Alle Mitarbeiter evakuiert

Schädliche Dämpfe: 13 Menschen in Brüsseler EU-Gebäude vergiftet

Durch einen medizinischen Notfallplan konnte schlimmeres verhindert werden: Wegen einem defekten Belüftungssystem müssen 13 vergiftete Menschen medizinisch versorgt werden. 

Brüssel - Im Gebäude für die EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel sind am Freitag 13 Menschen durch chemische Dämpfe vergiftet worden. Fünf von ihnen kamen ins Krankenhaus, wie ein Sprecher der belgischen Feuerwehr der Nachrichtenagentur AFP sagte. In der Küche des sogenannten Europa-Gebäudes sei es zu einer ungünstigen Vermischung von Chemikalien gekommen, woraufhin "schädliche Dämpfe" entstanden seien. 

Grund für die Verbreitung war ein technischer Defekt im Belüftungssystem, wie das Generalsekretariat des EU-Rates in einer Stellungnahme erklärte. Betroffen seien mehrere Mitglieder des Küchenpersonals. Das Einatmen der Gase habe Vergiftungssymptome wie "brennende Augen und Erbrechen" hervorgerufen, sagte Feuerwehr-Sprecher Pierre Meys. Da der Vorfall mehr als zehn Mitarbeiter betraf, trat der "medizinische Notfallplan" des EU-Rates in Kraft, den die Behörden eigens für Krisenfälle beschlossen haben. Zahlreiche Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge waren deshalb umgehend vor Ort. Fünf Küchenangestellte wurden ins Krankenhaus gebracht, weitere Angestellte wurden vor Ort medizinisch behandelt. 

Alle anderen Mitarbeiter wurden nach Ratsangaben vorübergehend evakuiert und in das angrenzende Justus Lipsius-Gebäude gebracht. Dies sei allerdings eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, hieß es. Der Vorfall habe keinerlei Auswirkungen auf den Gipfel der Staats- und Regierungschefs am kommenden Donnerstag und Freitag. Das Ratsgebäude der EU befindet sich gegenüber des Sitzes der Europäischen Kommission und wurde nach einer Reihe von Verzögerungen erst im vergangenen Jahr eröffnet. In dem 321 Millionen Euro teuren Bau, in dessen Mitte die Konferenzräume in einer Art "Ei" untergebracht sind, tagen nicht nur die EU-Staats- und Regierungschefs, sondern auch die Fachminister der Mitgliedstaaten. 

AFP

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