Lektion fürs Leben

Credits für Dates - Was steckt hinter dieser kuriosen Idee einer Professorin?

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Dating auf die altmodische Art - das versucht eine Professorin am Boston College nun ihren Studenten zu lehren.

In einem Kurs am Boston College fordert eine Professorin ihre Studenten zum Bestehen dazu auf, auf ein Date zu gehen. Die Sache hat allerdings einen Haken.

Boston - Sie werden als die „Generation beziehungsunfähig“ gehandelt: Für die jungen Erwachsenen von heute gelten Dates als reine Formsache, sind lediglich Mittel zum Zweck - so heißt es zumindest immer. Diese These würde Kerry Cronin, Professorin am Boston College, höchstwahrscheinlich bestätigen. 

Ihrer Meinung nach wissen junge Menschen nämlich nicht mehr, wie man sich auf wirklichen Rendezvous verhält. Also auf Dates, die den Grundstein für eine solide Partnerschaft legen und nicht solche, die mit einem flüchtigen Kennenlernen zwischen den Laken enden. Selbst, wenn sich nach der ersten Bekanntschaft abzeichnet, dass man sich mit seinem Gegenüber keine gemeinsame Zukunft ausmalen kann, sollte der Umgang während des Dates wenigstens respektvoll sein, findet sie.

Cronin will der Abschleppkultur unter Studenten entgegenwirken 

„In Schulen und Unis herrscht eine Abschleppkultur. Um wirklich dazu zu gehören, musst du da mitmachen. Oder du brauchst einen guten Grund, um das nicht zu tun“, meint Cronin. 

Um ihren Beitrag zu dem Thema zu leisten, stellt die Professorin ihren Studenten mittels ihrer ungewöhnlichen Lehrmethode einen derartigen Grund in Aussicht: Studenten können sich bei ihr Credit-Punkte für ihren Studienabschluss verdienen, indem sie auf ein Date gehen. Klingt ziemlich einfach und lässt auf einen geringen Arbeitsaufwand hoffen - doch wie Die Welt berichtet hat die Aufgabe einen Haken.

Zum erfolgreichen Bestehen muss man sich an gewisse Vorschriften halten. Kurzum: Kein Bier, Schnaps, Wein - und kein Rummachen oder Sex. Alkohol und körperlicher Kontakt sind tabu und vor allem in Kombination ein absolutes K.O.-Kriterium für die Professorin. 

Und wie lief das Experiment bisher?

Die erste Gruppe von Studenten, die sich der Aufgabe ihrer Professorin annahmen, war zunächst begeistert. Viel rum kam bei den studentischen Probanden bisher aber nicht:

„Sie haben jeden Kurs darüber gesprochen. Aber am Ende des Semesters war nur einer der 15 wirklich auf ein Date gegangen. Und der hat es direkt am Anfang gemacht“, sagte Professorin Cronin rückblickend über das Experiment. 

Zum damaligen Zeitpunkt gab es noch keine Credits für das Ausführen, da die Idee relativ spontan aufgekommen war - so fehlte wohl der Druck. Die Studenten rechtfertigten ihre Lethargie nach dem gescheiterten Experiment durch Ausreden wie „Ich habe keine Zeit“ oder „Es gibt sowieso niemanden, der mich interessiert“. Professorin Cronin ließ sich davon aber nicht entmutigen und verschärfte die Bedingungen. So muss die neue Gruppe die Aufgabe wirklich bearbeiten, sonst bekommen die Teilnehmer den die Punkte für den Kurs nicht. Um sicherzustellen, dass der Arbeitsauftrag auch zu ihrer Zufriedenheit ausgeführt wird, fertigte „Professor Dating“ eine Liste mit Vorgaben für das Dating an.

Die Dating-Vorschriften der Professorin

FolgendeDating-Gebote stellte Cronin für ihre Studenten auf:

  1. Du musst die Person persönlich nach einem Date fragen.
  2. Das Date muss maximal drei Tage nachdem du gefragt hast stattfinden.
  3. Du musst wirklich romantisch an der Person interessiert sein. Also: Frage nicht einfach einen Freund.
  4. Entscheide, was ihr unternehmt.
  5. Jeder bezahlt für sich selbst.
  6. Es gibt keinen körperlichen Kontakt, außer eine Umarmung am Ende.
  7. Kein Gruppendate. Ihr müsst zu zweit sein.
  8. Schreibe einen zweiseitigen Bericht darüber, wie das Date gelaufen ist. Was hast du gedacht? Wie liefen die Gespräche?

Wer sich selbst dafür interessiert, was die Professorin zum Thema Dating zu sagen hat, kann sich einen ihrer Vorträge auch auf YouTube ansehen. Hier spricht sie zum Thema „Hanging Out and Hooking Up“ - zu Deutsch: „Abhängen und Rummachen“:

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ang

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