wirksamkeit seines Vakzins gegen die Delta-Variante (Update vom 29. Juni, 18.05 Uhr).
  • Die Corona-Zahlen steigen europaweit wieder an (Update vom 29. Juni, 19.30 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 30. Juni finden Sie hier.

Update vom 29. Juni, 20.30 Uhr: Wurde Deutschland zum Beginn des Jahres noch wegen seines langsamen Impftempos gescholten, scheint der Impf-Turbo langsam aber sicher einzusetzen. So hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verkündet, dass man sich zum Beginn des dritten Quartals in einer „neuen Phase der Pandemie“ befinde. Der entscheidende Punkt: Es gibt nun wohl ausreichend Impfstoff für die Impfwilligen in der Bevölkerung. „Wir haben genug Impfstoff, regional auch erstmals mehr als abgerufen wird“, sagte Spahn gegenüber bild.de.

Bereits heute Nachmittag wurde gemeldet, dass die Bundesregierung damit rechnet, ihr Impfversprechen an die Bevölkerung früher einlösen zu können.

Corona in Deutschland: Zahlen in Europa steigen erstmals seit Wochen wieder

Update vom 29. Juni, 19.30 Uhr: Die Corona-Zahlen sind europaweit aufgrund der voranschreitenden Ausbreitung der Delta-Variante erstmals seit zweieinhalb Monaten im Vergleich zur Vorwoche wieder angestiegen. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden in ganz Europa zuletzt täglich rund 57.000 Neuinfektionen gemeldet. Im Vergleich dazu wurden in der Woche vom 12. bis zum 18. Juni täglich 46.000 Neuinfektionen gemeldet. Das war der niedrigste Wert seit Mitte September.

Während die Infektionszahlen in vielen Ländern wie Deutschland oder Frankreich weiter rückläufig sind, sorgt vor allem das Infektionsgeschehen in Russland* und Großbritannien für den europaweiten Anstieg. In beiden Ländern machen die Behörden die zuerst in Indien identifizierte Delta-Variante des Coronavirus für die Entwicklung verantwortlich.

Corona in Deutschland: Moderna-Vakzin mit Immunantwort gegen Delta-Variante

Update vom 29. Juni, 18.05 Uhr: Schützt eine Corona-Impfung auch gegen die Delta-Variante*, die sich momentan in Europa weiter ausbreitet? Eine erste Antwort auf diese Frage liefern nun Labor-Untersuchungen des US-amerikanischen Biotech-Unternehmens Moderna. Diese sollen nach Angaben des Vakzin-Herstellers ergeben haben, dass der Impfstoff auch eine Immunantwort auf die Delta-Variante hervorruft. Labor-Untersuchungen mit Blut von Geimpften hätten den Effekt zudem
bei mehreren anderen Varianten gezeigt, teilte das Unternehmen am Dienstag in Cambridge mit.

Die Ergebnisse müssen jedoch noch von unabhängigen Wissenschaftlern überprüft werden. Vor zwei Wochen war darüber hinaus auch eine Studie veröffentlicht worden, die ähnliche Ergebnisse für den Impfstoff von Biontech/Pfizer ergeben hatte. Bei beiden Vakzinen handelt es sich um sogenannte mRNA-Impfstoffe.

Corona in Deutschland: Bundesregierung rechnet mit vorzeitiger Einlösung von Impfversprechen

Update vom 29. Juni, 15.47 Uhr: Die Bundesregierung rechnet damit, dass sie ihr Corona-Impfversprechen früher einlösen kann als geplant. Bis zur ersten Hälfte des Sommers, wahrscheinlich schon im Juli könne jedem ein Impfangebot gemacht werden, hieß es am Dienstag aus Regierungskreisen in Berlin, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Noch im Juli werde man 17 bis 18 Millionen Erstimpfungen mit einem mRNA-Impfstoff anbieten können. Die Nachfrage sei wahrscheinlich mehr als gedeckt, hieß es weiter. Bisher galt eine Zusage bis September.

Die Infrastruktur der Corona-Impfzentren soll den Informationen zufolge über den 30. September hinaus in „abgespeckter Version“ beibehalten werden. Es gehe dabei aber weniger um die „großen Tanker“ wie Messehallen, sondern um „Schnellboote“ wie die mobilen Impfteams. Diese würden im Herbst voraussichtlich für Auffrischungsimpfungen etwa in Pflegeeinrichtungen gebraucht.

Corona: Hamburg lockert Tanzverbot

Update vom 29. Juni, 14.57 Uhr: Der Stadtstaat Hamburg lockert erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie das Tanzverbot. Das Tanzen unter freiem Himmel ist ab Freitag (2. Juli 2021) wieder erlaubt. Maximal 250 Teilnehmer sind dabei unter Auflagen möglich. Bedingung sei, dass alle Besucher negativ getestet, vollständig geimpft oder genesen seien, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag. Wo getanzt werde, legte der Senat nicht fest - es müsse ein abgegrenztes Gelände sein, auf dem maximal 250 Menschen ohne Maske feiern dürften.

Nach illegalen Partys und Ausschreitungen am vergangenen Wochenende hat Hamburg allerdings ein Alkoholverbot im Hamburger Stadtpark verhängt. Das Mitführen und der Verzehr ist zwischen 21 und 6 Uhr des Folgetages verboten.

