Täter flüchtig - Unternehmen „tief geschockt“

Säure-Anschlag auf Energie-Manager: Polizei fahndet nach den Tätern

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Ein Weg in einem Park wird von Polizisten gesichert. Ein 51 Jahre alter Mann, Manager eines Versorgungsunternehmens aus Essen, war dort zuvor mit Säure angegriffen und schwer verletzt worden.

Unbekannte haben einen Top-Manager in Haan mit Säure übergossen und schwer verletzt. Es war nicht die erste Attacke auf den 51-Jährigen. Die Polizei sucht dringend nach Hinweisen.

Haan - Update vom 9.03.2018: Mit einer Plakataktion wollen die Ermittler den Säure-Anschlag auf den Finanzvorstand der RWE-Tochter Innogy in Haan bei Düsseldorf aufklären. Dies teilte die Polizei am Freitag in Düsseldorf mit. Bislang hätten weder der Manager noch seine Familie konkrete Hinweise auf die Täter geben können.

Fahndung nach Säure-Angriff: Polizei sucht mit Plakaten nach Zeugen

Finanzchef beim Brötchenholen attakiert

Der Innogy-Finanzchef Bernhard Günther war am Sonntagmorgen (4. März 2018) beim Brötchenholen in einer Parkanlage von zwei Unbekannten angegriffen und zu Boden geworfen worden. Sie schütteten ihm Säure ins Gesicht und verschwanden. Günther erlitt schwerste Verletzungen und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Die Ermittler stuften die Tat als versuchten Mord ein.

Über die Säure-Attacke hatte zuerst die „Bild“-Zeitung darüber. Am Sonntagabend bestätigte die Firma Innogy, ein in Essen ansässiges Energieversorgungsunternehmen, in einer Mitteilung Berichte, dass es sich bei dem Angegriffenen um Finanzvorstand Bernhard Günther handele.

„Wir sind tief geschockt“

„Wir sind tief geschockt. Die Nachricht von dem Anschlag hat uns alle sehr betroffen gemacht“, wurde Vorstandschef Uwe Tigges zitiert. „Wir sind in unseren Gedanken bei Bernhard und seiner Familie und wünschen ihm baldige Genesung.“ 

Das Opfer Bernhard Günther.

Zum Motiv gebe es noch keine Erkenntnisse, sagte ein Polizeisprecher. „Wir ermitteln in alle Richtungen.“

Die Attacke geschah nach Polizeiangaben am Vormittag gegen 9.00 Uhr unweit des Wohnhauses des Opfers auf einem Fußweg einer Parkanlage. Laut „Bild“ war er beim Brötchenholen. Der Verletzte sei laut Polizei noch bis zu seinem Haus gelaufen, von wo aus dann Rettungskräfte angefordert wurden. Der 51-Jährige wurde schwer verletzt mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Er schwebt laut Polizei aber nicht in Lebensgefahr, sein Gesundheitszustand war demnach am Montag stabil.

„Seinen Angaben zufolge übergossen ihn zwei bislang unbekannte Täter mit einer Flüssigkeit. Diese verursachte eine Reaktion auf seiner Haut und führte zu schweren Verletzungen, die derzeit stationär in einer Spezialklinik behandelt werden“, sagte Polizeisprecher Markus Niesczery. Kurzzeitig habe Lebensgefahr bestanden. Dies sei aktuell jedoch nicht mehr der Fall.

Eine Mordkommission ermittelt wegen versuchter Tötung. Es gebe keine Hinweise, dass die nicht maskierten Täter bei dem Angriff etwas gesagt hätten, sagte der Sprecher weiter. Nach den zwei circa 20 bis 30 Jahre alten Männern mit südländischem Aussehen werde derzeit gefahndet, schreibt die Polizei in einer Mitteilung. Die Ermittler suchen unter anderem Zeugen, die die Männer am Sonntag womöglich in der Parkanlage sahen. Bei ersten Ermittlungen wurden laut Polizei in dem Park Spuren gefunden, die nun untersucht werden. Genauere Angaben machten die Ermittler nicht.

Mit welcher Art von Flüssigkeit der Mann übergossen wurde, wird noch untersucht. „Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Säure handelt“, sagte der Sprecher weiter. Der Staatsschutz sei informiert worden.

Nicht die erste Attacke auf den Manager

Günther ist nach dpa-Informationen nicht zum ersten Mal Opfer einer schweren Straftat geworden. Er soll bereits vor mehreren Jahren überfallen und zusammengeschlagen worden sein. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass Innogy-Finanzvorstand Bernhard Günther (51) schon damals Opfer einer Körperverletzung wurde. Man schaue sich derzeit die alten Akten noch einmal an. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Konzernkreise schrieb, soll Günther beim Joggen zusammengeschlagen worden sein.

dpa/tz/mm/afp

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