Schreckliche Gewalttat in Brasilien

Wachmann zündet Kindergartenkinder an - Sieben Tote

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Sechs Kinder und eine Erzieherin kamen ums Leben.

Eine schreckliche Gewalttat erschüttert Brasilien: In einem Kindergarten im südöstlichen Bundesstaat Minas Gerais hat ein Wachmann am Donnerstag sechs Kinder und eine Erzieherin getötet.

Janauba - Der Mann übergoss sie mit Alkohol und zündete sie an, wie die Staatsanwaltschaft und Medien berichteten. Der womöglich psychisch kranke Täter erlag später seinen Brandwunden. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Die Tragödie ereignete sich in einem ärmlichen Viertel der Stadt Janaúba, 600 Kilometer nördlich der Metropole Belo Horizonte. Etwa 80 Schützlinge hielten sich in dem Kindergarten auf, als der etwa 50-jährige Wachmann seine Opfer und sich selbst mit Alkohol übergoss und ein Feuer entzündete.

„Heute Morgen sind vier Kinder und eine Erzieherin bei lebendigem Leib verbrannt, als ein Wachmann Alkohol über seine Opfer und sich selbst goss“, erklärte die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Minas Gerais. Medien berichteten später unter Berufung auf die Feuerwehr, dass zwei weitere Kinder ihren Verletzungen erlegen seien. Laut dem Sender G1 waren die getöteten Kinder jeweils vier Jahre alt.

Täter erleidet Verbrennungen am ganzen Körper und stirbt

Der Wachmann selbst erlitt Verbrennungen am ganzen Körper und starb wenige Stunden nach seiner Tat im örtlichen Krankenhaus, wie der Krankenhausdirektor Bruno Ataide Santos der Nachrichtenagentur AFP sagte. Laut Santos wurden insgesamt rund 50 Verletzte ins Krankenhaus eingeliefert. Stunden später befanden sich noch zehn von ihnen in einem lebensbedrohlichen Zustand.

Nachdem die schreckliche Tat bekannt wurde, eilten zahlreiche schockierte Eltern zu dem Kindergarten, um etwas über das Schicksal ihrer Kinder zu erfahren. „Da der Kindergarten bei uns in der Nähe ist, haben wir Lärm gehört und sind losgelaufen“, sagte Nelson de Jesus Silva, dessen Tochter Ana Clara, in dem Feuer starb, dem Fernsehsender Globonews. „Meine kleine Tochter war so lieb, so klug.“

Fassungslosigkeit bei den Angehörigen vor einem Krankenhaus in Janauba.

Auch Jane Kelly, deren Sohn Juan Miguel Soares zu den Todesopfern zählt, war am Boden zerstört. Vor der Tragödie habe sie über einen Kita-Wechsel nachgedacht, weil die Familie einen Umzug geplant habe. Am Tag des Feuers habe sie ihren Sohn „früh geweckt, um ihn hierher zu bringen, und als ich ihn wiedergesehen habe, lag er tot im Krankenhaus“, sagte sie Globonews unter Tränen.

Der Bürgermeister von Janaúba, Carlos Isaildon Mendes, rief eine einwöchige Trauerzeit aus. Er sagte der Website Uol, das Unglück hätte noch schlimmer enden können, weil sich nebenan der Raum für Babys befunden habe. Brasiliens Staatschef Michel Temer sprach den Angehörigen der Opfer im Kurzmitteilungsdienst Twitter sein Mitgefühl angesichts dieser „Tragödie“ aus. Als Familienvater könne er sich vorstellen, „dass dieser Verlust extrem schmerzhaft ist“.

Die Polizei durchsuchte die Wohnung des Täters und ermittelte in seinem familiären Umfeld, um das Motiv herauszufinden. Polizeikommissar Renato Nunes sagte der Zeitung Hoje em Dia, der Wachmann habe seit acht Jahren für den Kindergarten gearbeitet und seit 2014 „mentale Probleme“ gehabt. In seinem Haus seien zahlreiche Flaschen Alkohol gefunden worden.

AFP

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