Impftempo in Deutschland zieht an

Update vom 29. Juni, 13.22 Uhr: Das Impftempo in Deutschland stottert, aber nimmt langsam wieder Fahrt auf. 588.066 Impfdosen wurden am Montag verabreicht. Zum Vergleich: Die bislang größte Zahl an Impfungen wurde am 12. Mai mit mehr als 1,4 Millionen Dosen verabreicht. 44,9 Millionen Bürgerinnen und Bürger (54 Prozent) seien mindestens einmal geimpft, 29,8 Millionen (35,8 Prozent) hätten den vollen Impfschutz, twitterte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Wichtig wegen Delta: Von den Ü60-Jährigen sind mehr als 60 Prozent vollständig geimpft, bei den 18- bis 59-Jährigen jeder Dritte“, so Spahn weiter. Die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna könnten auch ohne Auffrischung dauerhaften Schutz bieten. Eine neue Studie macht diesbezüglich große Hoffnung.

Corona: Bayern erlaubt 1.500 Zuschauer in Kultur und Sport

Update vom 29. Juni, 13.07 Uhr: Volksfeste in Bayern wird es trotz der sinkenden Infektionszahlen nicht geben, sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf einer Pressekonferenz zu aktuellen Lage in Bayern. Trotzdem soll es Lockerungen in der Kultur und bei Sport-Veranstaltungen geben. Bayern erlaubt künftig 1.500 Zuschauer unter freiem Himmel, davon bis zu 200 auf Stehplätzen mit Mindestabstand. Alles natürlich unter entsprechenden Hygienekonzepten. Auch in den Schulen steht ein großer Schritt an, wie Merkur.de* berichtet.

Corona in Deutschland: Anteil der Delta-Variante nimmt weiter zu - neue Einschränkungen auch für Geimpfte

Update vom 29. Juni, 10.01 Uhr: „Wir sind sehr besorgt“, sagt Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) im ZDF- „Morgenmagazin“. Der CDU-Politiker verteidigt die 14-Tage-Quarantäne für Reiserückkehrer aus Virusvariantengebieten, wie Portugal. Die wegen der Delta-Varianten auch für Geimpfte gilt und nicht verkürzt werden kann.

„Wir müssen Delta zurückdrängen“

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU)

„Wir müssen uns konsequent vor Delta schützen“, betont Braun. „Wenn eine neue Variante auftritt, braucht es relativ lange, um sicherzugehen, wirkt der Impfstoff.“ Zudem sei es wichtig auszuschließen, dass Geimpfte und auch Genesene die Delta-Variante nicht übertragen können.

Ungeimpfte sollten sich zweimal pro Woche testen lassen, das gelte vor allem für Reiserückkehrer aus aller Welt. „Wir müssen Delta zurückdrängen“, appelliert Kanzleramtschef Braun.

Corona in Deutschland: RKI meldet 404 Corona-Neuinfektionen

Erstmeldung vom 29. Juni 2021

Berlin - Die Infektionszahlen in Deutschland sind aktuell weiterhin niedrig. Die Corona-Lage scheint sich zu entspannen. Doch die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus* greift immer weiter um sich. Ihr Anteil hat erneut zugenommen.

Corona in Deutschland: Anteil der Delta-Variante nimmt weiter zu - Inzidenz bei 5,4

Die Delta-Variante mache mittlerweile einen Anteil von mindestens 35 Prozent an untersuchten Proben aus, sagte Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), in einer Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern. Da die Daten bereits einige Tage alt seien, sei der tatsächliche Anteil derzeit sogar auf rund 50 Prozent zu schätzen. Offiziell veröffentlicht das RKI die neuen Angaben zu den Virusvarianten-Anteilen stets am Mittwochabend.

Delta ist noch ansteckender als Alpha (B.1.1.7)*, wie Wieler bereits am Freitag gesagt hatte. Die Variante verbreite sich vor allem in der ungeimpften Bevölkerung. Der RKI-Präsident hatte bereits angedeutet, dass die Corona-Zahlen in Deutschland deshalb voraussichtlich wieder steigen werden. Dass die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin rückläufig ist, erklärten Experten
zuletzt mit dem deutlichen Rückgang der Fallzahlen durch die bisher vorherrschende Alpha-Variante.

Auch am Dienstagmorgen zeigen die RKI-Zahlen einen erneuten Rückgang der Sieben-Tage-Inzidenz. Sie liegt derzeit bundesweit bei 5,4 (Vortag: 5,6; Vorwoche: 8,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI innerhalb eines Tages 404 Coronavirus-Neuinfektionen* und 57 Todesfälle gemeldet. Der Sieben-Tage-R-Wert lag dem RKI zufolge am Montagnachmittag bei 0,79 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 79 weitere Menschen anstecken.

Der Anteil der Delta-Variante in Deutschland nimmt weiter zu. Laut RKI-Chef Wieler könnte er bereits bei rund 50 Prozent liegen.

Corona: Portugal und Russland gelten ab heute (29. Juni) als Virusvariantengebiete

Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante wurden Portugal* und Russland seit Dienstag um Mitternacht als Virusvariantengebiete eingestuft. Damit gilt ein weitgehendes Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen. Sie dürfen nur noch deutsche Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland über die Grenze bringen. Für diejenigen, die einreisen dürfen, gilt eine strikte 14-tägige Quarantänepflicht, die nicht durch einen Test verkürzt werden kann und auch für vollständig Geimpfte und Genesene gilt.

Mit Portugal wird erstmals seit Wochen wieder ein EU-Land in die höchste Risikokategorie eingestuft. Die Entscheidung trifft auch deutsche Touristen. Die besonders beliebte Küstenregion Algarve war bisher noch nicht einmal in die niedrigste Risikokategorie eingestuft. Die Zahl der Virusvariantengebiete steigt mit den beiden Ländern nun von 14 auf 16. In Europa ist sonst nur noch Großbritannien betroffen. Die übrigen Virusvariantengebiete liegen in Asien, Afrika, und Lateinamerika. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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